Haustiere Schlagzeilen

Fünf Monate altes Baby stirbt: Salmonellen durch Schildkröten übertragen

Schildkröte im Wasser Le Teich Frankreich

Unfassbar tragisch:

Ein fünf Monate alter Junge stirbt an einer Infektion mit Salmonellen, die vermutlich durch Sumpfschildkröten verursacht wurde. Dies ist einem aktuellen Medienbericht aus England zu entnehmen.

Was genau ist passiert? 

  • Lindsey Wilson, 37 und Tim Lees, 34, fanden ihren Sohn Tyler nicht reagierend in seinem Bettchen vor.
  • Die Untersuchung ergab, dass der kleine Junge an einer Infektion starb, die möglicherweise von Sumpfschildkröten ausgelöst wurde.
  • Die tränenreichen Eltern waren unendlich erleichtert, als der Gerichtsmediziner sie von jeglicher Schuld freisprach, da sie zuvor von der Polizei auf Vernachlässigung untersucht worden waren.

Ein Gerichtsmediziner kam zu dem Ergebnis, dass der kleine Junge an einer tödlichen Salmonellen-Infektion, die möglicherweise von den als „Haustiere“ gehaltenen Sumpfschildkröten eines Familienfreundes verursacht wurden, verstarb.

Die umgehenden Reanimationsversuche der verzweifelten Eltern blieben leider erfolglos, nachdem sie ihren kleinen Sohn bewusstlos in seinem Bettchen vorfanden. Die Familie ging zwei Jahre lang durch die Hölle, weil die Polizei Ermittlungen gegen sie durchführte (wegen Kindsvernachlässigung). Nun wurden sie freigesprochen.

zwei Schildkröten
Eine diesen Wasserschildköten ähnliche Art hat offenabr zu der tödlichen Erkrankung des Jungen geführt.

Tyler starb an einer akuten Salmonellose, vernahm das Gericht, welche möglicherweise durch Sumpfschildkröten verursacht worden waren, die einem Familienfreund gehörten und um die sich Tylers Vater kümmerte. Professor Nigel Klein ( Experte für ansteckende Krankheiten bei Kindern) machte zuvor darauf aufmerksam, dass die Sumpfschildkröten der Auslöser gewesen sein könnten.

Er machte klar, dass Kleinkinder besonders anfällig sind, sich mit Salmonellen zu infizieren und dass Sumpfschildkröten häufig die gefährlichen Bakterien auf ihrer äußeren Haut und auf ihrem Panzer tragen. Der Gewebepathologe für Kinder Dr. Luiz Peres sagte nach der Untersuchung, dass Tyler an einer akuten Salmonellen-Infektion gestorben ist.

Professor Paul Marks gegenüber den verzweifelten Eltern: „Ich würde Ihnen gerne zum Verlust Ihres Sohnes, der Ihre Familie vervollständigt hat, mein Beileid aussprechen. Das war eine herzergreifende Geschichte. Sie haben Ihr Bestes gegeben, um ihn wiederzubeleben und Sie sollten sich selbst überhaupt keine Vorwürfe machen.“

Was sind Salmonellen und warum sind sie derart gefährlich?

Salmonellen sind Bakterien. Sie können bei Tieren und Menschen Darmerkrankungen, sogenannte Salmonellosen, hervorrufen. Insgesamt sind ca. 2.500 verschiedene Typen von Salmonellen bekannt. Die Salmonellose ist nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. In aller Regel erfolgt die Aufnahme der Bakterien durch die Nahrung, sodass die Salmonellose zu den klassischen Lebensmittelinfektionen zu zählen ist (typischerweise durch den Verzehr von salmonellenhaltigen Nahrungsmitteln). Aber auch durch den direkten Kontakt mit Tieren, die Salmonellen in sich tragen und auch ausscheiden, kann eine Übertragung auf den Menschen erfolgen;

Bartagam
Auch die fälschlicherweise als „Anfängerreptil“ geltende Bartagame ist häufig Träger der gefährlichen Salmonellen.

hier sind insbesondere die Reptilien als Infektionsquelle zu nennen. Sie gehören in Deutschland mittlerweile zu den gerngehaltenen Heimtieren; sie sind allerdings zu einem hohen Prozentsatz (zum Teil über 90%) Salmonellenträger und scheiden diese auch aus [Quelle].

Die Landestierschutzbeauftragte von Hessen, Dr. Madeleine Martin, macht in einem Informationsflyer auf die Gefahren, die durch Salmonellen, die von Reptilien, die als tierische Mitbewohner gehalten werden, aufmerksam. Den Flyer kann man HIER bestellen oder downloaden. Darin heißt es:

Eine besondere Infektionsgefährdung liegt dabei bei Säuglingen und Kleinkindern vor. Bei Säuglingen kann eine Darminfektion schnell lebensgefährlich werden!

So geschah es mit dem kleinen Tyler, der nur fünf Monate alt werden durfte. Wir erinnern uns auch an den tragischen Fall aus dem Jahr 2011 in Österreich, als ein 13 Monate altes Kind an einer Salmonelleninfektion starb.

Führende Wissenschaftler warnen vor einer durch Reptilien übertragenden Salmonellose!

An der Universität Leipzig wurde eine Studie veröffentlicht, die den Zusammenhang von Salmonelleninfektionen, die von Reptilien auf Kleinkinder übertragen wurden, aufzeigt. In 15 der 19 überprüften Haushalte konnten die gleichen Krankheitskeime sowohl bei den Tieren als auch Kindern festgestellt werden. Interessant an dieser Studie ist auch, dass diese Salmonellenkeime nicht nur an der Kloake des Tieres, sondern auch auf der Haut oder im Rachen nachgewiesen werden konnten.

Die Leipziger Studie ist nicht die erste, die zu diesem Ergebnis kommt. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich bis zu 90 Prozent der in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien, Salmonellenerreger in sich tragen und somit Infektionsquellen sind. Weitere Hintergründe zur Reptilien-assoziierten Salmonellose sind HIER (aerzteblatt.de) nachzulesen.

Exotenhaltung: Unterschätze Gefahr

Was du tun kannst?

  • Bitte informiere dich selbst und dein Umfeld über die Gefahr, die von als „Haustieren“ gehaltenen Reptilien ausgeht!
  • Eine Zusammenfassung, welche Gefahren noch alles von Reptilien ausgehen, haben wir HIER zusammengefasst.
  • Weitere Infos findest du HIER.
  • Zusätzlich zu der Salmonellen-Problematik leiden Reptilien selbst entsetzlich unter ihrer Gefangenschaft und gehören in die Wildnis, nicht in unsere Wohnzimmer. Warum das so ist, kannst du HIER nachlesen.
  • Unterschreibe JETZT unsere PETITION gegen die Haltung von Reptilien in Privathand!
  • 6 Gründe, niemals eine Schlange zu halten

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen