Haustiere

Baby und tierische Mitbewohner: So klappt die Eingewöhnung

Zum ersten Mal mit einem neugeborenen Baby nach Hause zu kommen, gehört wohl zu den aufregendsten Momenten im Leben. Dann zu sehen, wie Kinder und tierische Mitbewohner miteinander agieren, kann einfach wunderbar sein. Aber dies ist auch eine Zeit, in der viele neue Aufgaben entstehen und man darauf achten sollte, dass ein tierischer Mitbewohner – der bisher im Mittelpunkt unseres Lebens stand – nicht dadurch vernachlässigt wird. Wir alle haben schon von Menschen gehört, die ihre Tiere ins Tierheim abgeben, weil sie ein Baby bekommen haben. Dies ist eine tragische Entscheidung und kann für jeden Hund und jede Katze traumatisch sein, insbesondere wenn die Tiere schon älter sind. Dies sollte also um jeden Preis vermieden werden. Im folgenden Text von unseren US Kollegen erfahrt ihr deshalb, wie ihr den Übergang für alle Familienmitglieder zu einem positiven Erlebnis machen könnt.

 

Plant vorausschauend und seid vorbereitet

Hunde und Katzen können auf Veränderungen in ihrem Tagesablauf und in ihrem Umfeld sehr sensibel reagieren. Wir sollten deshalb auf ihre Bedürfnisse eingehen und sicherstellen, dass wir auch weiterhin wertvolle Zeit mit ihnen verbringen, mit ihnen spielen und spazieren gehen, ihr Fell pflegen usw. – auch wenn das Baby schon zu Hause angekommen ist. Nehmt euch also die Zeit und denkt frühzeitig darüber nach, wie ihr das schaffen könnt.

 

Bevor das Baby da ist

Richtet eine Spielecke ein, lasst Kinderlieder laufen und vielleicht sogar Babystimmen. Lasst euren Hund oder eure Katze am Spielzeug schnuppern und die neuen Möbel und Gegenstände erkunden.

Legt eine Babypuppe in das Kinderbett und haltet sie gelegentlich eng an eure Brust, während der Hund oder die Katze anwesend sind.

Euer Hund kann sich schon vorher an den Kinderwagen gewöhnen, damit er – wenn es soweit ist – keine Angst davor hat und weiterhin gerne mit der ganzen Familie spazieren geht. Gebt eurem Hund, noch bevor das Baby da ist, neben dem Kinderwagen ab und zu ein Leckerli oder sogar eine Mahlzeit. Ihr könnt auch mit dem noch leeren Kinderwagen mit ihm spazieren gehen.

Überlegt euch, wie ihr mit Stress am besten umgehen könnt. Vielleicht tut euch Meditation gut, oder ein Kräutertee, beruhigende Musik, Sport oder ein langes Gespräch mit einer Freundin. Lasst diesen Bereich nicht schleifen, denn ihr müsst euer Bestes für das Baby und eure tierischen Begleiter geben.

Wenn das Baby auf der Welt ist, lasst jemanden etwas, das nach Baby riecht, vom Krankenhaus mit nach Hause zu euch nehmen. So können sich eure Tiere an den Geruch des Babys gewöhnen und werden ihn später wiedererkennen, wenn das Baby zu Hause ankommt.

 

Wenn das Baby zu Hause ist

Wenn ihr mit dem Baby nach Hause kommt, lasst euren Hund oder eure Katze das Baby „inspizieren“ – natürlich immer unter Aufsicht.

Haltet euch an einen genauen Tagesplan – Mahlzeiten, Spaziergänge und Spielzeiten sollten eingehalten werden, damit sich eure Tiere darauf einstellen können.

Nehmt euch für jedes Tier Zeit, egal ob zum Spielen, spazieren gehen oder zum Schmusen. Wenn euch diese ganzen Veränderungen vielleicht überfordern, könnt ihr eine Checkliste für jedes Familienmitglied anlegen, damit ihr die Gedanken in eurem Kopf ordnen und alle Aufgaben erledigen könnt.

Wenn das Baby älter wird, erlaubt ihm nicht, euren Hund oder eure Katze zu schlagen oder sie am Schwanz zu ziehen. Vermittelt eurem Kind Liebe und Respekt gegenüber seinen tierischen Geschwistern!

Lasst das Baby niemals alleine mit dem Hund oder der Katze. Jeder Kontakt sollte genauestens überwacht werden.

Und nicht vergessen: Euer Tier nimmt Stress sofort wahr. Wenn ihr also merkt, dass ihr euch gestresst fühlt, greift auf eure bewährten Gegenmittel zurück (siehe oben „Bevor das Baby da ist“). Scheut euch nicht, andere um Hilfe zu bitten. Viele Menschen in eurem Umfeld werden sich freuen, euch mit dem Baby helfen zu können!

 

Wie gehe ich mit Problemen um?

Wenn ihr feststellt, dass euer Tier angespannt oder gestresst ist, versucht es mit einem synthetischen Beruhigungs-Pheromon, z.B. Feliway für Katzen oder ADAPTIL für Hunde. Oder versucht Thundershirt. Damit geht es euren tierischen Mitbewohnern bald besser und sie fühlen sich entspannt und sicher.

Ihr könnt auch Composure ausprobieren – ein tägliches Ergänzungsmittel gegen Angst. Fragt euren Tierarzt nach weiteren Möglichkeiten, Angst und Anspannung bei eurem Tier einzudämmen.

Wenn euer Hund bellt oder knurrt bzw. eure Katze faucht oder einer von beiden die Nackenhaare aufstellt, korrigiert dieses Verhalten nicht. Es ist ein nützliches Warnsignal, wenn sich euer Tier in einer Situation unwohl fühlt. Macht euch stattdessen bewusst, dass ihr vielleicht etwas mehr Zeit braucht, um Tier und Baby aneinander zu gewöhnen – nehmt euch diese Zeit.

Wenn diese Warnsignale anhalten oder ihr Anzeichen für Depression oder Angstzustände bei euren tierischen Mitbewohnern feststellt, sucht euch sofort professionelle Hilfe. Wartet nicht lange ab und sucht euch einen Trainer, der ausschließlich mit positiven Ansätzen arbeitet.

Habt Geduld mit euch selbst und euren Tieren. Ein Baby ist eine enorme Veränderung und so eine Veränderung kann immer zeitweise Stress verursachen. Denkt positiv, bittet um Hilfe, wenn ihr sie braucht und konzentriert euch auf die vielen positiven Aspekte eures Lebens – dann werdet ihr sicher mit euch selbst in Einklang kommen.

 

Und sie lebten glücklich…

Die meisten Babys kommen mit Hunden und Katzen super zurecht und es gibt keinen Grund, von vornherein etwas Gegenteiliges anzunehmen. Blickt positiv in die Zukunft, respektiert alle Involvierten und geht von einem positiven Ergebnis aus.

Und hier noch einige weise Worte einer PETA-Mama, die schon mehrere Babys verschiedenen Tieren vorgestellt hat:

Ich lasse die Hunde immer ausgiebig an allem schnüffeln, was wir ins Haus bringen – das Kinderbett, Kleidung usw. So wissen sie schon vorher, dass etwas ansteht. Ich hatte nie irgendwelche Probleme und ich habe bereits drei Babys mehreren Hunden und Katzen vorgestellt. Wenn wir mit einem neuen Baby nach Hause kamen, ließen wir die Hunde immer am Baby in unseren Händen schnuppern. Sie waren immer interessiert und fanden stets gleich Gefallen an dem Baby. Sie waren dabei sehr vorsichtig und süß. Das Ganze endete spätestens dann in echter Liebe, wenn die Babys groß genug waren, um Essen vom Hochstuhl zu werfen! Ich glaube, vieles hat mit der Einstellung der Eltern zu tun. Bei uns war alles sehr ungezwungen und wir gingen immer davon aus, dass unsere Hunde das Baby sofort akzeptieren würden – und genauso war es dann auch. Sie haben niemals irgendwelche Anzeichen auf Eifersucht oder Territorialität gezeigt.

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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