Ernährung

Martin Schulz und Stopfleber – warum ihm Stopfleber nicht gut zu Gesicht steht

Weil persönliche Integrität und Glaubwürdigkeit im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen, muss sich nun
auch Martin Schulz für seine kulinarischen Vorlieben verantworten. Vor vier Jahren hat er beim Mittagessen  mit einem Reporter der Financial Times Stopfleber für 25€ als Vorspeise bestellt und das Tierqualprodukt auch dem Reporter empfohlen. Ein schoc
kierter SPD-Fan
konfrontiert Schulz nun mit den Vorwürfen: Hätte dieser wirklich Stopfleber gegessen, wäre Schulz für den SPD-Anhänger ein unwählbarer Kandidat.

© Foto-AG Gymnasium Melle

Sag mir, was du isst und ich weiß, wofür du stehst?

Ist das Essen von Stopfleber nur eine Art „Kavaliersdelikt“, wie der ein oder andere Journalist jetzt behauptet? Nein, denn durch unsere Ernährungsgewohnheiten zeigen wir auch, welche Werte und Überzeugungen wir vertreten – unsere Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für andere Lebewesen. In seiner Rede auf dem Parteitag im März sagte Schulz über das Wahlprogramm seiner Partei: „Bei unserem Programm wird es um Gerechtigkeit, um Respekt und um Würde gehen.“

Gerechtigkeit, Respekt und Würde – auch für Tiere!

Enten und Gänse sind soziale Tiere, die bis zu 10 Jahre, Gänse sogar bis zu 25 Jahre alt werden können. Enten, die ihres Fleisches wegen aufgezogen werden, verbringen ihr gesamtes Leben eingepfercht in dreckigen, dunklen Hallen, wo man ihnen alles vorenthält, das natürlich für sie ist: Sie können niemals schwimmen, die Sonne auf ihrem Rücken spüren, frische Luft atmen oder eine Familie aufziehen. Die entsetzliche Beengtheit in dieser Intensivhaltung führt zu kräftezehrenden Verletzungen und Krankheiten.

Bei der Produktion von Enten- und Gänsestopfleber wird den Tieren mehrmals täglich ein Metallrohr in den Hals gesteckt, dass die Tiere schwer verletzen kann. Darüber wird den wehrlosen Vögeln, die in Käfigen eingesperrt sind und sich nicht frei bewegen können, ein Vielfaches an Nahrung in den Magen gepumpt. In der Folge vergrößert sich die Leber der Tiere um das Sechs- bis Zehnfache. Das Stopfen führt bei den Tieren zu Atemnot, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Stoffwechselstörungen. Nicht umsonst ist die Prozedur nach dem deutschen Tierschutzgesetz verboten und viele Menschen in Deutschland kämpfen für die Rechte der Enten und Gänse.

Ein klares Bekenntnis gegen Stopfleber

Auch in deutschen Bundestag sollte Stopfleber Thema sein. Denn obwohl die Produktion von Stopfleber in Deutschland verboten ist, ist der Verkauf noch immer legal. Wir alle können Tieren helfen, indem wir uns dafür einsetzen, dass das Tierqualprodukt von den Speisekarten der Restaurants verschwindet. Die nächste Bundestagswahl muss endlich einen Wandel im deutschen Tierschutzgesetz und konkrete Verbesserungen bringen!

Wer es mit den Werten Gerechtigkeit, Respekt und Würde ernst meint, der darf die Tiere nicht vergessen – auch und gerade nicht auf dem eigenen Teller.

Schlagwörter:

Über den Autor

Christiane

ist Aktivistenkoordinatorin bei PETA Deutschland. Sie betreut Aktive in ganz Deutschland und setzt sich vor allem für die Enten und Gänse in der Stopfleber-Produktion ein - denn jedes Tier hat ein Recht auf Leben und Freiheit!

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen