Ernährung

Was passiert nun mit Kälbchen Resi?

Update vom 31. Januar 2014:

Wir haben gute Neuigkeiten für diejenigen, die mit uns um Resi gebangt haben!

Der Landwirt hat uns eine mündliche Zusage gegeben, dass wir Resi abholen und auf einen Lebenshof bringen dürfen. Der Mut der kleinen Kuh hat sich also gelohnt und sie wird bald ein selbstbestimmtes Leben führen dürfen.

Zu Resi selbst: sie ist im Oktober letzten Jahres geboren und laut Landwirt eine Kreuzung aus Limousin, Fleckvieh und Braunvieh. Sie sollte – anders als vermutet – gemästet und dann geschlachtet werden. Dies bleibt ihr nun natürlich erspart, genau wie das Enthornen. Da Resi bislang im Stall stand, der Lebenshof aber eine Offenstallhaltung betreibt, wird sie leider noch etwas auf dem Hof des Landwirts bleiben müssen. Sobald die Tage aber etwas länger werden und die Temperaturen wieder steigen, soll Resi umziehen dürfen. Wir hoffen dies wird Anfang März der Fall sein. Dies wird sobald wie möglich auch vertraglich festgehalten.

Wir freuen uns sehr für Resi. Wir wissen zwar, dass dies keine Lösung des eigentlichen Problems darstellt und auch, dass Zahlungen mit denen wir indirekt ein System unterstützen, gegen welches wir vehement vorgehen, umstritten sind. Jedoch hoffen wir, dass wir mit diesem Einzelschicksal viele Menschen erreichen können und sich so langfristig eine Änderung einstellt. Auch wissen wir, dass die gebotenen 1.000 Euro sehr viel Geld für den Landwirt sind und er durch die Schlachtung von Resi weniger verdient hätte. Jedoch haben wir bewusst mehr geboten, um zu zeigen, dass uns Resi mehr wert ist als ihr „Marktpreis“. Zudem kann man für ein Lebewesen niemals einen gerechtfertigten monetären Wert festlegen.

Wir hoffen also, dass Resi bald in ihr lebenslanges Zuhause umziehen darf und halten Euch natürlich weiter auf dem Laufenden.

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Artikel vom 28. Januar 2014

Vielleicht hat der ein oder andere von dem im Kreis Worms entflohenen Kälbchen gehört. Sie ist dem Landwirt am Donnerstagnachmittag davon gelaufen, als dieser angeblich sie und neun weitere Kälber enthornen wollte. Am Freitagmorgen endete ihre Flucht und sie wurde dem Landwirt wieder gebracht. Wir nennen das Kälbchen Resi und wollen, dass ihr Mut belohnt wird.

Da Resi höchstwahrscheinlich ein Leben als sogenannte Milchkuh bevorsteht, hier der grauenhafte Alltag einer Kuh, die als Milchmaschine missbraucht wird:

• Meist werden Kälber ihren Müttern schon am Tag der Geburt entrissen. Zum einen damit keine Bindung zwischen Mutter und Kind entstehen kann und zum anderen damit das Kalb seine Muttermilch nicht trinken kann – die will nämlich der Mensch für sich.

• Meist kommen die kleinen Kälber, die nun jede Minute mit ihrer Mutter verbringen würden, in sogenannte Kälberiglus. Alleine stehen sie in den kleinen Boxen und bekommen sogenannte Milchaustauscher zu trinken – seine Muttermilch will ja der Mensch für sich.

• Ist das Kälbchen männlich wird es einige Wochen gemästet, um dann getötet zu werden. Es ist nun in den Augen vieler kein Lebewesen mehr, sondern „Kalbfleisch“. Kastriert werden die Tiere bis zu einem gewissen Alter ohne Betäubung.

• Ist es weiblich – so wie Resi – dann muss es sein Leben meist in einem Stall verbringen. Nicht selten in sogenannter Anbindehaltung, wo die Tiere sich nicht einmal umdrehen können.

• Die Hörner der Kühe sind für den Landwirt unpraktisch und deshalb werden sie mit einem Draht abgesägt. Dies ist eine schmerzhafte, oft blutige Prozedur, die ohne Narkose durchgeführt werden darf.

• Jedes Jahr wird sie nun ein Kind bekommen, meist durch künstliche Befruchtung. Keines dieser Kinder darf sie erleben.

• Die Milchleistung der Kühe wird durch Züchtung und nicht artgerechtes Hochleistungsfutter immer weiter erhöht und so gibt eine Kuh bis zu 50 Liter Milch am Tag. Diese Leistung kann die Kuh maximal 4 bis 6 Jahre aushalten. Dann wird sie entweder krank und somit unwirtschaftlich für den Landwirt, oder die Milchleistung nimmt ab und somit erfüllt sie für den Landwirt keinen Zweck mehr.

• Ihr trauriges Leben endet somit beim Schlachter – einsam und anonym.

Wir haben dem Landwirt von Resi durch eine Pressemitteilung 1.000 Euro geboten, wenn er uns Resi verkauft. Sie soll ihr Leben selbstbestimmt auf einem Gnadenhof verbringen. Dies soll ein klares Zeichen gegen die tägliche Ausbeutung von „Milchkühen“, „Legehennen“, „Mastschweinen“ (oder wie der Mensch diese Lebewesen sonst noch nennt, um die Ausbeutung zu rechtfertigen) sein.

Ihr wollt, dass jedes Lebewesen seiner selbst auf der Welt ist. Ihr wollt keine „Nutztiere“ mehr, die der Mensch für seine Zwecke ausbeuten kann?

Dann werdet vegan. Es ist einfach, lecker und gesund. Eine Einstiegshilfe in ein tierfreundliches Leben kann unser kostenloser Veganstart sein.

Probiert es einfach aus und helft Resi als ein Lebewesen gesehen zu werden!

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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