Ernährung

KFCs Spendenaktion – Hilfreich oder heuchlerisch?

Sicherlich geht es nicht nur mir so zu wissen, dass man vermutlich viel zu viel konsumiert – sei es ein Paar Schuhe, das man nicht wirklich gebraucht hätte, ein Fertigprodukt, das selbstgemacht wesentlich günstiger gewesen wäre, und so weiter und so fort. Da drückt das Gewissen dann doch etwas weniger, wenn zumindest ein Teil des Erlöses gespendet wird.

Diesen Gedankengang macht sich auch die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken zunutze, wenn sie im Oktober bei ihrer Spendenaktion pro Bestellung 10 Cent spenden wollen. (Die Gäste werden übrigens erst gefragt, ob sie die Aktion unterstützen wollen). Ich will nicht sagen, dass die profitierenden Organisationen, wie die Tafel und das World Food Programm, keine Unterstützung verdient haben. Aber dafür zu KFC gehen?

Uns sollte schließlich bewusst sein, dass ein Grund für den Welthunger der immense Konsum an Fleisch in den Industrieländern ist. Es könnten 4 Milliarden mehr Menschen ernährt werden, wenn die Ernteerträge direkt dem Menschen und nicht erst Tieren in der Ernährungsindustrie zur Verfügung stehen würden (Studie findet ihr hier). Ob also KFCs Spendenaktion den Kreislauf aus Armut und Hunger durchbrechen wird, wie sie es als ihre Vision beschreiben, ist somit mehr als fraglich, denn Hühner ernähren sich nicht von Luft und Liebe. Zudem werden diese neugierigen und sozialen Tiere für KFC oft dicht gepackt auf ihrem eigenen Kot gehalten, bevor sie den schlimmsten Misshandlungen in Schlachthöfen ausgesetzt werden. Jedes Jahr werden auf diese Weise fast 630 Millionen Hühner in Deutschland ermordet. Ihre Mutter haben die Hühner dabei während ihres kurzen Lebens übrigens nie gesehen.

Da ist es doch sinnvoller sich eins unserer leckeren Rezepte zu kochen, wie z.B. dieses „Hühnerfrikassee“, und lieber direkt eine Organisation zu unterstützen, die sich gegen den Welthunger einsetzt, oder sein Flaschenpfand zu spenden… Euch fällt bestimmt was ein. Doch Tiere müssen ganz bestimmt nicht für eine Spendenaktion leiden.

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen