Ernährung

Verbrauchertäuschung: Eier aus Freiland- und Biohaltung

Die Beleidigung „Du dummes Huhn“ sollte man ganz schnell vergessen und stattdessen „Du Huhn“ als Kompliment oder Synonym für besonders schlaue Menschen verwenden. Denn: Hühner verfügen über kognitive Fähigkeiten, ein ausgeprägtes Sozialverhalten, Empathie und vieles mehr. Immer mehr Menschen essen deshalb kein Hühnerfleisch und greifen beim Eierkauf zu Freiland- (Ei-Nummer 1) oder Bioeiern (Ei-Nummer 0).

Kommen Freilandeier tatsächlich von glücklichen Hühnern auf grünen Wiesen?

Die Realität zeigt ganz klar: Nein! Denn oftmals sind die Ausläufe alles andere als hühnergerecht, weshalb sich viele der vorsichtigen Vögel nicht weit weg vom Stall trauen oder sogar überhaupt nicht aus diesem heraus. Das liegt daran, dass Hühner von Natur aus Angst vor Greifvögeln oder anderen möglichen Gefahren aus der Luft haben. Eine große grüne Wiese alleine reicht also nicht aus ein Huhn glücklich zu machen! Die meisten Hühnerhalter machen sich jedoch oftmals nicht die Mühe große Büsche oder andere Versteckmöglichkeiten für ihre Tiere zu pflanzen. Somit verbringen viele der „Freiland“- oder „Biohühner“ ihr Leben ähnlich wie ihre Leidensgenossen in der Bodenhaltung im engen Stall. Die hübschen Bilder auf den Eierkartons sind demnach reine Verbrauchertäuschung.

Und warum? Es geht mal wieder nur ums Geld und um möglichst wenig Arbeitsaufwand. Denn wahrscheinlich gefällt es den Hühnern draußen so gut, dass sie dort vielleicht sogar schlafen oder Nester bauen wollen? Das wäre natürlich nicht zum Vorteil des Landwirts, der die Tiere nur hält um mit den Eiern Geld zu verdienen.

Weitere Gründe, die für rein pflanzliche Ei-Alternativen sprechen

Egal aus welcher Haltungsform die Küken stammen – sie kommen von gequälten Elterntieren, schlüpfen anonym in riesigen Brütereien und werden auf Fließbändern ihrem Geschlecht nach sortiert. Während die männlichen Küken lebendig geschreddert oder vergast werden, weil sie keine Eier legen und somit für die Industrie wertlos sind, wird den meisten weiblichen Tieren die empfindliche Schnabelspitze abgetrennt. Viele der zukünftigen Legehennen überleben den anschließenden Transport in die verschiedenen Legebetriebe nicht. Keine Henne darf jemals eines ihrer Eier ausbrüten. Auf Grund von Überzüchtung werden die Tiere krank (heutige „Legeleistung“ einer Henne liegt bei über 300 Eier im Jahr, ursprünglich sind es 30). Und wenn sie nicht schon in den Legebetrieben sterben, dann werden sie nach gut einem Jahr im Schlachthaus getötet, da ihre Legeleistung nachlässt und „neue“ Hühner rücken nach.

Das alles gilt auch für Eier aus Biohaltung. Denn die Biohaltung ist ebenfalls eine intensive Form der Landwirtschaft, bei der in einem Stall bis zu 3000 (!) Hennen in einer Gruppe gehalten werden dürfen. Normalerweise fühlt sich ein Huhn in einer Gruppe von bis zu 20 Tieren wohl.

Was könnt ihr tun?

Greift einfach zu den vielen, qualitativ hochwertigen Ei-Alternativen und meldet euch für den Umstieg in ein veganes Leben unter www.veganstart.de an. Dort erhaltet ihr kostenlos und unverbindlich Tipps und Rezepte per Mail zugeschickt.

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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