Ernährung

Karpfen mit Hilfe der Polizei aus polnischem Supermarkt gerettet

© iStock.com / Abadonian

Die Polizei- dein Fischfreund und Helfer

Ein Karpfen wurde von Viva! in Begleitung der Polizei in der Vorweihnachtszeit aus einem Becken beschlagnahmt, das nicht nur viel zu klein war, sondern auch nicht genügend Wasser beinhaltete, um eine vorgeschriebene, „tiergerechte“ Unterbringung zu gewährleisten. Der Fisch lag aufgrund von Sauerstoffmangel in Seitenlage im Wasser und quälte sich sichtbar. Auch wurde ein nicht sachgemäßer Umgang mit den Tieren (Herausholen der Fische an den Kiemen, Verpacken in Plastiktüten ohne Wasser) dokumentiert. Das alles erfüllt auch nach polnischem Tierschutzgesetz den Straftatbestand der Tierquälerei. Der Karpfen wurde von den Tierschützern in einem großen Wasserbehälter auf die Krankenstation des ichthyologischen Instituts überführt.

Urteil des Obergerichtshof in 3. Instanz: Fische verdienen Schutz wie andere Wirbeltiere auch

Diese Aktion kann nicht gesondert von dem Urteil des OGH (Sąd Najwyższy) vom 13. Dezember gesehen werden. Dieses Urteil hebt die bisherige Rechtsprechung in vorigen Instanzen auf, die auf eine Klage von einer Tierschutzorganisation erfolgt ist. Diese hatte 2010 drei Verkäufer wegen des Verkaufs von Karpfen in Plastiktüten wegen Tierquälerei angezeigt. In den ersten zwei Instanzen gaben die Gerichte den Verkäufern recht.

Das OGH betont in seinem Urteil erneut, dass Karpfen Wirbeltiere sind und demnach vom polnischen Tierschutzgesetz genauso wie andere Wirbeltiere auch geschützt werden müssen. Dies kann – so der OGH – bei einer Unterbringung ohne Wasser oder in einer Plastiktüte mit zu wenig Wasser nicht gewährleistet werden.

So kannst Du helfen, wenn ein Fisch Deine Hilfe braucht

Wenn auch Du Zeuge wirst, wie ein lebendiger Fisch hier in Deutschland in einer trockenen Kiste zappelt, lebend auf Eis liegt, in zuwenig Wasser schwimmt oder in Plastiktüten verpackt wird, kannst Du das Veterinäramt der Stadt anrufen und darum bitten, umgehend herzukommen. Wenn das nicht möglich ist, dann ruf die Polizei (110). Einem Wirbeltier Schaden zuzufügen ist ein Straftatbestand. Das gilt auch, wenn Du siehst, wie ein Angler seine Fische in einen trockenen Korb legt oder sie sonstwie quält. Falls die Polizei nicht kommen möchte, dann kontaktiere uns, wir zeigen den Missstand bei der Staatsanwaltschaft an, brauchen aber Beweise in Form von Fotos oder Videos. Vielen Dank! Die oft noch tolerierte Quälerei von Fischen muss ein Ende haben!

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen