Ernährung

6 Fakten zum Thema Milch und wie man sie ersetzen kann

Milch ist in aller Munde. Nur leider ganz selten im Munde derer, für die sie vorgesehen war – bei kleinen Kälbchen. Viele Irrtümer und Mythen ranken sich um das Thema Milch, hier ist mal eine kleine Auswahl:

1. „Milch macht müde Männer munter“: Na wohl eher nicht. Ein Team der Harvard School of Public Health scheint einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Konsum von Vollfettmilchprodukten wie Milch, Käse und Sahne und einer schlechteren Spermienqualität gefunden zu haben.

2.Milch und Männer, die Zweite: Schlechtere Spermien scheinen nicht der einzige negative Effekt von Milch auf Männer zu sein: Eine Harvard Studie konnte nachweisen, das Männer die zwei Gläser Milch oder mehr tranken zweimal so häufig fortgeschrittenen Prostatakrebs entwickelten wie Männer die keine Milch tranken.

3. Laktoseintoleranz ist eine Krankheit: Laktoseintoleranz ist der weltweit häufigste Enzymdefekt, unter dem 90% der Asiaten und immerhin 15-20 % der Deutschen „leiden“. Dabei nimmt die Effektivität der Laktase kontinuierlich ab. Laktase ist ein Enzym, das die in der Muttermilch vorkommende Laktose spaltet. Da wir diese aber nicht unser ganzes Leben lang trinken, wird das Enzym nicht mehr benötigt. Laktoseintoleranz ist also eigentlich ein natürlicher Prozess.

4. Milchtrinken schützt vor Osteoporose: Das ist eine sehr beliebte Hypothese, aber beliebt macht nicht unbedingt wahr. Studien, wie z.B. die Nurses Health Study, konnten keinen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Milchkonsum und einem geringeren Risiko für Unterarm- oder Hüftfrakturen (beides Anzeichen für eine Osteoporose) feststellen. Ganz im Gegenteil gab es sogar bei Frauen, die mehr als ein Glas Milch am Tag tranken, mehr Hüftfrakturen.

5. Milch macht schöne Haut: Mal davon abgesehen, dass für die Schönheit kein Tier leiden sollte, scheint auch an dieser Hypothese nicht sehr viel dran zu sein. Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Milchkonsum insbesondere in der Kindheit bzw. Pubertät und Akne feststellen. Dabei scheinen die Milchproteine die entscheidende Rolle zu spielen. Der Mechanismus dahinter steht auch im Zusammenhang mit einem erhöhten BMI, Insulinresistenz und einem früheren Einsetzen der Pubertät.

6. Milch ist DIE Calciumquelle: Mandeln, Brokkoli, dunkelgrünes Blattgemüse, Bohnen, manche Mineralwässer und mit Calcium angereicherte Pflanzenmilch oder Tofu sind ebenfalls sehr gute Calciumquellen – und das ganz ohne die negativen Effekte von gesättigten Fettsäuren oder tierischem Protein.

Milch ist also nicht das Gesundheitselexier schlechthin. Was es noch für Gründe gibt auf Milch zu verzichten und warum Kälbchen ohne ihre Mütter aufwachsen müssen, und noch viel Wissenswertes über Milch könnt ihr hier nachlesen.

Mit Milch kann man aber auch leckere Sachen machen. Wie also beides unter einen Hut bringen. Vegan heißt zum Glück nicht, dass man nie wieder Eis oder helle Schokolade essen kann und seinen Kaffee schwarz trinken muss. Drei Fällen, die mir persönlich ein veganes Leben sonst wirklich schwer gemacht hätten.

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Hier eine Auswahl an Milchalternativen

Fast jede dieser Sorten gibt es in unzähligen Varianten (naturell, mit Calcium angereichert, verschiedene Geschmacksrichtungen usw.). Welche ihr für was nehmt, müsst ihr vermutlich ausprobieren, da auch zwischen den Firmen Unterschiede sind. Unsere Tipps:

1. Sojamilch: Die wohl bekannteste Pflanzenmilch und ein Allroundtalent, gute Quelle für pflanzliches Protein
2. Reismilch: Eine dünnflüssige Pflanzenmilch, die wenig Fett und Eiweiß enthält, gut geeignet für Allergiker und lecker zu Frühstücksflocken
3. Hafer- und Dinkelmilch: Natürlich süß, perfekt für Getreidebrei, nicht immer zum Backen geeignet
4. Mandelmilch: Cremig, leicht nussiger Geschmack, sehr lecker in Tee und Kaffee
5. Haselnussmilch: Nussig im Geschmack, gut für Desserts, nicht immer zum Backen oder Kochen geeignet
6. Kokosmilch: Eine oft sehr fettreiche Pflanzenmilch, eignet sich gut zum Kochen von z.B. Milchreis, Suppen oder asiatischen Gerichten

Außerdem gibt es noch verschiedene Kombi-Varianten: Soja-Reis, Hafer-Dinkel, Soja-Mandel, Reis-Mandel…

Was es noch für Alternativen zu Milchprodukten gibt und warum veganes Leben viele Vorteile für eure Gesundheit, die Tiere und die Umwelt hat und noch viel mehr, erfahrt ihr auf peta.de.

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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