Ernährung

vanilla bean – die neue vegane Restaurant-App

Unterwegs und euch plagt der Hunger, aber keine Ahnung, wo das nächste Restaurant mit veganem Angebot ist. Das muss nicht sein, denn eine neue App will Abhilfe schaffen. Seit dem 9. Dezember könnt ihr im Apple Store und bei Google Play die neue App vanilla bean kostenlos herunterladen. Diese App hilft euch, in eurer Nähe vegane und veganfreundliche Restaurants zu finden.

Was vanilla bean besonders macht, sind die vielen Hinweise, über die sich insbesondere umwelt- und gesundheitsbewusste Nutzer freuen werden. Im veganen Café Katzentempel haben Fabian Kreipl und Thomas Leidner, zwei der Gründer, über Ihre App gesprochen.

Balou

(Kaum am Tisch angekommen, macht es sich übrigens Balou, eine Katze mit großen, flehenden Augen schmusebereit auf Thomas Schoß bequem, nur um dann mit einem ziemlich wagemutigen Sprung zu Fabian hinüberzuwechseln.)

Was führt euch heute zusammen?

Fabian Kreipl: Wir haben Grund zu feiern. Nach so vielen Monaten Entwicklung ist unsere App vanilla bean endlich startklar für Deutschland.

Thomas Leidner: Die Idee, eine App für vegane/vegetarische Restaurants zu machen, leuchtete mir sofort ein. Als Gastronom komme ich mit vielen Gästen ins Gespräch. Mir ist schnell klar geworden, dass ich den einen oder anderen Gast schon früher hätte begrüßen können, wenn er nur von uns gewusst hätte.

Thomas Leidner
Thomas Leidner

Lebt ihr beide vegan?

TL: Wir leben beide vegan. Ich war lange ganz normaler Fleischesser und habe mir auch nicht viele Gedanken über unser Essen gemacht. Vor drei Jahren hat eine Doku über die Massentierhaltung dann klick gemacht. Etwa 98% des Fleisches kommt aus eben jener Massentierhaltung. Ich konnte so eine Industrie einfach nicht mehr unterstützen. In Anbetracht des extremen Tierleides schien dieser Konsum einfach absurd. Ich bin dann quasi von heut auf morgen vegan geworden. Darüber hinaus habe ich mich auch immer mehr für Tierrechte eingesetzt. Aus der Liebe zu beiden Themen entstand dann auch mein Café.

Fabian Kreipl
Fabian Kreipl

FK: Also, mich hat schon sehr früh mit gesunder Ernährung beschäftigt. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Mein Vater hat zu Hause Tees getrocknet, Wildkräuter gesammelt und ständig lagen Bücher aufgeschlagen in der Küche herum über Kräuter und gesunde Ernährung. Das hat mich geprägt. Dazu kommt: Wie Thomas liebe ich Tiere, insbesondere Hunde, und es war für mich nie einleuchtend, warum wir manche Tiere essen und manche zu Familienmitgliedern machen. Wenn man ökologische Gründe noch bedenkt, wie die Klimaerwärmung, Wasserverschmutzung oder das Artensterben, gibt es eigentlich keine rationalen Gründe Fleisch zu essen. Trotzdem hat es bei mir etwas länger gedauert. Menschen verhalten sich leider nicht immer rational und nach dem, was sie richtig finden. Ich bin da keine Ausnahme. Nach vielen Ernährungsphasen bin ich dann aber vor etwa 4 Jahren konsequent auf eine vegane Ernährung umgestiegen. Ich bin fit und fühl mich pudelwohl ohne tierische Produkte.

Vegan ist mittlerweile omnipräsent. Wie erklärt ihr euch das?

TL:  Die Sicht auf eine ökologische und gesunde Lebensweise hat sich komplett verändert. Früher wurde man noch schnell als genussfeindliche Öko-Spinner abgetan. Heute sind aus Veganern echte Trendsetter geworden: Fit und obendrein unverschämt gutgelaunt. Und das nicht alleine ihrer Ernährung wegen, sondern auch dank einer Affinität zu Sport , Körper- und Umweltbewusstsein und einer ethischen Grundhaltung, die zur Basis der eigenen Lebensqualität geworden ist. Zu dieser gehört auch, dass man sich verstärkt mit seiner Ernährung auseinandersetzt. Das steckt an!

FK: Absolut! Darüber hinaus führen die unwiderlegbaren Zusammenhänge zwischen unseren Umweltproblemen und dem Fleischkonsum auch dazu, dass wir uns einfach mit dem Thema Ernährung kritisch auseinander setzen müssen. Es geht kein Weg dran vorbei: Wir müssen den Fleischkonsum drastisch reduzieren, wenn wir langfristig in einer lebenswerten Welt leben möchten. Außerdem wissen wir mittlerweile immer mehr, wie ungesund tierische Ernährung sein kann, dass Milch eben doch nicht so toll ist, wie man uns immer eingebläut hat und Wurst eindeutig krebserregend ist. Spätestens seit den Ergebnissen der WHO-Studie sollte es da keine Zweifel mehr geben. Vegan ist kein Hype. Vegan ist ein Megatrend. Es gibt einfach zu viele gute Gründe dafür.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee für eine vegane Restaurantfinder-App?

FK: Na ja, zunächst einmal ist es sicher von Vorteil, selbst Veganer zu sein und zu merken, dass Essen Gehen nicht immer einfach ist. Dann braucht es, wie oft im Leben, eine Initialzündung. Ich war vor zwei Jahren im Urlaub in Salzburg und hatte echte Probleme, ein adäquates veganes Restaurant zu finden. Zwei Jahre später wurde ich wieder an diesen Salzburger-Heißhunger erinnert, als ich mit meinem Freund Basti (Anm.: Mitgründer Bastian Schumacher) in Regensburg im Tara Café sitze. Wir waren damals beide als langjährige App-Experten beschäftigt.

Aber wir waren nicht zufrieden. Unsere Tätigkeit war jahrelang reines Auftragsgeschäft. Es war an der Zeit, eine eigene Vision zu verwirklichen. Sicherlich auch angeregt durch das vegane Café, in dem wir saßen, entwickelten sich in den Folgetagen die ersten Ideen, die später zu vanilla bean wurden.

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Was zeichnet eure App aus?

TL: Nun, vanilla bean ist mehr als nur ein veganer Restaurantfinder: Vanilla bean ist die erste App, in der ich mich als Konsument informieren kann, welche Restaurants beispielsweise auf Bio, Fair Trade oder regionale Zutaten achten. Umweltbewusstsein hört ja nicht bei „vegan“ auf. Auch auf glutenfreie Optionen und Rohkost verweisen wir in unserer Restaurant-Ampel. Wir sind überzeugt davon, dass es im Bereich veganer Restaurantfinder noch sehr viel Luft nach oben gibt. Wer sucht, findet oft veraltete Infos und teilweise nur einen Bruchteil der verfügbaren Lokale. Auch wir sind natürlich im Aufbau, aber mittlerweile kommen im Wochen-Rhythmus mehr als hundert neue Lokale dazu. Schon zum Start haben wir mit über 1150 Lokalen die meisten veganen Lokale in Deutschland und Österreich gesammelt. Viele Partner und freiwillige Helfer unterstützen uns auch dabei. Wer übrigens mithelfen möchte neue Restaurants einzutragen, schreibt uns am besten eine kurze Mail an helden@vanilla-bean.de. Je mehr mithelfen, desto besser wird der Service für alle.

Wie kommen Restaurants in die App, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

TL: Wir nehmen selbstverständlich alle veganen Restaurants auf. Auch Eisdielen und so manche vegane Bäckerei findet man über uns. Und natürlich können auch andere Restaurants in die App, vorausgesetzt sie haben mindestens ein veganes Hauptgericht auf der Karte, das ausdrücklich als vegan gekennzeichnet ist. Salat und Pommes reichen da natürlich nicht. Letztendlich geht es darum, dass ich als veganer Gast einfach toll essen kann. Wenn durch vanilla bean mehr Menschen unterwegs umweltbewusster und trotzdem lecker essen gehen können, haben wir viel erreicht.

Thomas, erzähl uns doch zum Abschluss noch etwas zum Café Katzentempel.

TL: Besonders am Herzen liegt uns die Vermittlung von Tierschutzthemen. Im Katzentempel gibt es deshalb auch nur vegane Kost. Unsere Katzen kommen alle aus dem Tierschutz von einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Katzen aus Zuchtauflösungen, Zuchtverkleinerungen und für Züchter „unbrauchbare“ Katzen (z.B. mit kleinen Schönheitsmakeln) zu übernehmen und weiter zu vermitteln. Leider gibt es in Deutschland sehr viele unseriöse Züchter, die die Tiere lediglich als Geldmaschinen ansehen. So kommt es immer wieder vor, dass den Tieren vom Züchter die Sozialisierung gegenüber dem Menschen fehlt, da der Umgang nicht besonders liebevoll war, und die Tiere erst wieder Vertrauen zum Menschen fassen müssen. An unserer Infobox können sich Interessierte über diverse Tierrechtsthemen informieren. Ein Teil des Gewinns wird jährlich an Tierschutzorganisationen gespendet. Wir appellieren an alle Gäste und Tierfreunde: Bitte helft mit und adoptiert Tiere aus dem Tierheim.

Die kostenlose vanilla bean-App könnt ihr für iPhones hier und für Android hier herunterladen.

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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