Ernährung

Vegane Schwangerschaft : Endspurt!

Die Monate vergingen wie im Flug

Ich bin nun schon im achten Monat (Oktober 2015), trage mit stolz meine immer größer werdende Babykugel vor mir herum und möchte euch nun zum zweiten Mal von meiner ersten veganen Schwangerschaft berichten. Denn leider haben werdende Mamas aufgrund von falscher Beratung beim Arzt oder Verunsicherungen im Bekanntenkreis noch Zweifel, ob sie sich auch während der Schwangerschaft weiterhin vegan ernähren können.

Besuche bei meiner Frauenärztin

Alle vier Wochen besuche ich zur Routineuntersuchung meine Frauenärztin. Dort wird neben Urin, Blutdruck und der allgemeinen Untersuchung mit Ultraschall auch regelmäßig mein Blut kontrolliert. Diese stetige Kontrolle finde ich sehr wichtig, da Auffälligkeiten schnell festgestellt und behandelt werden könnten. Glücklicherweise war bei mir und meinem Baby immer alles in bester Ordnung – nur meine Schilddrüsenwerte lagen nicht ganz im Normbereich, weshalb ich zur Sicherheit ganz niedrig dosierte Schilddrüsenhormone nehmen muss. Dies kommt u.a. durch Hormonumstellung und erhöhtem Hormonbedarf recht häufig vor und sollte ernst genommen werden, da Unstimmigkeiten negative Auswirkungen auf die Gesundheit eures Babys haben können.

So darf es weitergehen

Alle anderen Werte, Wachstum und Entwicklung des Babys sowie das erste CTG waren alle perfekt. Ich bin noch recht fit und muss glücklicherweise nicht mit Wassereinlagerungen, starken Rückenschmerzen oder großer Gewichtszunahme etc. kämpfen – so darf es gerne weitergehen! Und um auch weiterhin fit zu bleiben, gehe ich natürlich mit meinen Hunden spazieren, ab und an schwimmen und in die Sauna, mache etwas Gymnastik und starte nun auch einen Yoga-Kurs. Und zwischendrin ganz viel auf die Couch und Beine hochlegen 😉

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Was ich esse

Eigentlich hat sich an meinem Speiseplan kaum etwas geändert. Ich habe keine Heißhungerattacken auf bestimmte Lebensmittel und ich verbiete mir keine „kleinen Sünden“. Insgesamt ernähre ich mich gesund und abwechslungsreich. Das heißt: Viel frisches Gemüse, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Dazu leckeres Obst, Nüsse und viel stilles Mineralwasser (mit reichlich Calcium) sowie Kräutertees. Ab und an dürfen natürlich auch fettige Kalorienbomben auf den Teller und ich brauche jeden Tag ein paar Rippchen meiner veganen Lieblingsschoki.

Auf was ich achte

B12 und Vitamin D: Veganer (und auch mehr Vegetarier und Omnivore als gedacht) sollten Vitamin B12 ergänzen. Dazu haben viele Deutsche (vor allem im Winter und egal bei welcher Ernährungsweise) einen Mangel an Vitamin D. Beides supplementiere ich regelmäßig.
Jod: Ich benutze Jodsalz und esse gerne veganes Sushi und Algensalat. Gerade in der Schwangerschaft sollte man aber eine ausreichende Jodzufuhr sicherstellen, weshalb ich zu einem Kombi-Präparat (B12, Vit D und Jod) greife.
Omega 3: Auch wenn ich Nüsse, Avocado, Leinsamen und Leinöl in meinen Speiseplan integriere, nehme ich zusätzlich Omega-3. Wahrscheinlich nicht unbedingt nötig, aber sicher ist sicher.
Eisen: Bisher waren meine Eisenwerte immer überdurchschnittlich gut. So langsam leeren sich aber wegen des erhöhten Bedarfs meine Speicher und ich werde darauf achten, besonders eisenreiche Lebensmittel wie Hirse, Amarant, grünes Gemüse und Sonnenblumenkerne (in Kombination mit Vitamin C) zu essen. Zudem kann man sich pflanzliche und eisenreiche Säfte von Floradix oder Rotkäppchen besorgen.

Fazit

Ich bin sicherlich kein Einzelfall – wer sich informiert und auf wenige Dinge achtet, kann sich auch in der Schwangerschaft problemlos vegan ernähren und die vielen Vorteile der rein pflanzlichen Ernährung für seinen Körper und seine Gesundheit nutzen.
Ganz wichtig ist: macht euch nicht verrückt und genießt eure Schwangerschaft mit leckerem Essen ohne Tierleid!
Ich werde bald in Mutterschutz gehen und euch nach einem Jahr Babypause von den letzten Monaten der Schwangerschaft, der Stillzeit und der veganen Beikost berichten.

So, und euch nun viel Spaß beim Machen von vielen veganen Babys 😉

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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