Haustiere

Der beste Freund des Menschen wartet im Tierheim – eine wahre Geschichte

Christopher und sein bester Freund Dagur. © Dr. Christopher Faßbender

Dieser Beitrag wurde von meinem lieben Kollegen Dr. Christopher Faßbender geschrieben und ist seinem besten Freund – Hund „Dagur“ gewidmet. ♥♥♥

„Meine Frau und ich sind beide mit Hunden aufgewachsen und für uns gehören Hunde zur Familie. So hatten wir schon lange den Wunsch, unsere Wohnung und unser Leben mit einem Hund zu teilen. Diesen Wunsch schoben wir so lange auf, bis unsere berufliche und räumliche Lebenssituation es zuließ, dass wir einem Hund die Zeit und Aufmerksamkeit würden schenken können, die er braucht.

Als es dann endlich soweit war, war für uns klar, dass wir einem Hund aus dem Tierheim ein neues Leben ermöglichen wollten. Freunde und Verwandte waren besorgt. Bei einem Tierheimhund wisse man ja nie. Vielleicht würde er bissig sein. Vielleicht würde er eine Vorgeschichte der Gewalt und Misshandlung haben und den Menschen nicht mehr trauen. Dieses Risiko sollte man besser nicht eingehen. Bei einem Hund vom Züchter ohne zweifelhafte Vorgeschichte wisse man dagegen, woran man sei.

Dagur in seinem Zuhause. (c) Dr. Christopher Faßbender
Dagur in seinem Zuhause.
© Dr. Christopher Faßbender

Wir wollten uns nicht davor verschließen, dass so viele fantastische Hunde und andere Tiere in Tierheimen sitzen und nach jedem bisschen Aufmerksamkeit und Zuneigung lechzen müssen. Also zogen wir los und besuchten zunächst verschiedene Tierheime in Deutschland. Wir suchten auch im Internet nach Hunden im Ausland. Schließlich entschieden wir uns, zu einem Tierheim nach Ungarn zu fahren und unseren zukünftigen Mitbewohner dort aus mehreren Kandidaten auszuwählen, die wir auf der Internetseite des Tierheims gesehen hatten. Gesagt, getan. In Ungarn verliebten wir uns in einen großen, stattlichen, schwarzen Riesenschnauzer-Vizsla-Mischling, der sage und schreibe seit mindestens 6 Jahren im Tierheim saß. Wir glauben, dass er gleich spürte, dass wir es gut mit ihm meinten, da er es sichtlich genoss, ausgiebig gebürstet zu werden. Das hatte er bestimmt noch nie erfahren dürfen. Auf der langen Autofahrt streichelten wir ihn abwechselnd fast ununterbrochen, während er ungläubig aus seinem Pelz guckte und auf seine einzigartige Weise die bepinselten Ohren mal hierhin und mal dorthin wandte. So fingen wir an, behutsam ein Band zu unserem neuen hündischen Freund zu knüpfen, der so viele entbehrungsreiche Jahre hinter sich hatte. Würden wir uns bald aneinander gewöhnen? Würde er uns ein sprichwörtlich bester Freund werden?

Wir gaben ihm den Namen Dagur. Von Anfang an war er aufgeschlossen und anschmiegsam. Er nahm unsere Liebe an und begann, uns zurück zu lieben. Anfangs hatte Dagur aber noch recht viele Momente, vor allem abends, in denen er sehr ernsthaft und unnahbar war. Er wollte dann sichtlich in Ruhe gelassen werden. Vermutlich verfolgten ihn noch so manche böse Erinnerungen aus dem Tierheim und der Zeit davor, als Menschen Macht über ihn hatte, die diese übel missbrauchten.  Belege dafür sind eine lange Narbe, die sich um den Hals des ehemaligen Kettenhundes zieht, und dass er manchmal zusammenzuckt, wenn man die Hand hebt. Wir ließen ihm den Freiraum, den er brauchte. Wir ließen aber auch nicht nach, ihn zu lieben, sozusagen die Schatten der Vergangenheit aus ihm heraus zu lieben. Mit Erfolg! Im Laufe weniger Monate hatte er immer weniger solche Phasen und wurde uns ein kostbarer, treuer und hinreißender Schatz, Freund und Gefährte. Bei seiner Familie sein und draußen schnüffeln gehen sind für ihn das Wichtigste. Fremde Umgebungen sind für ihn kein Problem; man kann ihn wunderbar im Zug oder Auto mitnehmen. Er sucht oft unsere Nähe und schmiegt sich an, möchte gestreichelt werden und rudert mit den Tatzen, wenn man unterbricht. Er hat eine ganz eigene Art zu „tanzen“, wenn er ausgelassen ist. Dann springt er umher und dreht sich und streckt die Beine von sich. Da kann man nicht widerstehen und tanzt gleich mit! Wenn du mehr über unsere Geschichte mit Dagur wissen möchtest, lies HIER auch, was meine Frau über ihn schreibt.

Allen Vorurteilen zum Trotz: Dagur ist groß und schwarz, hat sehr lange im Tierheim gesessen, hat offensichtlich Schlimmes von Menschenhand erfahren. Und doch ist er nicht verbittert, er hat nicht mit der Welt abgeschlossen und hat sich ein Herz aus Gold bewahrt. Solche Hunde gibt es. Sie sitzen da draußen und warten. Gebt ihnen eine Chance.“

In diesem Sinne: Adopt! Don’t shop!

 

 

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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