Haustiere

Ausgemusterte Greyhounds eingesperrt und als Blutquelle missbraucht

erschöpfter Greyhound liegt auf dem Boden

Abegmagerte Windhunde drehen sich im Kreis, springen an Gittern hoch, bellen und jaulen. Einige verstecken sich ängstlich in den alten Chemikalientanks, die ihnen als Unterschlupf dienen. Viele dieser Greyhounds wurden bisher für Hunderennen missbraucht und entsorgt, als sie kein Geld mehr einbrachten.

Eine Firma in Texas namens The Pet Blood Bank schlägt aus dem Blut der Tiere Profit. Die meisten Blutprodukte werden von Patterson Veterinary Supply, Inc. vertrieben – ein Firmenriese mit einem Umsatz von fast 3 Milliarden Dollar im Jahr 2016.

Das alles hat unsere Partnerorganisation PETA US aufgedeckt.

Der entbehrungsreiche Alltag der Greyhounds

Die Mehrheit der Greyhounds lebt allein in unhygienischen, dreckigen Drahtkäfigen ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeit. Ihnen fehlen Auslauf, Freundschaften mit Artgenossen oder die Möglichkeit, sich einer menschlichen Familie anzuschließen. Aus Langeweile und Verzweiflung graben sie Löcher in den Boden. Manche Tiere laufen ständig hin und her, andere drehen sich endlos im Kreis. Wieder andere sind so verängstigt, dass sie sich zusammenkauern und unkontrolliert Urin oder Kot verlieren.

Die Greyhounds entkommen dem öden Zwinger nur, wenn ihnen Blut abgenommen wird. Dies schwächt sie zusätzlich, sodass sie häufig apathisch auf dem dreckigen Boden liegen. Sie sind Schlangen, Mäusen, Flöhen und Zecken in dem offenen Stall schutzlos ausgeliefert.

Das Trinkwasser der Hunde – wo vorhanden – und ihre Ausscheidungen ergeben zusammen einen schaumigen Abwasserschlamm, der zwischen den Zwingern steht. Stehendes Wasser ist der perfekte Nährboden für Stechmücken, die Herzwürmer verbreiten können.

Greyhounds werden in unhygienischen Zwingern gehalten
Die Baracken der Greyhounds als „nicht artgerecht“ zu bezeichnen, ist noch deutlich untertrieben.

Tierärztliche Pflege und Notfallversorgung? Fehlanzeige!

Manche Hunde haben schwere Zahnerkrankungen, die nicht behandelt werden. Dies führt teilweise zu so starken Schmerzen, dass die Hunde kaum noch essen können. Es besteht die Gefahr, dass Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und zu Leber-, Nieren- oder Herzerkrankungen führen.

Anfang 2017 waren die Nägel vieler Hunde so lang, dass sie sich in ihre Pfotenballen bogen und die Zehen auseinanderschoben. Da die Nägel nie regelmäßig gekürzt wurden, humpelten die Hunde ständig.

Die Geschäftsführung ließ nicht einmal schwere Wunden, Infektionen oder Verletzungen tierärztlich behandeln. Stattdessen sprühten Mitarbeiter die Greyhounds mit einem Termitengift ein, das man eigentlich für Bäume und Gebäude verwendet. Die Chemikalie hinterließ Augenreizungen und Blasen auf der Haut der Tiere.

Häufige Blutentnahme, gewaltsamer Umgang

Mit selbstgebauten Fangschlingen greifen die Arbeiter nach den verängstigten Hunden und zerren sie über 20 Meter weit auf einen auf dem Grundstück abgestellten Hänger. Dort wird ihnen Blut entnommen. Vor und nach der Blutentnahme sperrt man sie bis zu drei Stunden lang in enge Boxen– teils in der prallen Sonne, ohne Wasser und mit Maulkorb.

Die Blutprodukte werden dann an Tierkliniken verschickt, die sicher keine Ahnung haben, dass sie Blut von tierquälerischen Massenanlagen beziehen. Denn angeblich stammt das Blut von gesunden, freiwilligen Spendern. The Pet Blood Bank gibt außerdem an, regelmäßige Blutspendeaktionen abzuhalten, bei denen Freiwillige das Blut ihrer Hunde spenden können. Allerdings finden sich auf der Website nirgends die nötigen Kontaktinformationen.

Greyhounds stehen in Transportboxen in der Sonne
Die Greyhounds werden reihenweise wie Ware gelagert.

Eine Gefahr für andere Hunde?

Die Lebensbedingungen in diesem Betrieb sind nicht nur unglaublich tierquälerisch – sie könnten auch all die Hunde in Gefahr bringen, die das Blut erhalten.
Die Empfänger leiden sehr wahrscheinlich unter gesundheitlichen Problemen und befinden sich in einem kritischen Zustand. Angesichts der unhygenischen Bedingungen könnte das Blut der Pet Blood Bank leicht zu einem Infektionsrisiko werden und den Zustand des Patienten verschlechtern statt verbessern.

Helft, dieses Tierleid zu stoppen!

Fordert via Petition von PETA US die Firma Patterson Veterinary Supply auf, Blut nur noch von Hunden zu beziehen, die gut versorgt werden und in einem schönen Zuhause leben. Patterson Companies, Inc. sollte dafür sorgen, dass alle in dem Betrieb gehaltenen Hunde umgehend untersucht, versorgt und gerettet werden. 

Appelliert auch an die Verantwortlichen von The Pet Blood Bank, alle Greyhounds schnellstmöglich in gute Hände abzugeben. Das Unternehmen muss dem Versprechen auf seiner Website folgen: Nie wieder Tiere gefangen halten und Blut nur noch von freiwilligen Spendern gewinnen!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen