Veganer können keine richtigen Männer sein! - VeganBlog.de
Ernährung

Veganer können keine richtigen Männer sein!

Veganer keine richtigen Männer
© iStock.com / instockphoto TeoLazarev

Hallo, ich muss dir etwas erzählen. Ich bin Veganer und damit scheinbar kein richtiger Mann. Denn ein Mann muss nach gesellschaftlicher Norm das Starke Geschlecht sein. Er muss biertrinkend in Lederjacke Motorrad fahren und sich, wenn möglich, dabei prügeln. Wenn er das grad nicht tut muss er Geld für die Familie verdienen, am Grill stehen und ein mit bloßen Händen erlegtes Tier in sich reinstopfen um abschließend mit einem großen Rülpser seinem Wohlergehen und seiner gesellschaftliche Stellung Ausdruck zu verleihen.

Rollenbilder

Klingt abstoßend und barbarisch? Diese Zuschreibungen was „männlich“ sei  findet auch heutzutage noch Anklang. Denn Männer gelten als starke Beschützer, die (angeblich) schwache Frauen beschützen und versorgen müssen. Männer essen Fleisch, Frauen Salat. Der Mann steht mit Bier am Grill, während die Frau in der Küche den Salat anmacht. Kommt dir diese Denkweise bekannt vor? Diese erlernten Rollenbilder bestätigt auch in der Nationalen Verzehrsstudie II. Demnach essen Männer fast doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Wie kein anderes Lebensmittel steht Fleisch für eine dominante Stellung des Mannes. Kraft und Vitalität werden mit hohem Fleischkonsum gleichgesetzt. Rollenbilder, die in der heutigen aufgeklärten Gesellschaft schon lange überwunden sein sollten.

Von Jägern, Indianern und gefestigten Meinungen

Bevor der Mensch vor rund 10.000 Jahren sesshaft wurde musste er jagen, um zu essen. Du hast wahrscheinlich ein Bild von mit Speeren bewaffneten Neandertalern auf Mammutjagd im Kopf. Jäger waren – und sind bis heute – meist Männer. Sie mussten töten um die Familie zu versorgen. Mitgefühl und Empathie waren fehl am Platz. Auch heute sollte ein Mann diese Gefühle nicht zeigen. Die Entscheidung Mitgefühl zu zeigen und vegetarisch oder vegan zu leben wird als „weiblich“ und „schwach“ angesehen.

Heutzutage hat die Jagd ihren Zweck verloren, das Jagdrevier sind größtenteils Supermärkte. Niemand muss für seine Ernährung töten. Auch früher ernährten sich die Neandertaler abhängig von Region und Versorgungslage schon vegetarisch und vegan. Tiere zu töten war auch dort nicht zum Überleben notwendig.

Als Kind habe ich immer den Spruch „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ gehört. Durch solche Sprüche wird Männern schnell beigebracht Ihre Gefühle zu unterdrücken. Männer sollen hart sein und nach außen keine Schwäche in Form von Gefühlen zeigen.

Wahre Stärke

Stärke wird in der Gesellschaft auch viel mit körperlicher Stärke gleichgesetzt. Der muskulöse Mann isst Fleisch und die zierliche, kleine Frau nicht. Vegane Kraftsportler und Bodybuilder wie Patrick Baboumian und Amanda Riester möchte da kurz mitreden. Der stärkste Mann Deutschlands und die Bodybuilderin leben vegan. Sie sind nur zwei der vielen Beispiele, die nicht nur einen Starken Körper, sondern eine Starke Meinung habe. Wahre Stärke zeigt sich, indem du dich für die Schwachen einsetzt. Denn selbst wenn „Indianer keine Schmerzen kennen“: Tiere kennen Schmerzen und erfahren sie täglich durch unsere Nachfrage nach Fleisch, Milch und Eiern. Unser Ziel sollte es sein diese Schmerzen nicht erst zu erzeugen um sie danach wieder zu vergessen.

Auch du kannst dich für die Schwachen einsetzen und vegan leben. Starte mit dem Veganstart-Programm richtig durch. Und ein kleiner Tipp noch, falls du Single bist: Vegane Männer bekommen bei Tinder mehr Matches als Fleischliebhaber.

Über den Autor

René

René hat Geographie in Bremen und Hamburg studiert. Er mag Hummus und Humus, aber nur eins davon essen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen