„Veganer sind doch nicht normal!“ – 10 Jahre veganes Leben, ein Erfahrungsbericht
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„Veganer sind doch nicht normal!“ – 10 Jahre veganes Leben, ein Erfahrungsbericht

„Diese Veganer sind doch nicht normal!“ – so habe ich vor rund 12 Jahren auch gedacht. Zu dem Zeitpunkt war ich aufgrund der BSE-Krise schon ein paar Jahre Vegetarier. Der Zusammenhang zwischen Fleisch und einem getöteten Tier war für mich offensichtlich. Dass Milch und Eier auch zu Tierleid und getöteten Tieren führen, war mir noch nicht bewusst.

Wie ich vegan wurde

Schon damals gab es Sprüche wie „woran erkennt man einen Vegetarier? – Er erzählt es dir!“ Alles ein alter Schuh. Auch auf einer Geburtstagsfeier: Gespräche wurden nur darüber geführt, warum das Buffet rein vegetarisch war. („Woran erkennt man den Fleischesser? – Er beschwert sich über das Buffet des Gastgebers!“)
Irgendwann war der Punkt erreicht, in dem über Tierhaltung gesprochen wurde. Ich vertrat dann eine sehr „vegane Position“ zu dem Thema. Da ich selbst aber nicht vegan lebte, wurde mir das zum Vorwurf gemacht, woraufhin ich entschied eine Woche vegan zu leben.

Aus dieser Woche sind mittlerweile zehn Jahre geworden. Es war einfacher vegan zu leben, als ich zunächst angenommen hatte. 

Was hat sich verändert? – Ein Vergleich der letzten zehn Jahre

Über die Jahre sind die Sprüche nicht weniger geworden. Auch ich habe zu hören bekommen „Veganer, die sind doch nicht normal?“, inklusive aller möglichen Vorurteilen zu B12- und Proteinmangel. Ich will hier allerdings eher berichten, was für Entwicklungen ich beobachten konnte:  

  • Musstest du früher noch im Internet vegane Produkte bestellen, kannst du heute in den meisten Supermärkten viele vegane Leckereien kaufen. Süßigkeiten sofort verfügbar! 
  • Für einen Block Tofu musst du nicht mehr mindestens 5 Kilometer zum nächsten Reformhaus radeln, sondern bekommst fast überall nicht nur Tofu, sondern alle möglichen Fleischalternativen.
  • Kanntest du die Rezepte der zwei veganen Kochbücher auf dem Markt damals schon auswendig, hast du heute eine riesige Auswahl und kannst dich dementsprechend in der Küche richtig austoben!
  • So sehr ich Hefeschmelz zum Überbacken liebe: Wie gut sind bitte vegane Käsealternativen?! Sowohl beim selber backen, als auch in immer mehr Pizzerien. Hoffentlich kommt die nächste bald dazu. Überbacken ist alles besser! 
  • Gab es früher maximal eine Sorte Sojamilch in Supermärkten, hast du heute die Auswahl zwischen unterschiedlichster Pflanzenmilch, teilweise in verschiedenen Geschmacksrichtungen!
  • Mit Freunden vegan Essen gehen war immer eine halbe Weltreise. Kaum vegane Angebote in regulären Restaurants machten rein vegane Restaurants zu einem Lichtblick. Heute bekommst du in fast jedem Restaurant vegane Gerichte! Insgesamt ist die Auswahl im Einzelhandel und der Gastronomie für Veganer besser geworden.

Der wichtigste Punkt

  • Immer mehr Tierquälerei wird aufgedeckt und medial aufbereitet. Mehr Menschen erkennen die Ausmaße, stellen sich gegen diese Ausbeutung von Tieren und ihre Stimmen werden immer lauter. Das Bewusstsein für die Tiere wird gestärkt und die Entwicklung von Alternativen zur Tierausbeutung schreitet unaufhaltsam voran. Vereine wie PETA setzen sich für die Tiere ein und klären über Alternativen und vegane Ernährung auf. 

Und nun?

Es ist insgesamt sehr einfach geworden sich tierleidfrei zu ernähren. Trotzdem möchte ich die Zeit, in der ich viel selbst gekocht und ausprobiert habe, nicht vermissen – genieße es aber befreit unterwegs zu sein und in diverse Läden zu gehen, um dort ein veganes Gericht zu verputzen.

Um nochmal auf den Aufmacher zu kommen: „Diese Veganer sind doch nicht normal!“ – Mittlerweile schon. Auch große Firmen haben erkannt, dass um Veganismus kein Weg drum herum führt. Wegen der höher werdenden Nachfrage steigen auch die Angebote im Handel. Step by step ist der Veganismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das „Buffet“ wesentlich größer.

Was du tun kannst

Du lebst noch nicht vegan und möchtest es ausprobieren? Dann melde dich beim Veganstart an und erhalte 30 Tage lang kostenfreie Tipps und Tricks rund um das vegane Leben. Ich wünschte, dass es damals so etwas gegeben hätte, dann hätte ich mich schon früher für den Lebensstil entschieden.

Über den Autor

René

René hat Geographie in Bremen und Hamburg studiert. Er mag Hummus und Humus, aber nur eins davon essen.

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