Ernährung Studien

Oxfam America über Schlachthofmitarbeiter

Der neuerschienene Bericht „No relief” („Keine Erleichterung“) der Organisation Oxfam America befasst sich mit den verheerenden Zuständen bei Amerikas größten Fleischverarbeitungskonzernen, u.a. Tyson Foods und Perdue. Dem Bericht nach werden Arbeitern die Toilettenpausen verwehrt, viele sind dazu gezwungen Windeln zu tragen, oder auch stundenlang in ihrem eigenen Kot oder Urin zu stehen.

Fleischkonzerne erneut am Pranger

Schon 2015 veröffentlichte Oxfam einen Bericht zu der Situation der Arbeiter in amerikanischen Zerlegebetrieben. In dem Bericht „Lives on the line: human costs of cheap chicken meat“  wurde beschrieben, wie meist ausländische und teils nicht registrierte Arbeiter in den Betrieben von großen Fleischkonzernen ausgebeutet werden. „Von jedem Dollar, den die Konsumenten bei McDonald’s für ein Chicken McNugget ausgeben, gehen nur 2 Cent für Arbeitskosten im Produktionsbetrieb.“, hieß es in dem Bericht. Niedrige Löhne, mangelnde Arbeitssicherheit, hohe Verletzungsraten und extremer Personalwechsel sind weitere Probleme, die gelistet wurden.

Verachtung gegenüber Mitarbeitern

Im aktuellen Bericht konzentriert sich Oxfam auf das Recht zu Toilettenpausen. Mitarbeiter berichten von extremer Einschüchterung und Schikanen seitens der Vorgesetzten, die Mitarbeiter den Toilettengang für Stunden verweigern und mit Entlassung drohen, wenn sie sich ohne Erlaubnis den Arbeitsplatz verlassen. Viele Arbeiter haben keine andere Wahl als sich einzunässen und in dreckiger Kleidung stundenlang weiter zu arbeiten. Andere urinieren einfach an der Produktionslinie oder tragen Windeln. Vom Vorarbeiter bekommen sie oft nur zu hören, dass sie nicht so viel essen und trinken sollen.

Die Situation in Deutschland

Auch in Deutschland stehen die Fleischkonzerne seit Jahren wegen dem Umgang mit Leiharbeitern in der Kritik. Dumpinglöhne, Unterbringung in Massenunterkünften,  Arbeit ohne Vertrag viele Stunden lang, 7 Tage in der Woche und ein erhöhtes Erkrankungsrisiko – das ist die Realität für viele Arbeiter, vor allem aus Osteuropa. Und auch mangelnde Absicherung: Nach dem Brand im Wiesenhof-Betrieb in Lohne wurden erst kürzlich alle Leiharbeiter einfach entlassen.

Das alles zeigt, dass die Fleischproduktion nicht nur mit Ausbeutung von Tieren verbunden ist. Auch die Ausbeutung und Verachtung gegenüber Menschen ist Teil des Kalküls.

Das Fazit: Wenn du dich nur um Menschen sorgst, solltest du eine pflanzliche Lebensweise wählen. Das kommt dann auch den Tieren zu Gute.

 

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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