Haustiere

Baden-Württemberg: Vorreiter in Sachen Katzenkastration?

Katzenkastration ist Tierschutz: die einzig zukunftsfähige Lösung, die Überpopulation von Katzen langfristig zu senken. Deswegen haben sich in Deutschland bereits über 250 Städte und Gemeinden aus neun Bundesländern für die tierfreundliche Kastrations- und Registrierpflicht für Freigänger-Katzen in Privathaltung entschieden; bislang auf gefahrenabwehrrechtlicher Grundlage.

In Baden-Württemberg aber hat bisher noch keine Kommune die fortschrittliche Regelung umgesetzt – doch nun hat die Landesregierung ein klares Zeichen in Sachen Tierschutz gesetzt: Als erstes Bundesland werden die Kommunen auf tierschutzrechtlicher Grundlage befähigt, die Kastrations- und Registrierpflicht für Freigänger-Katzen einzuführen.

Diese Möglichkeit ist neu: Erst seit der Novellierung des Tierschutzgesetzes im Sommer 2013 ermächtigt der § 13b Tierschutzgesetz die Landesregierungen, Regelungen für den Tierschutz zu treffen – bzw. ihre Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf andere Behörden zu übertragen.

Der Hintergrund ist der, dass – während die Gefahrenabwehr Sache der Länder ist – Tierschutzbelange in die Kompetenz des Bundes fallen. Eine bundeseinheitliche Regelung wäre zwar für den Einsatz gegen Überpopulation von Katzen die beste Lösung gewesen – doch da die Bundesregierung ihre Zuständigkeit diesbezüglich an die Länder abgegeben hat, sind diese nun am Zug. Und Baden-Württemberg hat den ersten Schritt gemacht: Ein klares Signal an die Kommunen, nun gegen das Leid heimatloser Katzen aktiv zu werden!

Die Entscheidung des baden-württembergischen Landesregierung ist sicher auf den Einsatz der Landestierschutzbeauftrage Dr. Cornelie Jäger zurückzuführen, die sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Christoph Maisack vorbildlich für den Tierschutz im Ländle stark macht. Ab Mitte Dezember wird die Stabsstelle auch einen Musterentwurf für eine kommunale Katzenschutzverordnung zur Verfügung stellen. Herzlichen Dank!

Mehrkosten entstehen übrigens weder für die Länder noch für die  Kommunen; vielmehr können letztere und die Steuerzahler von der Regelung sogar profitieren: Schließlich fallen „Fundtiere“, die meist den größten Teil der Tiere in Tierheimen ausmachen, unter das Fundrecht (§§ 965ff. BGB) – deswegen sind die Kommunen für die Finanzierung der tierschutzgerechten Unterbringung und Versorgung der Tiere zuständig. Eine Win-Win-Situation: weniger Kosten, weniger Tierleid!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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