Ernährung

Schwerkraft ist kein Hirngespinst

Bild: s.media / pixelio.de

Man kann alles leugnen.

 

Man kann leugnen, daß 7 Milliarden Menschen der Erde große Probleme bereiten. Man kann leugnen, daß sich das Klima wandelt. Und dass der Mensch sich immer weiter durch die Natur frisst. Man kann leugnen, dass in Deutschland über 100 Hektar Natur an jedem Tag verbaut werden. Oder dass den Malediviern das Wasser bald bis zum Hals stehen wird.

 

Man kann die Rodung von 150.000 km² Regenwald im Jahr leugnen. Man kann auch leugnen, dass die Rodung im Auftrag der westlichen Länder geschieht und man diese selbst in Auftrag gibt, wenn man neben Tropenhölzern und „Bio“Sprit zu Billigfleisch greift. Man kann einfach weiter glauben, daß die Kühe in großen Mastanlagen nur Gras fressen und kein am Amazonas angebautes Kraftfutter. Und das entsetzliche Leiden der eingepferchten Tiere lässt sich auch gut leugnen. Man sieht es ja nicht.

 

Bild: s.media / pixelio.de

Man kann leugnen, dass Milchkühe um ihre weggenommenen Kälber weinen. Und dass Hühner einst normale Vögel waren, die wie alle anderen Vögel einmal im Jahr Eier legen würden, wenn sie nicht vergewaltigt würden vom Menschen.

 

Man kann leugnen, dass Tiere essen eine archaische Gepflogenheit des Menschen ist, die dessen kulturellen Entwicklung längst hinterherhinkt und nur noch der Gewohnheit und dem Geld großer Konzerne folgt. Man kann leugnen, daß die Menschheit hauptsächlich einem einzigen Gesetz folgt: Dem Recht des Stärken über den Schwächeren. Und man kann leugnen, dass wir im Angesicht des an hoch entwickelten Geschöpfen angerichteten Leides in der gewalttätigsten aller Epochen leben. Und dass sich dies einmal bitter rächen wird, das kann man alles wunderbar leugnen in einer Zeit, in der Oberflächlichkeit, Fastfood-Denken und geistige Käfighaltung noch Mainstream ist. Die schiere Masse machts. Und das Geld.

 

Man kann deshalb auch wunderbar leugnen, dass Tiere essen im heutigen – nie gekannten Ausmaß – für viele Krankheiten verantwortlich ist und dass jeden Tag bis zu 10.000 Menschen in westlichen Ländern an Krankheiten sterben, die durch Tiere essen hervorgerufen oder begünstigt werden. Und daß man einer der nächsten sein könnte – Diagnose Krebs. Diagnose Diabetes. Diagnose Herz kaputt. Alles weit weg. „Und sterben müssen wir ja alle mal – ach wie cool ich das wieder gesagt habe …“

 

Man kann auch leugnen, dass durch den ungezügelten Tierkonsum auf der Welt die Ressourcen immer knapper werden, dass dadurch Unruhen immer heftiger werden, dass uns in absehbarer Zeit Kriege bevorstehen werden, menschliche Katastrophen. Resistente Erreger, geboren durch ungezügelten Antibiotikaeinsatz in der Massentierzucht, die Gefahr tödlicher Pandemien, die über die Erde hinwegfegen. Man kann das alles leugnen, solange das alles noch ausgebrütet wird in den riesigen Kloaken der westlichen Konsumgesellschaft und die Einschläge zwar näher kommen, aber noch durch großen Aufwand in Schach gehalten werden können.

 

Und man kann wunderbar Menschen verspotten, die sich dieser Probleme bewusst werden und ihr Leben umstellen. In unserer Zeit wird man noch hunderte Beifallklatschende finden für Spott und nur eine Hand voll Menschen, denen das Lachen vergangen ist, weil ihnen die Probleme bewusst geworden sind und die deshalb ahnen, wer wirklich verspottet wird.

 

Noch 2000 Meter

 

Es ist wie mit der Schwerkraft. Man kann sie leugnen. Man kann sie die ganze Zeit leugnen, während man fällt und den Boden noch nicht erreicht hat. „Wo ist sie denn, deine blöde behauptete Schwerkraft, wo? Nichts ist hier, sieh her, ich schwebe! Ich lass mir von Dir jedenfalls nicht sagen, dass es so was wie die Schwerkraft gibt, ich bin ein freier Mensch und ich lasse mir das Schweben nicht ausreden!“

 

Noch 1000 Meter

 

„Die Fleischproduktion hat sich bei uns in den letzten 10 Jahren verdoppelt? Wo ist das Problem? Die Zahl der Krebstoten ist ebenfalls stark gestiegen? Kein Problem, im Gegenteil, das ist alles normal. Ganz normal. Wir sind schließlich Menschen, wir können das nun mal. Es gibt keine Schwerkraft. Ihr seht doch: ich schwebe. Schwebe, schweeeeeeebe!!!. Hahahaha!!!“

 

Noch 500 Meter

 

„Krankheiten und Umweltzerstörung sind Hirngespinste. Und Tiere leiden nicht, denn sie sind zum essen da. Wozu denn auch sonst? Alles hat seine Richtigkeit. Wo ist meine Wurst? Ihr lächerlichen Veggies, seht her: ich esse Wurst, ganz gleich, welch verwesender Brei da verwurstet wurde, ich lasse mir von euch nichts verbieten!!! Lalalalalala. Schwerkraft? Alles Quatsch! Ich werde ewig hier oben schweben, hoch in der Luft, ewig!!!“

 

Man kann die Schwerkraft einfach leugnen.

 

Noch 100 Meter

 

Doch man kann das nur solange,

bis man aufschlägt.

Dies ist ein Gastblog von Marsili Cronberg.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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