Wieso vegane KITAs kein Problem darstellen
Ernährung

Wieso vegane KITAs kein Problem darstellen

Kinder essen Wassermelone am Weltkindertag
© iStock.com / Judy Barranco

Die Presseberichte über die erste vegane Kita, die in Frankfurt bald eröffnen soll, reißen zurzeit gar nicht mehr ab. Alle Welt diskutiert, wieso, weshalb, warum und ob vegane Kitas sinnvoll ist und alle scheinen sich Sorgen zu machen. Doch wieso? Und wieso macht sich dabei anscheinend niemand um die Versorgung anderer Kinder in Kitas Sorgen? Essen kann in anderen Kitas schließlich oft nicht frisch gekocht werden – empfindliche Vitamine Ade. Verarbeitetes Fleisch – war da nicht was mit krebserregend – steht da durchaus auch auf dem Speiseplan. Also, wieso die ganze Aufregung um eine Kita, die sich von einer Ökotrophologin beraten lässt und Kindern Mitgefühl vermitteln will?

Raten Experten wirklich von einer veganen Ernährung von Kindern ab?

In mehreren Artikeln über die vegane Kita war zu lesen, dass Experten von einer veganen Ernährung von Kindern abraten würden. Sieht man sich allerdings die sogenannten Positionspapiere großer Ernährungsgesellschaften mal an, sieht das ganz anders aus.

So heißt es bei der Academy of Nutrition and Dietetics:

„Die Academy of Nutrition and Dietetics vertritt die Position, dass angemessen geplante vegetarische, inklusive der veganen, Ernährungsweisen gesund und ernährungstechnisch angemessen sind sowie gesundheitliche Vorteile für die Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten bieten können. Diese Ernährungsweisen sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, frühe und spätere Kindheit, Adoleszenz, ältere Menschen und für Sportler.“

Auch bei der British Dietetic Association, beim National Health and Medical Research Council der australischen Regierung und der Canadian Paediatric Society klingt es ähnlich.

Und wie sieht es bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aus?

Die DGE ist da zwar vorsichtiger, aber von „abraten“ ist in ihrem Positionspapier auch nicht die Rede. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre frühere Ablehnung einer veganen Ernährung für Schwangere, Stillende und Kinder nämlich geändert. Empfehlen wollen sie es zwar noch nicht, aber bei dem Thema sind sie eh immer sehr zurückhaltend. Schaut man sich das Papier der DGE genauer an, dann gibt es sogar Tipps, wie Eltern ihre Kinder vegan gut versorgen können. (Welche gesundheitlichen Vorteile eine vegane Ernährung haben kann, kommt übrigens auch drin vor.) Niemand rät hier also von etwas ab.

Eine vegane Ernährung sollte ausgewogen sein – das bestreitet niemand – aber eine Mischkost doch auch. Manche Nährstoffe können bei veganer Ernährung kritisch werden, aber bei Mischkost ebenfalls. Wer macht sich um Folsäure und Vitamin C Sorgen, wenn die Gemüseportionen in Kitas klein ausfallen oder nicht frisch zubereitet werden? Wer beschwert sich, wenn es Fleischkäse und Wurst gibt, die voller Salz und gesättigter Fettsäuren sind und mit einer Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht werden?

Womit sind Kinder gut versorgt?

Jeder Mensch braucht bestimmte Nährstoffe, aber nicht bestimmte Lebensmittel. Auch in den „DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder“ geht es letztendlich darum, dass ein Teil des Nährstoffbedarfs der Kinder in der Kita gedeckt wird. Das ist vegan möglich.

Während sich nur wenige Kitas ans diese Standards halten, will die vegane Kita sogar mit einer Ökotrophologin und einem extra geschulten Koch zusammenarbeiten. Das ist doch super, da sollten sich andere Kitas dran orientieren. Gut essen, will schließlich gelernt sein.

Was ist falsch daran, wenn Eltern Ihren Kindern Werte mit auf den Weg geben?

Eine der größten Sorgen von Kritikern scheint die Bevormundung der Kinder zu sein, wenn sie sich vegan ernähren oder keine Zoos besuchen. Ich bin zwar nicht vegan aufgewachsen, aber wo wir eingekauft haben und was es zu essen gab oder zumindest woraus ich wählen durfte, entschieden meist meine Eltern. Und wenn alle mal ehrlich sind, ist das bei den meisten Familien so.

Welche Eltern klären ihre Kinder darüber auf, wie Wurst entsteht oder das Schweine sich nicht wirklich vom Familienhund unterscheiden. Welche Eltern lassen ihr Kind dann frei entscheiden. Auch Zoobesuche werden eher selten demokratisch im Kindergarten abgestimmt, nachdem den Kindern gezeigt wurde, wie Tiere dort leiden. Es gibt einfach einen Ausflug.

Die meisten Eltern möchten Ihren Kindern Werte mit auf den Weg geben. Nimm anderen nicht etwas weg, was dir nicht gehört. Tu niemand anderem weh. Sperr niemanden ohne Grund ein. Manche Menschen vermitteln Ihren Kindern, dass dies auch für Tiere gilt und zwar für alle. Sie zeigen ihren Kindern, dass man Tiere nicht töten oder von ihren Müttern wegnehmen muss, um ein leckeres Frühstück zu haben. Sie zeigen ihren Kindern, dass man Tiere nicht in Zoos einsperren oder für Kunststücke quälen muss, um bei Ausflügen Spaß zu haben. Das hat nichts mit Bevormundung zu tun, das nennt sich Vermittlung von Mitgefühl. 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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