Ernährung

Unerwartete Verbündete: Geflügelzüchter gegen Stopfleber

Was haben PETA und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. gemeinsam?

Beide kämpfen für ein Import- und Verkaufsverbot des Qualproduktes Stopfleber in Deutschland. Das geht aus einem Positionspapier hervor, in dem der Verband Forderungen an die deutschen Politiker formuliert.

Dort ist zu lesen:

Die deutsche Geflügelwirtschaft fordert die Politik auf, darauf hinzuwirken, dass in Deutschland keine Gänse-und Entenstopflebermehr verkauft wird.
Und erforderlich ist zudem die Kennzeichnung von Gänse- und Entenfleisch aus Stopfleberproduktion.

Obwohl das Papier ansonsten vor tierunfreundlichen Forderungen nur so strotzt, ist sich die Geflügel-Lobby an diesem Punkte mit den Tierschützern in Deutschland einig, denn auch sie hat erkannt, dass der Verkauf das Qualproduktes nicht zu rechtfertigen ist und die Akzeptanz des Produktes in Deutschland steigert – auf Kosten der Enten und Gänse.

Tierschutzwidrige Praktiken dürfen nicht über den Umweg der Vermarktung Akzeptanz erfahren.

Eine Stopfleber ist die krankhaft vergrößerte „Fettleber“ von Enten und Gänsen. Das Qualprodukt wird erzeugt, indem man die Leber von Gänsen oder Enten mittels Zwangsfütterung („Stopfen“) auf etwa das Zehnfache ihres Gewichts anschwellen lässt. Hauptexporteur (und Konsument) von Foie gras ist Frankreich, gefolgt von Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien. In Deutschland ist die Produktion von Foie gras nach Artikel 3 des Tierschutzgesetzes verboten, der Import jedoch leider noch geduldet.

Jedes Jahr, gerade zu Weihnachten, kommt eine große Menge an Gänsefleisch in den Handel, welches aus der tierquälerischen Stopfleber-Produktion stammt. Dieses zu kennzeichnen ist ein guter Ansatz, kann jedoch nur ein erster Schritt sein.

Das Leid der Enten und Gänse in Deutschland

Gänse sind liebenswürdige und intelligente Wesen. Sie bleiben ihren Gänsepartnern bis zum Tod treu. In den Mastfarmen werden die meist erst 10 Wochen alten Gänsekinder kopfüber ans Fließband gehängt, welches sie – zumeist schlecht betäubt – zu einem rotierenden Messer fährt, das ihnen die Köpfe abtrennt. Zuvor werden viele Gänse ohne Betäubung gerupft, um Daunen zu gewinnen. Dabei werden den Tieren im Akkord sämtliche weichen Federn vom Körper gerissen; häufig kommt es hierbei vor, dass große Hautstücke mit ausgerissen werden.

In den Mastbetrieben herrschen rüde Umgangsformen mit den Tieren vor. Es geht darum sie möglichst schnell an Gewicht zulegen zu lassen, um sie mit größtmöglichem Gewinn zu verkaufen. Das Leben der Gänse endet mit circa 10 Wochen. In diesem Alter sind sie genaugenommen noch Gänsekinder. Ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei bis zu 25 Jahren.

Die gezüchteten Gänse leiden sehr häufig unter den Auswirkungen der Überzüchtung und unter den engen Haltungsbedingungen: Gelenkentzündungen, Atemnot, Herzanfälle, gebrochene Beine oder sogar der vorzeitige Tod durch das Zertrampeln durch Artgenossen sind die Folge.

Im Anschluss werden die Gänse, wie es auch bei Hühnern der Fall ist, kopfüber an ein Fließbandsystem eingehängt, kurz betäubt, um dann mit einem rotierenden Messer die Kehle aufgeschlitzt zu bekommen. Häufig scheitert eine vollständige Betäubung und die Gänse erleiden furchtbare Schmerzen vor ihrem Tod.

Rettet Leben

Hilf uns, indem du Restaurants und Onlineshops kontaktierst, die Foie gras im Sortiment haben und sie aufforderst, das Qualprodukt auszulisten. Hier gehts zum Beispiel Text.

Nicht nur der Konsum von Stopfleber verursacht massives Tierleid – entscheidet euch für tierfreundliche Weihnachten und probiert unsere tierfreundlichen, rein pflanzlichen Rezeptideen für die kalte Jahreszeit! Viele praktische Tipps und Ideen für den Einstieg in ein veganes Leben kannst du 30 Tage lang kostenlos unter www.veganstart.de abonnieren. Guten Appetit 🙂

Über den Autor

Christiane

ist Aktivistenkoordinatorin bei PETA Deutschland. Sie betreut Aktive in ganz Deutschland und setzt sich vor allem für die Enten und Gänse in der Stopfleber-Produktion ein - denn jedes Tier hat ein Recht auf Leben und Freiheit!

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