Haustiere

Auf der Straße geboren – auf der Straße gestorben

Vielleicht hast auch du schon mal im Urlaub eine heimatlose Katze oder einen Hund auf der Straße gesehen? Leider trifft man in vielen Ländern, wie z.B. Rumänien oder der Türkei, Straßentiere an. Die Regierungen sind mit der Überpopulation so überfordert, dass sie anordnen, die Straßen zu „säubern“. Dies geschieht auf grausame Weise durch Erschießen, Vergiften oder Verbrennen.
Gerade zur Europameisterschaft 2012 in Kiew (Ukraine) wollte die Stadt nach außen hin ein tolles Bild repräsentieren. Doch da passten all die heimatlosen Tiere nicht rein. Deshalb mussten alleine in Kiew jedes Jahr 15.000 bis 20.000 Tiere sterben. Und das nur für ein schönes Stadtbild…

Wunde
Junger Hund mit offener Wunde

Zum Schutz der Straßentiere wurde das Konzept des Neuter & Release entworfen: Die Tiere werden sanft eingefangen, kastriert und medizinisch versorgt. Dann erhalten sie eine Markierung, aufgrund dessen sie nicht mehr getötet werden dürfen. Anschließend werden sie in ihr gewohntes Gebiet entlassen, wo sie weiterhin versorgt werden. So kann die Streuner – Problematik nachhaltig gelöst und all das Leid beendet werden.
Auch ich flog als Teil eines solchen Projektes nach Kiew. Die meiste Zeit war ich in einem Tierheim eingesetzt. Dort sollte der OP – Saal für weitere Kastrationen vorbereitet werden, so dass diese weiterlaufen könnten, auch wenn die mobilen Kliniken nicht mehr vor Ort sein würden.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Moment, wo wir das erste Mal beim Tierheim vorfuhren und ein Rudel freilaufender, wild bellender Hunde hinter dem Auto herlief. Vorsichtig stiegen wir aus, wir wussten immerhin nicht, wie die Tiere auf unsere Ankunft reagieren würden. Doch sie waren erstaunlich freundlich. Bereits wenige Tage später liefen sie schwanzwedelnd hinter dem Auto her und sprangen freudig an uns hoch, sobald wir nur einen Fuß aus der Tür setzten. Was für faszinierende Tiere, wer kann schon ahnen, was sie alles hinter sich haben?

Es erwies sich als sehr schwierig, den Raum OP-tauglich zu bekommen, er war runtergekommen und Hunde lebten in den Schränken. Überall war Kot und Urin. So blieben wir einige Tage im Tierheim und beschäftigten uns auch mit den Hunden, die schnell eine enge Bindung zu uns aufgebaut haben. Von den mehreren Hundert Hunden liefen viele frei herum, so dass wir direkten Kontakt zu ihnen haben konnten. Wir halfen nicht nur bei der Versorgung der Tiere, sondern beschäftigten uns auch mit ihnen.
Wir sammelten viele Eindrücke: Abgemagerte Hunde, offene Wunden, Knochenbrüche, Narben… Es bestehen nicht die Mittel, all die Tiere medizinisch zu behandeln und mit entsprechender Nahrung zu füttern. Ein paar Tiere waren so ängstlich, dass es für sie ein riesen Fortschritt war, wenn sie nach einigen Tagen die Hand für den Bruchteil einer Sekunde abgeleckt haben. Bei manchen konnte man die Trauer und die Angst in den Augen sehen.
Andere wiederum waren aufgeschlossen, verspielt, verschmust. Ein kleiner Rüde war verrückt nach seinem bunten Ball und schien es nicht fassen zu können, dass dieser tatsächlich mal für ihn geworfen wird. Einem Bobtail wurde von einer Freiwilligen sein komplett verfilztes Fell geschnitten, andere schmissen sich sofort auf den Rücken, damit man ihnen den Bauch kraulen konnte.
Es war schön zu sehen, dass man den Hunden mit so wenig so viel geben konnte. Ein wenig Abwechslung, Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.

Gitter
Ein trauriger Anblick

Wir mussten aber mitbekommen, wie ein Kätzchen und ein Welpe starben. Auch habe ich noch das Bild einer Hündin mit entzündeten Augen und kupierten Ohren vor Augen. Sie war trotzdem ein bildschönes Tier und eine liebevolle Mutter. Leider hat sie mehr als die Hälfte ihrer Jungen verloren.
Es fiel uns sehr schwer, all die Hunde zurückzulassen, in dem Wissen, dass keiner mehr mit ihnen spazieren gehen wird, sie nicht mehr gestreichelt werden, keiner mehr einen Ball wirft. Vor Allem, wenn man bedenkt, dass die Chancen ein Heim zu finden, praktisch gleich Null sind.
Ich erinnere mich an viel Leid. Und ich erinnere mich auch an viele tolle Hunde, die trotz des Schicksals, das sie ereilt hat, dem Menschen gegenüber aufgeschlossen und freundlich geblieben sind. Doch kein Tier dieser Welt hat so etwas verdient! Kein Tier sollte auf der Straße geboren werden, um dort von einem Hundefänger getötet zu werden. Kein Tier sollte mit offenen Wunden und Knochenbrüchen leben müssen. Kein Tier sollte Hunger leiden.

Du willst dich gegen das Töten der Straßentiere aussprechen? Dann unterschreibe hier eine Petition.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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