Ernährung

Morrisseys Antwortet auf die Rationalisierung des Fleischessens

Wie von vielen internationalen und nationalen Medien berichtet, finden Menschen, die Tierquälerei an sich ablehnen, immer noch Wege ihren Fleischkonsum zu rationalisieren. Melanie Joy, Sozialpsychologin und Autorin des Buches „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus – eine Einführung“, hat drei „Ns“ identifiziert, die von Menschen als Rechtfertigung für das Essen von Tieren angeführt werden: Es wäre „natürlich“, „normal“ und „notwendig“.

Selbstverständlich ist es keines davon. Es ist nichts “Natürliches” daran, dass Tiere in großen Hallen zusammengepfercht, zu enormem Wachstums gezüchtet und mit Antibiotika und andere Medikamente vollgepumpt werden. Noch ist es natürlich, dass Menschen an Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sterben, deren Entstehung mit gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Rückständen, die man in Fleisch, Eiern und Milchprodukten findet, in Verbindung gebracht wird.

Und was “normal” anbetrifft: Immer mehr Deutsche greifen zu Fleischalternativen, immer mehr von Beyoncé über Miley Cyrus ernähren sich vegan und sogar der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik äußert sich in seinem neusten Gutachten positiv zu Alternativprodukten.

Die Amerikanische Gesellschaft für Diätetik und Ernährung haben in Positionspapieren wiederholt festgehalten, dass „gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung […] für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet [sind], einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, frühe und spätere Kindheit und Adoleszenz“ und dass sogar gesundheitliche Vorteile in der Prävention und Behandlung von bestimmten Erkrankungen durch eine vegane Ernährung bestehen. Fleisch ist also so „notwendig“ wie ein Loch im Kopf.

Wissenschaftler haben nun ein viertes “N” für “nett” (im Sinne von: Es ist nett, es zu essen) abgegrenzt, das vermutlich am schwersten von allen zu rechtfertigen ist. Wenn unser Maßstab für eine Entscheidungsfindung nämlich auf „Wenn es sich gut anfühlt, dann tu es.“ reduziert wird, dann können wir ebenso leicht auch einen Bankraub, alkoholisiert Autofahren, für einen wochenlangen Netflix-Marathon Blaumachen und andere destruktive Verhaltensweisen rechtfertigen.

Aber vermutlich kam die beste Antwort auf die „Fleisch-Rechtfertiger“ bereits vom niemals schüchternen, immer gern zitierten Morrissey, als die Smith ihr Nummer-eins-Album Meat is Murder 1985 veröffentlichten. Der Titel unter demselben Namen beschreibt es ziemlich genau.

„Ist dir bewusst, wie Tiere sterben?

Küchenaromen sind nicht sehr gemütlich,
Es ist nicht „tröstlich“, „heiter“ oder „nett“.
Es ist brutzelndes Blut und der unheilige Gestank von MORD

Es ist nicht „natürlich“, „normal“ oder „nett“,

Das Fleisch, das du so festlich brätst
Das Fleisch in deinem Mund
Während du den Geschmack des Mordes genießt“

Es führt kein Weg dran vorbei: Fleisch ist Mord. Und es gibt niemals eine Rechtfertigung dafür.

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Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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