Ernährung

Limo-Steuer: Was Cola und Fleisch verbindet

© iStock/sfe-co2

Der Stadtrat von Philadelphia hat vergangene Woche eine Limo-Steuer („soda-tax“) eingeführt. Die Abgabe, die ca. 50 Cent pro Liter betragen wird, soll der Stadt jährliche Einnahmen in Höhe von 90 Millionen Dollar bescheren. Diese sollen vor allem in Bildung und Nachbarschaftsentwicklung investiert werden.

Win-Win-Situation

Zuckerhaltige Getränke sind die Hauptquelle für zugefügten Zucker, der tägliche Konsum beträgt in Amerika knapp 20 Teelöffel am Tag und trägt Maßgeblich zu dem Übergewichts- und Fettleibigkeitsproblem in der amerikanischen Bevölkerung bei. Trotzdem wird dem Bürgermeister von Philadelphia, der als ein starker Befürworter der Steuer gilt, vorgeworfen regressive Politik auf Kosten ärmerer Bevölkerungsschichten zu machen und mit populistischen Argumenten zu arbeiten, hinter denen bevormundende Absichten versteckt gehalten werden. Wie dem auch sei: die Limo-Steuer kommt der Bevölkerung von Philadelphia so oder so zu Gute. Denn einerseits gibt es Gründe zu hoffen, dass der Konsum von zuckerhaltigen Getränken in Folge der Preiserhöhung sinkt – und damit auch die Gesundheitsrisiken. Andererseits hängt eine bessere Bildung mit einem niedrigeren Körpergewicht zusammen. Der einzige Verlierer: die Getränkelobby, die heftig gegen dieses Verbot protestiert hat.

Ein weiterer Faktor

Was in der Debatte übersehen worden ist, ist aber ein anderer wichtiger Faktor, der mit Fettleibigkeit zusammenhängt: nämlich der Fleischkonsum. PETA Deutschland fordert hierzulande schon seit Jahren die Einführung einer Fleischsteuer und zwar nicht nur deshalb, weil der Fleischkonsum für das Leiden und den Tod von Millionen von Tieren verantwortlich ist, sondern sich auch negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken kann. Laut Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft macht die Behandlung von ernährungsmitbedingten Krankheiten ca. 1/3 aller Gesundheitsausgaben aus.

Die Begrenzung des Fleischkonsums um nur 10% würde in Deutschland über 80 Millionen Tieren das Leben retten und das Gesundheitssystem potentiell deutlich entlasten. Das so etwas bei politischem Willen trotz Widerstand seitens Interessenverbänden möglich ist, zeigt das jüngste Beispiel aus Philadelphia.

Pro-Tipp: mit einer rein pflanzlichen Ernährung könnten sogar noch mehr Tiere gerettet werden.

 

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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