Ernährung

Veggie-Day? Für Kids kein Problem!

Der Aufschrei war groß und ist immer noch nicht verhallt: Die Grünen wollen den Veggie-Day einführen und alle öffentlichen Kantinen mit einem vegetarischen Tag in der Woche bereichern. Sowas aber auch! Von „Vorschreiben“, „Bevormundung“ und „Aufzwingen“ ist die Rede, jede und jeder gibt seinen Senf dazu, sogar Frau Merkel: Sie sieht in dem Vorstoß der Grünen eine Entmündigung der Bürger. Hysterie überall, Fakten kaum wo. Hie und da fühlen sich Leute in ihren Rechten eingeschränkt und ignorieren ihrerseits, wie fundamental gerade sie selbst die Rechte anderer Lebewesen durch ihre Beschränktheit mit Füßen treten. Die eigene Freiheit hört da auf, wo sie einen anderen in seiner Freiheit einschränkt. Das gilt auch für Tiere. Die Aufregung ist ohnehin recht inhaltlos, Merkel & Co. spannen sich das Thema vor den Wahlkampfwagen und ignorieren gekonnt, dass der Veggie-Tag vielerorts längst etabliert ist, der Trend längst gen Gewohnheit schreitet. Ganz vorne mit dabei: Die Jüngsten, die Jugend!

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Bild: Sylvia Kolinski

Schulen und Jugendeinrichtungen gehen mit gutem Besipiel voran und lassen die unsinnige Debatte weit hinter sich. In Ulm besipielsweise werden jede Woche regelmäßig pflanzliche Gerichte angeboten, der Veggie-Day hat längst Einzug gehalten. Die Waldorfschule an der Römerstraße schickt ihre Kids zum veganen Kochkurs, sogar die erst skeptischen Jungs kommen auf den Geschmack und missen nichts. Die Freie Schule Leipzig legt nach und startet eine eigene „Vegane Projektwoche„: Gezeigt wird, wie mit Löffel und Gabel der Klimawandel aufgehalten werden kann. Das Resultat: Eine Materialsammlung, die anderen Klassen und Initiativen helfen soll, ebenfalls solche Projekte zu realisieren. Auch Leverkusen hat so eine Projektwoche: Einen Veggie-Tag? Die Grundschule an der Herzogstraße macht gleich fünf Tage daraus, die Kinder bekommen von ihren Eltern nur pflanzliche Pausenbrote mitgegeben. Unreflektierte Aufschreie, wie von Merkel & Co., sind nicht zu hören, vielmehr sogar vorbildliche Einsicht, wenn die Grundschülerin Ronja erklärt: „Es müssten keinen Menschen hungern, wenn wir Pflanzen direkt essen und sie nicht an die Tiere verfüttern würden, um dann Fleisch zu essen.“

Auch in Greven gibt es Vorreiter: Die Ferienkisten-Aktion „fairkocht!“ zaubert mit den begeisterten Kids vegane Gerichte und erklärt die Zusammenhänge ohne erhobenen Zeigefinger. Stockach braucht keinen Veggie-Tag, sie haben schon lange zwei davon und zwar im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf. Auch in Nordhausen schlemmen die Kids pflanzlich: Im Club Caritas – eine Jugend- und Freizeiteinrichtung – kocht man gemeinsam allerlei Leckereien, ganz ohne Tierleid. In Eschweiler ist der Veggie-Tag längst eine Selbstverständlichkeit für die Kleinen: Städtische Kindergärten und Schulen servieren mindesten an zwei Tagen der Woche ausschließlich tierleidfreie Speisen, zudem gibt es täglich ein vegetarisches Gericht als Option. Oberhausen zieht nach und startet eine extra Initiative für einen Veggie-Day pro Woche, vorerst an Schulen und an Kitas, sind doch die Jüngsten unsere Zukunft.

Warum also das ganze Gejammer? Jeder zweite Deutsche begrüßt den Veggie-Day, die Kinder machen es vor, immer mehr Deutsche Städte reagieren und stocken ihr Angebot auf. Die Forderung der Grünen ist nicht neu, drei Jahre unbeachtet avancierte sie jetzt zum Wahlkampfschlager, ließ Themen wie Überwachung und NSA-Skandal links liegen. Und dabei is(s)t die Zukunft längst pflanzlich: Unsere Kinder. Frei von Vorurteielen und erstaunlich überdacht stehen die Kleinen dem Thema gegenüber, davon können wir Großen uns einiges abschauen! Vielleicht hat Erich Kästner (übrigens ein Veggie) ja Recht, wenn er schreibt: „Daß wir wieder werden wie die Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten suchen, daß die Kinder werden wie wir.“


Für Tipps, wie man die eigene Schulmensa „veganisiert“, hier lang! Infos zur veganen Ernährung bei Kindern gibt es hier und hier. Unterrichtsmaterialien für alle Lehrkräfte, rund um die Themen Veganismus und Tierrechte, können diese sich kostenlos hier herunterladen oder bestellen. Oder einfach in unserer extra für Pädagogen gegründeten facebook-Gruppe vorbeischauen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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