Ernährung

Schächt-Schlachthof Aßlar aufgegeben

Kaum ein anderer Schächter beschäftigte Behörden und Gerichte so stark wie Rüstem Altinküpe mit seinem Schächt-Schlachthof in Aßlar/Hessen. Jahrelang erstritt er sich gegenüber dem Lahn-Dill-Kreis Ausnahmegenehmigungen zum betäubungslosen Schächten von Rindern oder Schafen. Zig Gerichte beschäftigten sich mit diesen Vorgängen, skandalöserweise meist zugunsten von Altinküpe.

Undercover-Ermittlung von PETA Deutschland

Im Jahr 2010 startete PETA Deutschland e.V. eine Undercover-Ermittlung und zeigte Altinküpe mit dem Beweismaterial und der Nennung des Augenzeugen bei der Staatsanwaltschaft Limburg im Juni 2010 an. Zu diesem Zeitpunkt konnte er sich wieder auf eine „Duldung“ des Lahn-Dill-Kreises zur Schächtung von 3 Rindern und 30 Schafen pro Woche berufen. Einer der Vorwürfe in dieser PETA-Strafanzeige: Der Todeskampf eines Schafes hätte bis zu 13 Minuten gedauert. In einer beispiellosen Eile und konfrontativen Haltung gegenüber PETA Deutschland e.V. und dem Undercover-Ermittler („… dem unter Vorspiegelung falscher Vorgaben seitens des Beschuldigten die Anwesenheit beim Schächten gestattet wurde…“) stellte die Staatsanwaltschaft Limburg das Verfahren schon 1 Monat nach Strafanzeigen-Erstattung ein. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten verweigerte diese Staatsanwaltschaft den Anwälten von PETA Deutschland e.V. auch die Akteneinsicht, die für eine qualifizierte Beschwerde benötigt worden wäre. Auch die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/M. als auch das hessische Justizministerium bestätigten diese Einstellung (Az.: 4 Js 11293/10 StA Limburg – 3 Zs 1645/11 Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt – 4121/1 E – III/C 1 – 2012/7019-III/A Hessisches Ministerium der Justiz, für Integration und Europa).

Schächt-Schlachtbetrieb gibt auf

Doch vielleicht hat auch der Druck dieses Verfahrens mit dazu beigetragen, dass Rüstem Altinküpe aufgegeben hat. Im Rahmen eines Akteneinsichtsverfahrens nach dem Verbraucherinformationsgesetz (VIG), in dessen Rahmen Altinküpes Anwalt Schächtgegner den rechtsradikalen und rechtsextremen Kreisen zuordnete, teilte der Lahn-Dill-Kreis im Juni 2014 mit: „In vorstehender Angelegenheit ist Ihnen mitzuteilen, dass Herr Rüstem Altinküpe seinen Schlachtbetrieb in Aßlar zum März dieses Jahres eingestellt hat und das Gewerbe abgemeldet hat.“ (Az.: 15.0-25-7/12).

Auch die Ausnahmegenehmigungen für das Schächten sind laut weiterer Information des Lahn-Dill-Kreises v. 7.8.2014 auf 0 im Jahr 2014 gesunken, während 2012 noch 2 und 2013 noch 1 Ausnahmegenehmigung erteilt wurden. Zwar ist in Aßlar noch ein Fleischhandel und auch ein Schlachtbetrieb der Altinküpes angesiedelt, doch ausdrücklich nicht mehr zum Schächten, wie das Regierungspräsidium Gießen eindeutig am 19.8.2014 bestätigte: „Nein, die Genehmigung umfasst keine Erlaubnis zum Schächten.“

Alles in allem eine gute Nachricht für die Tiere und letztlich für den Rechtsfrieden in Deutschland.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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