Haustiere

Abschied nehmen

Hallo!

Ein paar von euch erinnern sich vielleicht noch an mich. Mein Frauchen hatte vor einiger Zeit schon mal von mir berichtet. Ich bin Sandro, ein fast 17 Jahre alter Schäferhund aus Spanien. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich an einer kurzen Kette verbracht. Doch ich hatte großes Glück und durfte noch ein paar Jahre in einem richtigen Zuhause verbringen.

Letztes Jahr im November ist etwas seltsames mit mir passiert. Morgens ging es mir wie immer. Ich war gut drauf, habe mich auf mein Essen gestürzt und bin Gassi gegangen. Irgendwann um die Mittagszeit merkte ich, dass irgendetwas anders war als sonst. Mir war etwas schwindelig und irgendwie wollten mir meine Füße nicht mehr so gehorchen. Ich schwankte durch die Wohnung und polterte immer wieder gegen Wand und Türrahmen. Mein Frauchen ging gleich mit mir zum Tierarzt. Dort stellte die Tierärztin fest, dass ich wohl einen Schlaganfall hatte. Ich bekam Medikamente und eine Spritze und durfte wieder nach Hause gehen.

Ich hatte keine Schmerzen, doch der Schwindel war sehr schlimm für mich. Im Laufe des Abends wurde es sogar schlimmer. Ich konnte fast gar nicht mehr laufen, fiel immer wieder um und tat mir weh, wenn ich gegen die Wand geprallt bin. Mein Frauchen saß die ganze Nacht bei mir und half mir, wenn ich aufstehen wollte. Essen wollte ich nicht mehr und ich war sehr verwirrt, weil ich nicht begriff, was mit mir geschah. Frauchen weinte fast die ganze Nacht. Ich verstand nicht warum, morgen geht’s mir bestimmt besser, dachte ich.

Am nächsten Tag hatte sich nichts verändert. Mein Frauchen brachte mich wieder zum Tierarzt. Komisch, sonst hatte ich immer große Angst vor Tierarztbesuchen, diesmal war ich ganz ruhig. Ich legte mich ins Wartezimmer bis die Tierärztin zu uns kam. Frauchen redete kurz mit ihr, dann gingen wir in das Behandlungszimmer. Ich wurde auf den Tisch gehoben und bekam einen riesigen Berg Leckerlies vor die Nase gelegt – super fand ich das. Komisch fand ich nur, dass Frauchen so sehr geweint hatte. Ist doch alles in Ordnung, wunderte ich mich. Vor lauter Leckerlies bemerkte ich die Spritze gar nicht, die die Tierärztin mir gab. Plötzlich wurde ich sehr, sehr müde. Mit einem Leckerli im Mund schlief ich ein – für immer.

Auf einmal betrachtete ich die Situation von oben. Ich blickte herab und sah mich selbst auf dem Tisch liegen; Drumherum mein weinendes Frauchen, die weinende Freundin und die Tierärztin. Ich dachte: hey, hört auf, mir geht es gut! Es ist o.k., lasst mich gehen.

Jetzt warte ich im Hundehimmel auf mein Frauchen und meine Hundefreunde!

Euer Sandro

… manchmal ist es einfach an der Zeit, unsere Begleiter gehen zu lassen. Habt auch ihr schon einmal so etwas erlebt? Oder wart ihr vielleicht sogar unsicher, wann der „richtige Zeitpunkt“ gekommen ist?

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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