Haustiere

Die traurige Geschichte eines verhungernden Pferdes

Mitte März 2013 ging bei uns eine Missstands-Meldung ein, der Informant schilderte, dass die Halterin das Pferd bewusst verhungern ließe. Leider konnte er keine Aufnahmen vom Pferd selbst machen, sondern nur vom heruntergekommenen Gelände. Wir informierten das Veterinäramt.

2013-03-18-PferdeWedemark-213-c-PETA-DKurz danach übersandte er uns noch Bilder vom Pferd. Bilder, die zeigten, wie dünn das Tier war. Wir erkannten, dass er mit keinem Wort übertrieben hatte und das Tier in Not sei und leiteten diese Bilder umgehend an das zuständige Veterinäramt weiter – zum zweiten Mal.

Vom Veterinäramt erhielten wir nur eine Standartantwort: Dass die Haltung „tierschutzrechtlich überprüft“ und die „erforderlichen Massnahmen eingeleitet“ worden wären. Dies ist grundsätzlich mal in Ordnung, denn Veterinärämter sind an den Datenschutz gebunden, dürfen gar keine Auskunft geben, zumindest in Bundesländern, in denen es kein Informationsfreiheitsgesetz gibt. Man sollte also nicht davon ausgehen, dass eine Behörde, die keine Auskunft gibt, untätig ist. Für viele Auflagen werden Fristen gesetzt, in denen der Halter Zeit hat sie umzusetzen. Es bleibt also erstmal nichts weiter übrig als abzuwarten, die Lage weiter zu beobachten.

Der Informant meldete sich aber immer wieder, schilderte, dass sich wirklich nichts geändert habe und das Pferd oft 15 bis 20 Stunden ohne Futter ausharren müsste. Fotos konnte er leider keine mehr machen, da das Pferd eine Decke trug, selbst an den heissen Tagen. Wir leiteten seine Schilderungen ans Veterinäramt weiter, baten dringend tätig zu werden, doch es passierte nichts.

Kürzlich war das Pferd nun aufgrund Hitze und der Decke zusammengebrochen und wurde kurz 2013-05-08-PferdeWedemark-1-c-unbekanntdanach eingeschläfert. Dem Informanten gelang es noch kurz vor dem Tod den Zustand des Tieres ohne Decke zu dokumentieren: es hatte sich wirklich nichts gebessert, im Gegenteil, das Tier sah schlimmer aus als je zuvor!

Wir haben nun Anzeige gegen den Halter (wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz) und gegen die Verantwortlichen des Veterinäramtes erstattet, weil diese nach unserer Auffassung das Tier über Monate verhungern liessen. Der Informant legte uns inzwischen Mailverkehr mit dem Veterinäramt vor, welcher belegt, dass er das Amt bereits im Januar auf das Pferd aufmerksam machte, dies untermauert nun unsere Anzeige.

Wir hoffen, dass die Verantwortlichen adäquat zur Rechenschaft gezogen werden und wir so dem Pferd nachträglich noch Gerechtigkeit verschaffen. Es darf nicht sein, dass eine Behörde derart ihre Aufgabe vernachlässigt, Tiere der Willkür einzelner unwilliger Sachbearbeiter obliegen.

Bitte lasst euch von dieser traurigen Geschichte nicht entmutigen, Missstände den Behörden oder uns anzuzeigen, diesem Tier konnte nicht geholfen werden, vielen anderen aber schon. Persönlicher Einsatz, der immer Aufwand bedeutet, ist keine Erfolgsgarantie. Dennoch ist ungemein wichtig, dass alle Tierfreunde selbstständig aktiv werden, wenn sie Zeuge von Grausamkeit gegen Tiere werden. Schaut bitte nie weg, wenn ein Tier leidet: Ihr habt die Chance, jemandem zu helfen, der sich alleine nicht schützen kann! Tipps, wie ihr vorgehen könnt, findet ihr hier.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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