Salzwedel: Jungbulle grundlos erschossen - PETA erstattet Strafanzeige
Ernährung

Bulle grundlos erschossen: PETA erstattet Strafanzeige gegen Ordnungsamt und Jagdbehörde

Bulle tot
© iStock.com / timtyler

Warum musste der Jungbulle sterben?

Anfang März (2018) entfloh laut Medienberichten ein scheuer Jungbulle einem Landwirt aus Salzwedel. Das noch junge Tier ist zuvor wild im Müritz-Nationalpark aufgewachsen und dementsprechend scheu war er Menschen gegenüber. Auf seiner Flucht verletzte er keine Menschen oder Sachen und konnte von der Polizei in einem Burggarten gesichert werden. Hier hätte man das verängstigte Tier mit einem Betäubungsschuss von einer weiteren Flucht abhalten können. Jedoch beantragte das Ordnungsamt bei der unteren Jagdbehörde den Abschuss des Tieres. Diese gab die Erlaubnis und beauftragte einen Jäger, der das Tier schließlich erschoss.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Laut §17 des Tierschutzgesetzes darf kein Tier „ohne vernünftigen Grund“ getötet werden. Da der Bulle bereits gesichert und somit keine Gefahr für Menschen bestand, hätte das Tier betäubt werden müssen. Ein Beispiel hierfür ist Bulle Sultan. Im nordrhein-westfälischen Hamm wurde sogar der Zugverkehr stillgelegt, bis er durch einen Betäubungsschuss wieder eingefangen werden konnte.

Bei diesen Vorfällen wird deutlich, dass bei der Wahl zwischen tödlichem Schuss und Betäubung in erster Linie der wirtschaftliche Wert des Tieres für den „Besitzer“ über Leben und Tod des Ausbrechers entscheidet. Nach kalten Zahlen wird der Nutzen eines Tiers bemessen – und nicht danach, dass Tiere fühlende Lebewesen mit einem Recht auf Glück und Unversehrtheit sind, die nicht brutal getötet werden wollen.

© Dörte Röhl

Was fordert PETA?

Da eine Betäubung für ausgebrochene Tiere jedoch nur bedeutet, dass sie weiterhin – meist unter artfremden Bedingungen – in der Landwirtschaft leben müssen oder im Schlachthaus getötet werden, fordert PETA in diesen Fällen die Abgabe an einem Lebenshof, damit die mutigen Tiere ihr Leben dort weitestgehend selbstbestimmt verbringen können.

Unsere Reise zu Pro Animale für Tiere in Not e.V.

Im Falle des völlig verängstigten Bullen aus Salzwedel haben wir Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Stendal gegen die Zuständigen des Ordnungsamtes und der unteren Jagdbehörde sowie gegen den Jäger gestellt. Wir können uns nur vorstellen, was es für den menschenscheuen Bullen bedeutet haben muss, von seiner Familie im Nationalpark getrennt zu werden, um wahrscheinlich seines Fleisches wegen bei dem Landwirt gemästet zu werden.

Was könnt ihr tun?

Ihr könnt den tierfeindlichen Kreislauf in der tierhaltenden Landwirtschaft durchbrechen, in dem ihr euch rein pflanzlich ernährt. Ein veganes Leben war noch nie so einfach! Hilfe geben wir euch gerne mit unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm.

Besucht zudem keine Zoos oder Tierparks. Hier werden überschüssige Tiere, die auch landwirtschaftlich genutzt werden, nicht selten ab einem gewissen Alter an Landwirte abgegeben, gemästet und im Schlachthaus getötet.

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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