Ernährung

Kälber für die Mülltonne!

Vielleicht haben einige von euch den Spiegel-Artikel über die illegale Tötung von Bullenkälbern gelesen. Darin wird die traurige Wahrheit beschrieben, warum viele Landwirte in der Milchindustrie die männlichen Kälber nach der Geburt vernachlässigen, nicht ausreichend behandeln oder sogar töten.

Warum sind Bullenkälber, wie auch die männlichen Brüder in der Eierindustrie“, für die Industrie kaum etwas wert?

Eines darf man nicht vergessen: Landwirte halten Tiere aus wirtschaftlichen Gründen, das heißt sie müssen mit den Lebewesen ihr Geld verdienen. Deshalb können sie meist wenig Rücksicht auf die wirklichen Bedürfnisse der Tiere nehmen und jedes Tier stirbt früher oder später im Schlachthof.

Kühe sind Säugetiere, wie der Mensch auch. Damit sie Milch geben, werden sie jedes Jahr meist künstlich besamt, um ein Kalb auf die Welt zu bringen. Dies wird der Mutter kurz nach der Geburt weggenommen, denn jeder Tropfen Milch bedeutet Geld für den Landwirt – für Kuhmutter und Kalb bedeutet es eine schmerzliche Trennung. Das Kalb wird nun meist alleine in eine Kälberbox verfrachtet. Einsam auf wenigen Quadratmetern!

Damit die Kühe immer mehr Milch geben, wurde ihnen eine krankmachende Milchleistung von durchschnittlich etwa 10 000 Litern Milch im Jahr angezüchtet (Ursprünglich gibt eine Kuh etwa 10 Liter am Tag für ihr Kalb). Diese Züchtung auf Milch hat jedoch die Konsequenz, dass diese Tiere kaum mehr Fleisch ansetzen. Die männlichen Kälber, die logischerweise keine Milch geben, sind also auch für die Mast unwirtschaftlich.

Ein weiteres Problem ist der hohe Milchkonsum der Deutschen. Immer mehr Milch bedeutet immer mehr Kälber, die keiner haben möchte. Um wirtschaftlich zu handeln, werden männliche Kälber also oft vernachlässigt oder sogar kurz nach der Geburt getötet.

Dies ist ein illegaler und unhaltbarer Zustand an dem vor allem das Bundeslandwirtschaftsministerium und einige Bauernverbände mit ihrer tierfeindlichen Politik schuld sind. Diese haben über die letzten Jahrzehnte die Zucht hin zu kranken Milchmaschinen gefördert und tun dies auch in Zukunft.

PETA hält den Gesetzgeber hier für Straftäter, da er solche schweren Vergehen nicht nur duldet und fördert, sondern es unterlässt, diese eindeutig strafbaren Handlungen an Millionen von Tieren zu untersagen – bewusst und vorsätzlich!

Deshalb ist jeder einzelne von euch gefragt!

Kein Mensch ist auf die Muttermilch von Kälbern angewiesen – sie kann uns im Gegenteil sogar krank machen. Zudem ist der Konsum von Milch immer mit unvorstellbarem Leid für Kuh und Kalb verbunden. Auch in der Biohaltung werden Kuh und Kalb getrennt, auch in der Biohaltung wird jedes Tier im Schlachthof getötet.
Entscheidet euch deshalb für die vielen pflanzlichen Alternativen. Probiert euch durch die Regale und ihr werdet sehen, dass auch euer Liebling unter den vielen verschiedenen Pflanzendrinks dabei ist. Oder habt ihr schon einmal Käse auf Nussbasis probiert? Nein? Dann wird es aber Zeit!

Jede Ernährungsumstellung benötigt Zeit. Lasst euch von kleinen Schwierigkeiten am Anfang nicht aus dem Konzept bringen und denkt immer daran für wen ihr das tut. Nämlich für die vielen Tiere, eure Gesundheit und zuletzt auch für die Umwelt.

Hilfe beim Umstieg in ein veganes Leben bekommt ihr hier: www.veganstart.de

Und: Wir brauchen weiterhin gute Landwirte, die mit Rücksicht auf unsere Umwelt viele leckere und pflanzliche Lebensmittel produzieren!

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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