Ernährung

Meine Freundin Octavia der Oktopus

Ein Oktopus am Meeresgrund
© iStock.com / Micha Adamczyk

Der Gastautor Sy Montgomery schrieb im National Geographic einen Gastblog über Kraken. Er fordert wie PETA USA ein Verbot des Lebendverzehrs der faszinierenden Meeresbewohner. Anbei ein paar Auszüge aus seinem Blog:

„Zwei Jahre lang fuhr ich jeden Mittwoch zwei Stunden lang von New Hampshire nach Boston um meine Freundin Octavia zu sehen. Wenn wir uns in die Augen sahen, errötete sie. Dann umarmten wir uns, schlangen unsere Arme umeinander und spielten so lange bis einer von uns müde wurde, anfing zu frieren oder zum Mittagessen aufbrechen musste. Ungewöhnlich an unserer Freundschaft war, dass Octavia ein pazifischer Riesenkrake ist (…).“

Ein pazifischer Riesenkrake passt durch eine Öffnung so klein wie eine Orange

Montgomery beschreibt, dass Kraken mit ihrer Haut schmecken, ihre Farbe und Körperform verändern und Tinte ausstoßen können. Und selbst pazifische Riesenkraken können ihren knochenlosen Körper durch eine Öffnung von der Größe einer Orange schieben.

Ein Oktopus erkennt einzelne Menschen und weiß wem er sich nähern möchte und wem nicht

„Ein Oktopus kann auch einzelne Menschen wiedererkennen und sich sogar mit ihnen anfreunden. Kraken sind erstaunlich intelligent (…) Experimente am Seattle Aquarium zeigten, dass Kraken einzelne Menschen erkennen, einfach indem sie sie aus dem Wasser heraus ansahen und selbst dann, wenn die Menschen identisch gekleidet waren.  Die Kraken lernten schnell, sich den Menschen zu nähern, die sie gefüttert hatten und von Menschen wegzurücken, die sie mit einem stacheligen Stock berührt hatten (…).“

Lebende Kraken und andere Wirbellose werden lebendig gegessen

„In Seattle erfolgte, nachdem ein Teenager bei Cove 2, einer beliebten Taucherstelle, einen 40 Kilogramm schweren pazifischen Riesenkraken aufgespießt, geschlagen und getötet hatte, ein Aufschrei aus der lokalen Tauchergemeinde, der zur Folge hatte, dass  das Gebiet zu einem geschützten Meerespark erklärt wurde, an dem es nun verboten ist, Kraken zu fischen.

Doch gleichzeitig dürfen in Restaurants in derselben Stadt, sowie in Dutzenden anderen Städten im Land, so auch in Los Angeles und New York, Kraken und andere Tiere verstümmelt, geschlachtet und lebend serviert werden. Vor kurzem veröffentlichte PETA USA ein Video, in dem ein Chefkoch einem lebenden Kraken die Arme abtrennt, die dann, sich noch bewegend, unter dem Namen  “sannakji” serviert wurden. Andere Tiere wie Hummer oder Garnelen werden lebend als “sashimi style” serviert oder langsam am Tisch der Gäste zu Tode gedünstet in “live seafood” – Kochtöpfen.“

Montgomery appelliert in seinem Gastblog an die Leser: „Es gibt viele köstliche Speisen auf der Welt. Dabei zuzusehen, wie ein intelligentes, empfindungsfähiges Lebewesen langsam stirbt, sollte nicht Teil unserer Esserfahrung sein.“

So kannst Du helfen

Unsere Schwesterorganisation PETA USA möchte das Essen von lebendigen Tieren verbieten lassen. Bitte unterschreibe unbedingt die Petition.

Sy Montgomery ist der Autor von The Soul of an Octopus: A Surprising Exploration Into the Wonder of Consciousness.

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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