Haustiere Schlagzeilen

Chaos und Gewaltandrohung bei Hundeausstellung

Tiermesse / Hundeausstellung Bremen 2012

Profit um jeden Preis?

Es fällt schwer, die Vorkommnisse der Hundeausstellung vom vergangenen Pfingstsonntag im saarländischen Neunkirchen anders zu interpretieren. Während einer Rasseausstellung für Hunde kam es zu „chaotischen Zuständen“. Auf dem Veranstaltungsgelände „herrschte dichtes Gedränge und Flucht- und Rettungswege waren zugestellt“. Eine Notfallevakuierung wäre im Falle des Falles unmöglich gewesen.

Um die Sicherheit der Aussteller und Besucher nicht zu gefährden, griff die Feuerwehr ein und bat um das Freiräumen der Rettungswege.

Einsicht? Weit gefehlt!

Entgegen eines gesunden Menschenverstandes kam es sogar zu Androhungen von körperlicher Gewalt gegen die Feuerwehr, die daraufhin die Polizei hinzuzog, wie ein Feuerwehrmann mitteilte:

Zeitweise musste sogar der Einlass zur Hundeausstellung komplett geschlossen werden, weil durch einige uneinsichtige Aussteller diverse Flucht- und Rettungswege in den Messehallen völlig blockiert wurden.

Beim Versuch ihrer Arbeit nachzugehen und den Ausstellern und Besuchern eine sichere Veranstaltung zu garantieren, wurden die wachhabenden Feuerwehrleute sehr oft verbal attackiert und beleidigt, stellenweise kam es sogar fast zu Handgreiflichkeiten gegen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte seitens der Aussteller, wie auch Besucher (Quelle).

Erst nach dem Eingreifen der Polizei und dem Einlenken der Veranstalter konnte die Situation entschärft werden.  Die Feuerwehr übte massive Kritik an den uneinsichtigen Besuchern und Ausstellern.

Offenbar steht der Profit über der Sicherheit von Mensch und Tier. Obwohl die Medien täglich berichten, dass unzählige deutsche Tierheime kurz vor dem Aus stehen, da sie personell und finanziell an ihre Grenzen gelangen und dennoch immer mehr Tiere abgegeben werden, wird „munter weiter gezüchtet“.

Hundeausstellung – was bedeuten sie für die Tiere?

Hunde (und andere Tierarten) werden aufgrund bestimmter Rassemerkmale weiter produziert und gewinnbringend über Onlineportale, Zeitungsannoncen, auf Zuchtausstellungen wie der am Sonntag in Neunkirchen oder beim „Züchter des Vertrauens“ verkauft.

Dieser Irrsinn bedeutet immenses Leid für die Tiere, sowohl in Tierheimen und anderen Tierschutzeinrichtungen, wo die Tiere oftmals vergebens auf ein neues Zuhause warten, aber auch aufgrund großer medizinischer Probleme. Sogenannte „Modehunde“ wie die Bulldogge oder der Mops haben teils gravierende gesundheitliche Einschränkungen so beispielsweise starke Atembeschwerden aufgrund ihrer verkürzten Nasen. Diese Tiere überhitzen leicht und können im schlimmsten Fall an einem Herzversagen sterben.

Eine australische Studie hat ergeben, dass sich die Zucht von Hunden auch auf das Gehirn der Tiere auswirken kann. Bei mehreren Rassen mit kurzen Nasen (z.B. Mops oder Mastiff) konnte nachgewiesen werden, dass das Gehirn um bis zu 15 Grad nach vorne gerichtet ist; diese Fehlstellung kann den Geruchssinn der Tiere beeinflussen.

Französische Bulldoge
Qualzucht: Die französische Bulldogge

Heimatlose Tiere und Zucht

Die hohe Nachfrage von Menschen nach bestimmten Rassemerkmalen, führt dazu, dass Tiere zur Wegwerfware degradiert werden. Jährlich werden ca. 300.000 Tiere in Tierheime abgeschoben, da ihre Besitzer diese nicht mehr halten können oder wollen.

Auch wer einen Hund bei einem „kleinen“ Züchter von nebenan kauft, handelt nicht im Sinne des Tierschutzes. Jedem Tier aus dem Tierheim wird durch diesen Kauf die reelle Chance auf ein neues Zuhause genommen.

Aber selbst wer unbedingt ein Jungtier möchte oder ein Tier einer bestimmten „Rasse“, wird im Tierheim oder auf privaten Pflegestellen fündig werden und muss somit nicht die „Produktion“ von Tieren fördern, wo doch unzählige Tiere bereits auf ein Zuhause warten.

Was kann ich tun?

  • Besuche niemals eine Zuchtausstellung!
  • Im Rahmen unserer Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz haben wir diesen Appell auch der Bundesregierung übertragen. Bitte sprich dich gemeinsam mit PETA für ein Heimtierschutzgesetz und gegen den Zuchtwahn aus.
  • Zudem kannst du deine Mitmenschen darüber informieren, dass die auf bestimmte Merkmale und Reinrassigkeit fokussierte Zucht nicht in Ordnung ist.
  • Kaufe niemals ein Tier, sondern adoptiere deinen tierischen Mitbewohner aus dem Tierheim. Er wird es dir lebenslänglich danken.

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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