Ernährung Rezepte

Sommer, Sonne, Seitanschnitzel: tier- und klimafreundlich Grillen

Der Sommer meldet sich nochmal zurück und lädt zu den letzten lauen Grillabenden mit Familie und Freunden ein. Die Umweltbilanz des Grillvergnügens sollte dabei nicht ganz unbeachtet bleiben.

Zwar sind Mehrweg-Grills, ökologisch hergestellte Kohle und Einweggeschirr wichtige Aspekte, für die Menge an ausgestoßenen Treibhausgasen ist es aber wesentlich entscheidender, welches Grillgut auf dem Rost landet (siehe Studie des TÜVs Rheinland). Im Gegensatz zu Bratwurst, Steak und Schnitzel schneiden rein pflanzliche Lebensmittel dabei wesentlich besser ab. Tierische Substanzen und Erzeugnisse haben über den gesamten Produktionsweg einen weit höheren CO2-Ausstoß als beispielsweise Gemüse – zum Teil sogar bis zu mehreren 100-mal mehr. Und außerdem rettet ein veganes BBQ Tierleben und bietet gesundheitliche Vorteile.

Wer sich auf die Suche nach veganen Grillrezepten macht, wird eine schier unendliche Vielfalt an Spießen, Kartoffel- oder Bratlingsvariationen, Pilzfüllungen, Gemüsepäckchen und Marinaden entdecken. Hinzu kommen die vielen schon grillfertig im Handel erhältlichen Soja-, Seitan- oder Lupinenprodukte. Hier lohnt sich das Ausprobieren – eure Gäste werden von den verschiedenen Geschmackserlebnissen begeistert sein.

Hier ein paar wichtige Tipps für einen tier- und umweltfreundlichen Grillabend:

  • Wenn es schnell gehen muss I: Pflanzliches Eiweiß in Veggie-Würstchen oder Tofu-Talern reagiert schneller auf Hitze. Das Grillgut bräunt also früher, braucht weniger Hitze und damit auch weniger Energie. Gut aufpassen, dass die Köstlichkeiten nicht schwarz werden. Mit etwas Öl einpinseln, bei voller Glut besser am Rand platzieren oder, wenn möglich, der Rost etwas höherhängen.
  • Wenn es schnell gehen muss II: Viele Wurst- und Grillfleischalternativen sind bereits vorgegart. Das spart Zeit, wenn hungrige Besucher warten. Auch manche Gemüsesorten wie Maiskolben können vor dem Grillen kurz blanchiert werden.
  • Lecker mariniert: In dickere Scheiben geschnittene Auberginen, Zucchini, Paprika und viele weitere Gemüsesorten lassen sich ganz einfach in etwas Öl und Gewürze einlegen und können dann direkt auf den Grill gelegt werden. Wer Kräuter verwenden möchte ohne, dads diese verbrennen, pinselt das Gemüse aber lieber erst nur mit Öl ein. Nach dem ersten Wenden kann dann die Kräutermarinade auf die bereits gegrillte Seite aufgetragen werden und zieht, während die andere Seite gegrillt wird, in Ruhe ein.
  • Der Klassiker, in klimafreundlicher Variante: Im Vergleich zu Butter ist eine pflanzliche Kräuter-Margarine wesentlich klimafreundlicher: Das tierische Fett belastet die Umwelt mit rund 25 kg Treibhausgasen pro Kilo – bei der gleichen Menge Margarine sind es nur 0,7 kg. (Lust auf eine etwas andere Kräuter-Margarine: Rezept findet ihr ganz unten.)
  • Süß und doch keine Sünde: Aus Früchten wie Birnen oder Bananen und veganer Schokolade lassen sich auf dem Grill außergewöhnliche Nachspeisen zaubern. Gut gekühlt dagegen sorgen zarte Seidentofu-Desserts oder schokoladige Avocado-Cremes für ein kulinarisches Erlebnis.
  • Herzhaft, frisch und tierisch lecker: Vegane Mayonnaise wird ganz ohne Ei hergestellt und eignet sich zum Beispiel für die Zubereitung von herzhaften Kartoffel- oder Nudelsalaten. Besonders frischen Geschmack verleihen zudem Sojajoghurt, etwas Gewürzgurkensud, Senf und Gewürze.

Das Plus für die Gesundheit

  • Beim Braten von gepökelten Fleisch- und Wurstwaren können Nitrosamine entstehen, bei hoher Hitze und langem Grillen weitere gesundheitsgefährdende Stoffe. Pflanzliche Lebensmittel dagegen sind nicht nur frei von Pökelsalzen, sondern auch schnell gar.
  • Achtung, Infektionen: In rohem Fleisch und Eiern können sich vorhandene Keime wie Salmonellen besonders bei sommerlichen Temperaturen geradezu explosionsartig vermehren – es drohen Lebensmittelvergiftungen. Eifreies Tiramisu oder Seitanschnitzel sollten zwar auch gekühlt aufbewahrt werden, doch die Infektionsgefahr und Übertragung auf rohe Speisen ist bei rein pflanzlichen Speisen meist geringer.
  • Fleisch und Wurst enthalten reichlich gesättigte Fettsäuren, die – ebenso wie tierisches Protein – im Zusammenhang mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen stehen. Insbesondere verarbeitete Wurstprodukte werden mit der Entstehung von Krebserkrankungen verbunden.

Also los: Gemüsespieße, Tofuwürstchen oder Linsenbratlinge auf den Grill und dazu noch ein paar knackige Salate, köstliche Soßen, fruchtige Dips, ein cremiges Dessert und die Grillparty wird zum Hit.

Rosmarin-Orangen-Margarine

Für 200 g: Eine Bio-Orange heiß abwaschen und 2 TL Schale abreiben. Den Saft auspressen. Die Nadeln von 2 Rosmarinzweigen fein hacken. Eine halbe Chilischote sehr fein würfeln. Die Margarine mit 2 TL Salz, Orangenschale, 2 EL Saft, Rosmarin und Chili verrühren. Das ganze eventuell noch mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren gut Durchkühlen.

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Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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