Ernährung

Schlachthof-Konzern Tönnies bauscht auf: Missverständliche Äußerung von PETA wurde richtiggestellt

Abgesehen davon, dass Tönnies ein Mordskonzern ist, der im Jahr eine zweistellige Millionenzahl an Tieren tötet, reagiert er überaus empfindlich zu einem Vorgang, der nicht zum Skandal taugt.
PETA als Tierrechtsorganisation, die nicht wie Tierschutzorganisationen Absolutionen gegenüber Fleischkonzernen erteilt, hat mehrere Gemeinden mit großen Schlachtkonzernen angeschrieben und fasst in diesen Anschreiben die offiziellen Angaben der Bundesregierung über die Vorgänge in deutschen Schlachthöfen zusammen.

Darüber hinaus wurden Erkenntnisse aus den eigenen PETA-Recherchen zu Schlachthöfen zusammengefasst: Hier, hier, hier und hier.

Eine Individualisierung auf die konkreten Großschlachthof Tönnies in Rheda-Wiedenbrück fand damit nicht statt. Dies war auch offensichtlich, werden doch bekanntermaßen mehrere beschriebene Tötungsmethoden im Tönnies-Schlachthof gar nicht angewandt.
Somit heißt es auch im Schreiben von PETA Deutschland e.V. an die Tönnies-Kanzlei Schertz Bergmann v. 29.7.2015: „In der Pressemitteilung und dem Schreiben geht es klar und deutlich um die allgemeine Darstellung des Berichts der Bundesregierung zu den Fehlbetäubungen in deutschen Schlachtbetrieben. (…) Eine konkrete Behauptung dahingehend, dass es im konkreten Schlachthof Ihres Mandanten zu Fehlbetäubungen etc. im konkreten Umfang kommt, ist nicht aufgestellt worden. Es ist eine Schlussfolgerung gezogen worden, sozusagen eine Extrapolation anhand der Schlachtzahlen im Betrieb Ihrer Mandantschaft.“
Allein wegen einer möglicherweise missverständlichen und nicht klar angegrenzten Schilderung ist eine entsprechende Richtigstellung „ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht“ erfolgt, die von Tönnies vorgelegte formale Unterlassungsverpflichtungserklärung wurde nicht unterzeichnet.

Fleischtransport TönniesTönnies bauscht eine nur für bösgläubige Leser missverständlich erscheinende Presseerklärung auf und beklagt sich über „einen immensen Schaden“, der aufgrund solcher angeblicher Falschmeldungen verursacht würde. Bitte? Es ist der Tönnieskonzern und mit ihm alle anderen Schlachtkonzerne und -höfe, die immensen Schaden anrichten, nämlich indem sie zusammen fast 800 Millionen Tiere jedes Jahr allein in Deutschland töten, also Leben vernichten – zwar legal, aber moralisch extrem verwerflich. Eine vegan und damit gewaltlos arbeitende Nichtregierungsorganisation wie PETA musste sich noch nie Vorwürfe dahingehend machen lassen, ein „Geschäft mit den Armutseinwanderern“, nämlich südosteuropäischen Fleischzerlegerinnen und Fleischzerlegern zu beschäftigen, wohl aber Tönnies. Hier eröffnet sich neben der Tierrechts- auch die Menschenrechtsproblematik. Fleischkonzerne wie Tönnies gehören auf die unterste Rangstufe von Unternehmen, ihr Geschäft mit systemimmanenter Lebensvernichtung ist für Tierrechtsorganisationen wie PETA als sittenwidrig und einer Zivilgesellschaft unwürdig zu bezeichnen. Wer als Schlachtkonzern im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen auf eine vegane Nichtregierungsorganisation werfen.

Schlagwörter:

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen