Haustiere

Bewährungsstrafe für Tierquäler

Vor zwei Wochen ergingen gegen drei Tierquäler, die ihre Hündin Shila quälten und töteten, ein Strafbefehl – sollten sie keinen Einspruch eingelegt haben, wäre dieser nun rechtskräftig.

Über die Aussetzung der Gefängnisstrafe zur Bewährung haben sich viele Menschen schockiert gezeigt. Selbstverständlich kann keine Strafe das Leid und die Qualen, die der Hündin zugefügt wurden, ausgleichen – die Entscheidung von Gericht und Staatsanwaltschaft kann dennoch auch positiv gedeutet werden.

Beide haben diesen traurigen Fall ausgesprochen ernst genommen. Der Strafbefehl, der auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft durch das Amtsgericht Gifhorn gegen die drei Angeklagten erlassen wurde, ist quasi eine rechtskräftige Verurteilung der geständigen Täter wegen des Tatbestands der Tierquälerei. Eine wichtige Entscheidung!

Denn viel zu oft werden Ermittlungen wegen Tierquälerei bereits im Vorfeld eingestellt oder Urteile auf Geldstrafen beschränkt – in diesem Fall aber hat die Staatsanwaltschaft es nicht dabei belassen: Aufgrund der Schwere der Tat wurde jeweils eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten erlassen. Eine Gefängnisstrafe wird für überführte Tierquäler wirklich nur äußerst selten verhängt. Im vorliegenden Fall wurde diese zwar zu einer längst möglichen Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt; dennoch handelt es sich um eine Gefängnisstrafe – was immer bedeutender  ist als eine Geldstrafe und die schärfste Sanktionsmöglichkeit eines Rechtsstaates darstellt.

Auch ist das mehrjährige Tierhalteverbot sehr zu begrüßen, zumal sich dies nicht nur auf Hunde, sondern grundsätzlich auf Tiere bezieht. Ebenso wichtig sind die je 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, die die drei Täter ableisten müssen. Hier hat sich die Staatsanwaltschaft zusätzlich zur Gefängnisstrafe für eine weitere Sanktionierung entschieden, die für die Angeklagten nicht abstrakt bleibt, sondern die sie direkt am eigenen Leid spüren werden; die gemeinnützige Arbeit kann sie den Strafbefehl bewusst erleben lassen.

So hat die Staatsanwaltschaft die Möglichkeiten des gesetzlichen Rahmens durchaus sinnvoll genutzt. Denn so grausam die Tat der Drei auch war, dient die Bestrafung der Täter nicht unserer Genugtuung, eine Strafe erfüllt nie den Zweck der „Rache“. Es geht darum, dass Täter eine Tat nicht wiederholen! Zudem sollen andere potentielle Täter erkennen, dass bestimmte Taten nicht straflos bleiben. Und immer geht es auch darum, dass Menschen sich ändern, sich bessern können: Wir hoffen, dass dieser Strafbefehl bei den Angeklagten bewirkt, dass sie nie wieder ein Tier quälen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen