Ernährung

Kuhherde: Ruhestörung durch Familienzusammenführung

Am Dienstag, den 3. Juli 2014 wurde die Polizei in Jockgrim alarmiert, da Anwohner lautstarke Geräusche wahrgenommen haben. Die Polizei ging dieser nächtlichen Ruhestörung nach und fand als Ursache eine vor Freude muhende Kuhherde. Hintergrund war, dass die älteren und jüngeren Rinder auf einer neuen Weide wiedervereint wurden und sich die halbe Nacht lautstark muhend über die Familienzusammenführung freuten.

Das traurige Leben von Kühen

Niedlich und lustig könnte man jetzt denken. Mich als Agrarwissenschaftlerin und Tierrechtlerin macht solch eine Nachricht allerdings sehr traurig. Denn während meines Studiums habe ich gelernt, wie eine Kuh in der Milchindustrie systematisch ausgebeutet wird. Kühe werden auf immer höhere Milchleistung gezüchtet, sie bekommen Soja, Mais und Getreide, welches ihrem Körper und ihrer Verdauung zwar nicht gut tut, aber mehr Milch bringt und viele stehen ihr kurzes Leben lang im Stall. All dies führt zu systemimmanenten Krankheiten, weshalb Kühe in der Milchindustrie ein Durchschnittsalter von nicht einmal fünf Jahren erreichen. Denn eine Behandlung lohnt sich oft aus wirtschaftlichen Gründen nicht und die Kuh wird im Schlachthof getötet. Auch die Kälber der dauerschwangeren Kühe erwartet kein schönes Leben. Sie werden schon nach ein bis drei Tagen von ihren Müttern getrennt, da sie IHRE Muttermilch nicht trinken dürfen. Stattdessen werden sie meist einzeln in sogenannte Kälberiglus verfrachtet. Meist ohne Betäubung werden ihnen die Hornansätze ausgebrannt und die männlichen Tiere kastriert, bevor sie wie ihre Mütter im Schlachthaus landen.

Der Trennungsschmerz der Tiere

Als Tierrechtlerin weiß ich, dass Rinder nicht nur intelligente und leidensfähige Tiere sind, die genauso Schmerzen erleiden wie wir, sondern dass sie sehr soziale Tiere sind. Sie trauern wenn Herden- und Familienmitglieder sterben oder von der Gruppe getrennt werden. Mutter und Kind schreien oft tagelang nacheinander, nachdem sie vom Landwirt getrennt werden. Zudem sind Rinder sehr sensible Tiere und da sie in der Landwirtschaft wie ein reines Produkt behandelt werden, leiden sie unter der Haltung, dem Transport und letztendlich im Schlachthof. Hier sterben alle Tiere gleich grausam – egal ob bio oder konventionell.

Wenn man tierische Produkte konsumiert, dann muss man sich bewusst darüber sein, dass man Wesen mit Charakter und Leidensfähigkeit zu einem Produkt ohne das Recht auf Leben degradiert. Und das ohne Grund: www.veganstart.de

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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