Ernährung

Wiesenhof präsentiert vegane Produkte

Die internationale Fachmesse für Gastronomie, die Internorga 2015, hat eines gezeigt: Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es einen wachsenden Markt für vegane Produkte gibt. Es gab alles von veganen Getränken über Eis bis zu veganen Foodtrucks. Darunter Firmen, die sich von Anfang an mit der Entwicklung von veganen Produkten beschäftigt haben und auch generell eine ethische Firmenpolitik betreiben. Und dann gab es da noch „Paul´s Veggie“, die vegane Snackmarke von Wiesenhof, die drei rein-pflanzliche „Hähnchen“-Alternativen vorgestellt hat.

Wird Wiesenhof jetzt vegan?

PETA hat in den letzten Jahren mehrfach durch Undercover-Recherchen die alarmierenden Zustände in Puten-, Hühner- und Entenfarmen von Wiesenhof aufgedeckt. Die Wiesenhof-Skandale von 2010, 2011 und 2012 zeigten, dass Wiesenhof, wie kaum ein anderes Unternehmen, für Massentierhaltung und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gestanden hat. In einem Dialog zwischen den Vorständen von PETA Deutschland e.V. und dem Wiesenhof-Konzern 2012 betonte PETA, dass die Zukunft vegan sei – im Sinne der Tiere, der Umwelt, des Klimas und der Menschen selbst. Offensichtlich sehen dies die Verantwortlichen von Wiesenhof mittlerweile ebenso.

Entwickelt also ein Konzern, der mit Tierqualprodukten Geld verdient und immer gerne mit bekannten Personen riesige Werbekampagnen dafür macht (siehe neustes Beispiel Atze Schröder), nun tatsächlich tierleidfreie Produkte? Alle drei Produkte sind komplett frei von tierischen Zutaten und basieren auf Weizenproteinen und Gemüse und sind für den Großhandel und die Systemgastronomie konzipiert. Hat PETAs Kampagne gegen Wiesenhof also Wirkung gezeigt? Zumindest hat das Unternehmen offensichtlich erkannt, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich gegen tierische Produkte und für die Vielfalt der veganen Küche interessieren.

Produkte kaufen oder nicht?

Wir begrüßen, dass der Markt an veganen Produkten wächst. Gerade für Großküchen ist es immer noch schwer, vegane Produkte in praktischer Form und in Großgebinden zu erhalten. Es gibt nur wenige Unternehmen, die Großgebinde anbieten, so wie der Progress-Award-Gewinner 2013 Wilmersburger Käse.

Wenn ein Unternehmen wie Wiesenhof in den Markt veganer Produkte einsteigt, kann das eine wichtige Signalwirkung für andere Lebensmittelunternehmen haben, die „vegan“ vielleicht bisher nur für einen Trend hielten. Wer weiß schon, wer als nächstes deswegen vegane Produkte anbietet. Je leichter es zudem wird, vegane Lebensmittel zu erhalten, um so mehr werden auch regelmäßig zu diesen Produkten greifen.

Ob man Fleischalternativen mag oder nicht, grundsätzlich nur frisch kocht oder ab und zu auch zu Fertigprodukten greift oder unterwegs zu einem „ungesunden“ Snack. Das Interesse an fleischloser Ernährung wächst und es ist schön, wenn Menschen auch in der Gastronomie die Entscheidung für die tierleidfreie Ernährung so oft wie möglich treffen. Jeder kann selbst mit seinem eigenen Einkaufsverhalten für mehr Nachhaltigkeit und Tierrechte einstehen. Ob man dafür Wiesenhofs Paul´s Veggie Produkte kaufen möchte, muss jeder selbst entscheiden.

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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