Alter, blinder und tauber Dackel sich selbst überlassen
Haustiere

Alter, blinder und tauber Dackel sich selbst überlassen

Täglich bekommen wir viele Whistleblower-Meldungen rein. Die gemeldeten Missstände betreffen so ziemlich jede Tierart an jedem Ort dieser Welt. Natürlich wollen wir allen Tieren so gut wie es geht helfen. Doch leider ist das nicht möglich. Dieser Fall eines kleinen, alten und einsam gestorbenen Dackels ist ein Beispiel dafür. Aber er hätte verhindert werden können.

Fälle, die ans Herz gehen

Nun arbeite ich seit fast 9 Jahren bei PETA und doch gibt es immer wieder Fälle, die mein Herz ganz besonders berühren. So wie folgender Fall, der uns vor einigen Tagen erreichte:

Ein älterer Herr ist im Mai 2017 gestorben. Zurück blieb sein knapp 17-jähriger Rauhaardackel. Von Whistleblowern wurde uns nun berichtet, dass seit dem Versterben des Herrchens eine Dame nach dem Hund schauen sollte. Versorgung konnte man das nicht nennen. Der Dackel wurde von ihr ganz alleine in der Wohnung zurückgelassen . Vermutlich kam sie hin und wieder vorbei und stellte dem kleinen, alten Hund Futter in den Garten und sperrte ihn wenige Minuten später wieder allein in die Wohnung. Schlimm genug, dass der arme alte Kerl ganz allein auf sich gestellt war. Es stellte sich heraus, dass er auch blind und taub war. Generell ging es ihm gesundheitlich nicht gut.

alte Hunde brauchen besondere Pflege

Ein Rettungsversuch des Dackels

Von Herbst 2017 bis vor wenigen Tagen wurde das Dackelchen von den Whistleblowern nicht mehr gesichtet. Man ging davon aus, dass er gestorben war. Bis die ungläubigen Melder ihn jetzt im März wieder im Garten gesehen haben. Er war abgemagert und humpelte. Darauf angesprochen reagierte die Dame, die für seine Versorgung zuständig war, sehr gleichgültig. Das Tier war ihr wohl eine Last.

Zusammen mit einer befreundeten Tierschützerin beschlossen wir umgehend den Hund dort herauszuholen. Ein guter Platz war organisiert. Er hätte dort Liebe und Zuneigung bekommen. Ein warmes Körbchen und regelmäßige kleine Ausflüge. Er hätte Vertrauen fassen können und mit anderen Hunden Kontakt haben. Er hätte sich nie mehr einsam fühlen müssen…

Ein trauriges Ende für einen kleinen Dackel

Dann traf das ein, was den Fall besonders tragisch macht. Der Hund wurde einen Tag, bevor wir handeln konnten, vom Veterinäramt eingeschläfert und somit von seinem Leiden und seiner Einsamkeit erlöst. Das Erlösen möchte ich nicht kritisieren. Es hat mich aber zutiefst betroffen gemacht, dass dieser alte, kleine Kerl einsam und ungeliebt gestorben ist, ohne vorher nochmal Zuneigung und Sicherheit zu erfahren.

Unsere Rechtsabteilung prüft momentan eine Strafanzeige.

Deshalb unsere Bitte:

Schaut nicht weg wenn Ihr Tierquälerei beobachtet!
Bleibt hartnäckig dran und schaltet die Behörden ein!
Sucht das Gespräch mit dem Tierhalter!

Über den Autor

Jenny

arbeitet seit 2009 bei PETA und bearbeitet alle Fälle von Tierquälerei die eingehen.

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