Ernährung

Welthungerindex 2014: Was jeder von uns tun kann

Am 13. Oktober ist der Welthungerindex 2014 veröffentlicht worden. Dieser Bericht wird mittlerweile jährlich von der Welthungerhilfe, dem Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) und der irischen Nichtregierungsorganisation Concern Worldwide erstellt. Der Welthungerindex zeigt die Entwicklung der Hungersituation auf globaler, regionaler und nationaler Ebene auf und untersucht die Gründe für negative und positive Entwicklungen.

Am Tag zuvor hatte Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Fernsehansprache die Woche der Welthungerhilfe eröffnet. Diese läuft im Jahr 2014 unter dem Motto „Die Welt isSt nicht gerecht! Ändern wir’s!“.

WHI Poster
Welthunger-Index 2014, © Welthungerhilfe

Kann also jeder von uns etwas dagegen tun?

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte Ende September beim Treffen der EU-Agrarminister/innen in Mailand zum Thema Ernährungssicherung betont, dass „die Sicherung einer angemessenen Ernährung für alle Menschen die globale Herausforderung ist und bleibt.“

Denn schließlich sind die Zahlen, die ermittelt wurden, erschreckend. Zwar haben sich in den letzten 24 Jahren die Werte im Welthungerindex verbessert, doch noch immer leiden 805 Millionen Menschen Hunger (sprich sie nehmen weniger als 1800 kcal zu sich). Hinzukommen weitere 2 Milliarden Menschen, die am sogenannten verborgenen Hunger (sprich Mangel an Mikronährstoffen) leiden.

Dieser Mangel an Mikronährstoffen, also an lebenswichtigen Vitaminen und Spurenelementen, führt vor allem bei Kindern in den ersten drei Lebensjahren zu dauerhaften Schäden. Dies beeinträchtigt sie ein Leben lang und sorgt für einen Armutskreislauf aus Krankheit, sinkender Produktivität oder Arbeitslosigkeit und Hunger. Er kann die kann die gesamte sozioökonomische Entwicklung in einem betroffenen Ländern hemmen.

So schlimm die Situation auch ist, so scheinen das Ganze doch oft so weit weg und die Zahlen auch oft so groß, dass man sich ohnmächtig vorkommt. Denn was können wir schon tun, wenn es die Politik nicht schafft etwas zu ändern. Dabei kann jeder tatsächlich hier jeden Tag bei jeder Mahlzeit und jedem Snack etwas tun. Man muss nur den Zusammenhang erkennen.

Was wir jeden Tag essen, hat tatsächlich Einfluss auf die Welthungersituation. Das wird nur leider allzu gern vergessen. Dabei zeigt eine Studie der Universitäten von Minnesota, Harvard und Bonn deutlich auf, was wir durch eine Ernährungsumstellung hin zu einer veganen Ernährung erreichen könnten.

So heißt es in den Ergebnissen der Studie: Auch wenn Pflanzen, die als Futtermittel verwendet werden, letztendlich Lebensmittel in Form von Fleisch und Milchprodukten erzeugen, tuen sie dies doch mit einem beträchtlichen Verlust an kalorischer Effizienz. Wenn der gegenwärtige Pflanzenbau, der für Tierfutter […] verwendet wird, gezielt für den direkten Verzehr eingesetzt werden würde, könnten ~ 70% mehr Kalorien zur Verfügung stehen.

Dies würde potenziell genug Kalorien bereitstellen, um die Grundbedürfnisse von zusätzlich  4 Milliarden Menschen zu decken.

Zusatzinfo: Die Wissenschaftler wollten mit dieser Studie die Punkte mit großer Hebelwirkung ermitteln, an denen Interventionen eine große globale Wirkung hätten, u.a. auch wie man Lebensmittel aus dem, was schon angebaut wird, effizienter gewinnen kann. Für alle, die sich nicht durch die ganze Studie kämpfen wollen, Stefan Siebert, Co-Autor der Studie, hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen wichtige Punkte noch mal erläutert.

Die Welthungerhilfe selber fordert auf ihrer Seite, dass „Strategien gegen den verborgenen Hunger in Entwicklungsprogramme und auf die internationale Agenda gehören“. Wollen wir hoffen, dass der Schritt zu einer veganen Ernährung dabei nicht unbeachtet bleibt. Die Zahlen sprechen schließlich dafür. Wie die Umstellung leicht geht, erfahrt ihr in unserem kostenlosen, unverbindlichen VeganStart-Programm. Ändern wir etwas!

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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