Ernährung

So geht wirklich faire Schokolade

Kann Schokolade wirklich fair für ALLE sein? Die Stadt Tübingen zeigt jetzt, wie es möglich ist.

Am 29. November beginnt in Tübingen mit der 11. chocolART Deutschlands größtes Schokoladenfestival. Im Rahmen der Berichterstattung wurde bekannt, dass die Stadt Tübingen eine eigene Stadtschokolade bekommen wird. Die dunkle Edelschokolade wird von Kallari, eine Kooperative aus dem Amazonasgebiet Ecuadors, hergestellt. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms wird die Kooperative vorgestellt und die Schokolade zur Verkostung angeboten.

Das Schöne an der ganzen Sache: Kallari sagt, dass es Teil ihrer Werte ist, dass alle Produkte „streng tierfreundlich und vegan“ sind. Leckere Schokolade also ohne Mensch- und Tierleid!

Warum ist das wichtig?

Man kann sich jetzt fragen, sind fair gehandelte Rohstoffe bei Schokolade nicht genug? Vielen Menschen ist schon nicht bewusst, dass in manchen Ländern Kakao unter wirklich schlimmen Bedingungen angebaut wird. Kein Wunder, in der Werbung oder auf der Verpackung sehen wir nur das leckere Endprodukt. Schlimm ist die Herstellung jedoch für die Bauern und vor allem unzählige Kinder.  Diese Kinder verrichten auf den Plantagen schwere körperliche und gefährliche Arbeiten statt in die Schule gehen oder spielen zu dürfen.

Auch Tiere leiden für Schokolade

Doch was viele ebenfalls nicht wissen: Milchprodukte in Schokolade, wie Milchpulver oder Butterreinfett, werden ebenfalls alles andere als fair „hergestellt“. Kühe werden nämlich von der Milchindustrie zu reinen Produktlieferanten degradiert. Sie geben ihre Milch weder sowieso noch freiwillig her.

Sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft werden die Kälber ihren Müttern früher oder später (meist sehr früh) weggenommen. Warum? Damit die Milch, die für die Kälbchen gedacht ist, verkauft werden kann. Die männlichen Kälber werden, wenn sie aus der biologischen Landwirtschaft stammen,  nicht selten an konventionelle Betriebe  verkauft. Manche von ihnen werden für Kalbfleisch noch ganz jung getötet, andere sterben noch früher. Die weiblichen Kälber werden – wie ihre Mütter – für die Milchwirtschaft herangezüchtet. Sie haben u.a. aufgrund der unnatürlich hohen Milchleistung meist mit zahlreichen Erkrankungen zu kämpfen.

Fair ist was anderes.

Es gibt aber Alternativen. Eine Schokolade, die nicht nur mit fair gehandeltem Kakao und Zucker gemacht wurde, sondern auch vegan ist. Dies ist tatsächlich ein faires Produkt für alle. Und mittlerweile zeigt eine wachsende Anzahl von Unternehmen auch wie vielfältig und lecker vegane, faire Schokolade ist. Welche das z. B. sind, erfahrt ihr im Einkaufsguide von PETA ZWEI.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch die Veranstalter der chocolART sich daran orientieren und beim Schokoladenfestival in Zukunft verstärkt auf durchweg faire und somit veganen Produkte setzen. Und vielleicht wird Tübingen, das in der Vergangenheit durch seine Tierquälerei am MPI in den Schlagzeilen war, doch noch zu einer wirklich fairen Stadt für alle – auch Tiere.

 

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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