Ernährung

Warum musste diese Kuh sterben?

Diese Woche ereignete sich in Tann bei Rhön eine tragische Geschichte – ohne Happy End. Ein „Viehhändler“ brachte eine Kuh zu einer nahegelegenen Schlachterei. Dort sollte sie nun getötet werden. Beim Entladen gelang es der achtjährigen Kuhdame aber zu entkommen. Dabei verletzte sie den Fahrer des Transporters leicht. Kurze Zeit später griff sie einen Mann an, der eine Motorsäge in der Hand hielt, und dieser verletzte sich beim Sturz leider schwerer. Sie kam erst zur Ruhe als sie sich einer Kuhherde eines Aussiedlerhofes anschloss, die gerade auf der Weide stand. Leider wurde die Kuh, die dem Tod beim Schlachter gerade noch entkommen konnte, später vom zuständigen Jadgpächter erschossen. Warum musste diese Kuh sterben?

Diese Kuh musste sterben, weil sie für den Landwirt keinen finanziellen Nutzen mehr darstellte. Sie wurde mit gerade mal acht Jahren „aussortiert“ und sollte „entsorgt“ werden wie ein Gegenstand, für den man auf dem „Schrottplatz“ (hier Metzger) noch ein paar Euro bekommt. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh beträgt dagegen über 20 Jahre und auf verschiedenen Lebenshöfen oder im Kuhaltersheim kann man erleben, wie freundlich diese sanften Tiere dem Menschen gegenüber sind.

Diese Kuh wurde gehalten, weil der Mensch die Milch ihrer Kälber trinken möchte. Sie musste sterben, weil ihre Leistung irgendwann nachlässt, weil die hohe Milchleistung oder die nicht artgerechte Haltung irgendwann körperliche Leiden, wie Klauenprobleme, Euterentzündungen, Fruchtbarkeitsstörungen oder dergleichen mit sich ziehen. Dann wird die Kuh für den Landwirt unwirtschaftlich und sie wird getötet – im Schnitt werden sogenannte Milchkühe nur vier bis fünf Jahre.

Diese Kuh tat, was jedes Lebewesen in Todesangst tun würde – fliehen, egal um welchen Preis. Und dieses Tier kam erst zur Ruhe, als sie bei Artgenossen auf der Wiese stand.

Weil sie leben wollte, wurde ihr ihr Leben genommen.

Lebewesen statt Lebensmittel: www. veganstart.de

 

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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