Ernährung

Warum ist Honig nicht vegan?

Das Thema Honig polarisiert nicht nur unter Veganern, wie unser Feature „8 Gründe, die verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist“ zeigt.

Einige Imker haben uns daraufhin Mails geschrieben, dass sie sich und ihren Berufsstand bzw. ihr Hobby beleidigt und falsch dargestellt fühlen. Als Grund geben sie an, dass sie ihre Bienen nicht so behandeln, wie wir es in diesen acht Gründen beschrieben haben.
Das mag auch zum Teil stimmen – denn circa 80 % des Honigs, den wir in Deutschland kaufen können, stammt überhaupt nicht aus Deutschland. Und auf diese treffen zum Beispiel das Flügelkürzen der Königinnen, und das Töten von Völkern aus wirtschaftlichen Interessen etc. zu.

Auch entspricht es der Wahrheit, dass nicht alleine der Honigkonsum am weltweiten Bienensterben schuld ist. Jedoch wäre es in unseren Augen, neben dem Verbot einiger Pestizide, genauso wichtig die Population von Wildbienen zu fördern, anstatt gezüchtete, träge Bienenvölker zu halten, die viel anfälliger für die Varroamilbe sind.

Ich kann zum Teil nachvollziehen, dass sich nun einige Imker im Land ungerecht behandelt fühlen. Jedoch ist es unsere Aufgabe als Tierrechtsverein über Ungerechtigkeiten in jedem Bereich, in dem Tiere vom Menschen benutzt werden, aufmerksam zu machen. Jeder kann sich danach selbst entscheiden, was er unterstützen möchte und was nicht. Und wie oben schon beschrieben: Der meiste Honig stammt aus dem Ausland und dort sind große Tierhaltungen, die genau wie bei Fleisch, Milch und Eiern, rein wirtschaftliche Interessen verfolgen, die Realität.

Eins ist jedoch Fakt: Wir brauchen keinen Honig um zu leben. Für die Biene jedoch stellt er ihre Nahrung dar, die sie sich hart erarbeitet haben. Deshalb: lieber Bienenhüter statt Imker.

Zum Thema Umweltschutz und Bestäubung von Pflanzen: Ja, es ist wichtig, dass der Mensch sich weiter um die Erhöhung und Stabilisation der Bienenpopulation kümmert und gerade verantwortungsbewusste Hobby-Imker sind jetzt gefragt. Denn wie wäre es, wenn das Hobby Imkerei, an dem meist nicht viel oder gar nichts verdient wird, weitergeführt wird, aber ohne den Bienen ihren Honig zu nehmen?

Es gibt viele tolle Möglichkeiten Bienen im eigenen Garten oder auf dem freien Feld Unterkünfte zu bieten, diese zu pflegen und sich um die Gesundheit dieser wichtigen Tiere zu kümmern. Aber dazu muss man ihnen nicht den Honig nehmen.

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Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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