Ernährung

Qualprodukt Stopfleber: Warum wir alle dafür bezahlten

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben zu einem 3-Gänge-Weihnachtsmenü eingeladen, bei dem neben Hummer und Fasanenbraten auch Stopfleber auf dem Menü stand. Stopfleber, oder auch Foie Gras, gilt als französische Delikatesse, ist aber wegen der grausamen Herstellung nichts anderes als ein Qualprodukt: Enten und Gänsen wird mehrmals täglich ein Rohr gewaltsam in den Hals gerammt, um große Mengen an Maisbrei in den Magen der Vögel zu pumpen. Dadurch wächst die Leber in einem geringen Zeitraum auf die zehnfache Größe an. Da die Leber der Tiere durch die Zwangsfütterung zunehmend verfettet und dies im eigentlichen Sinne eine Krankheit ist, kommt es bei vielen Enten und Gänsen unter anderem zu Atemnot und Herzversagen.
Schlimm genug, dass die Repräsentanten der EU-Länder zum Fest der Liebe ein solches Qualprodukt konsumieren. Hinzu kommt aber noch, dass sie für ihr Dinner lediglich 16 Pfund bezahlen – damit wird das Essen größtenteils durch die Steuergelder der EU-Bürger finanziert.
Angesichts der Tatsache, dass es in den meisten EU-Ländern verboten ist, Schläuche in Hälse von Vögeln zu rammen, um eine aufgequollene und kranke Leber zu produzieren, ist es eine Schande, dass dieses abscheuliche Produkt im EU-Parlament serviert wird.
Der wissenschaftlich Konsens über Zwangsernährung ist ganz klar: Es ist eine grausame Praxis und sollte verboten werden. Alle Tierschutzorganisationen weltweit verurteilen die Produktion von Stopfleber. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz der EU (EU Scientific Committee on Animal Health and Animal Welfare) hat bereits eine lange Liste erstellt, aus der man entnehmen kann, dass alle Wege der Stopfleberproduktion von Natur aus grausam sind.
Hier könnt ihr eure Stimme gegen Foie gras einsetzen und hier könnt ihr in ein komplett tierleidfreies Leben starten.

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen