Ernährung

Jeder kann Gewalt stoppen und Frieden schaffen

Dies ist ein Gastblog-Beitrag von Ingrid Newkirk.

PETA tritt für Frieden und Respekt für alle Lebewesen ein – unabhängig von Ethnie, Religion, Nationalität, sexueller Orientierung oder Spezies.

Während wir auf Paris blicken und versuchen, diesen Alptraum zu begreifen, ist es vielleicht an der Zeit, folgende Frage zu stellen: Können wir unsere Herzen und unseren Geist öffnen und uns gegen alle Formen der Gewalt stellen? Denn dies sollte nicht nur dann gelten, wenn Gewalt in unseren Familien, Gemeinden oder in unserem Zuhause um sich greift.

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Ein Wandgemälde von PETA France in Paris, entstanden nach den gewaltsamen Angriffen auf die Stadt Anfang des Jahres. Religiöse Symbole sind in Erbsenform gezeichnet – der Slogan: „Give Peas a Chance – Go Vegan. Non-Violence Begins on Our Plates.”

Das Haus meiner Eltern in Neu Delhi war während meiner Kindheit stets voller menschlicher Flüchtlinge, armer Menschen und Menschen mit Behinderung, unverheirateter Mütter, die von ihren Familien verstoßen worden waren, und auch verwaister Tiere. Meine Mutter sagte immer: „Es kommt nicht darauf an, wer Hilfe braucht, sondern darauf, dass jemand Hilfe braucht.“

Mit den Jahren wurde mir klar, dass wir uns in der Ablehnung von Gewalt aber niemals hilflos fühlen müssen. Vielleicht können wir nicht alle Kriege und Gewaltausbrüche der Welt stoppen, aber jeder von uns kann Gewalt und Leid beenden, wo wir selbst dafür verantwortlich sind. Diese Macht haben wir jedes Mal, wenn wir uns an den Esstisch setzen. Wir können eine Entscheidung treffen und uns für gewaltfreie vegane Produkte entscheiden, anstatt Fleisch, Milchprodukte und Eier zu kaufen.

Die für unsere Nahrungsmittel getöteten Tiere haben zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, Dingen nachzugehen, die ganz natürlich und schön für sie wären. Ihr Leben lang verbringen sie in winzigen, dreckigen Käfigen oder Verschlägen, in denen sie kaum einen Schritt vorwärts gehen können. Sie haben im Grunde gar kein Leben – und werden dann in absolut beängstigenden Schlachthöfen getötet.

Alle großen Friedensstifter waren Vegetarier und verkörperten dieses Ideal der Gewaltlosigkeit. Jeder weiß, dass Mahatma Gandhi eine gewaltlose Ernährung pflegte. Er sprach sich dagegen aus, Tieren Angst zu machen und ihnen ihr Leben zu nehmen, nur für einen kurzen Moment des Gaumenkitzels – eines seiner vielen guten Lehrstücke. Familienmitglieder des großen amerikanischen Bürgerrechtsaktivisten Dr. Martin Luther King Jr. aßen kein Fleisch mehr: Sie konnten die Analogie zwischen dem Schlachthaus, das einen Supermarkt beliefert, und dem Blutbad des Krieges und des inneren Konflikts nicht ertragen.

Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer entstammte einer Familie, die vor dem Genozid der Nazis in Europa flüchtete. Er wurde Vegetarier, als er vom Fenster seines Zimmers aus gefesselte Kühe sah, die eine Rampe hinab in ihren Tod geprügelt wurden. Viele Quäker und Grahams in England und den USA, die sich früher für die Emanzipation der Frau und die Abschaffung des Sklavenhandels einsetzten, essen kein Fleisch. Sie möchten Gewalt ihrem eigenen Körper und den Tieren gegenüber vermeiden.

Man muss in höchstem Maße entschlossen sein, um Gewaltlosigkeit in einer Zeit der Gewalt zu praktizieren. Und doch ist es so einfach, mitfühlend zu handeln und sich ganz bewusst gewaltlos gegenüber denen zu verhalten, die keinerlei Gefahr für uns darstellen. Dies ist ganz klar bei allen Tieren der Fall, die vom Menschen gegessen werden.

Wenn wir zeigen wollen, dass unsere Worte gegen den Terror ernst gemeint sind und von unserem persönlichen Verhalten getragen werden, dann müssen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Frieden und Gerechtigkeit gehen. Dieser Schritt besteht darin, Gewalt von unserem Teller zu fegen. Erst wenn wir allen Lebewesen – unabhängig von Ethnie, Religion, Geschlecht und Spezies – Mitgefühl entgegenbringen, können wir unserem Wunsch, Schmerz und Blutvergießen in der Welt zu mindern, Ausdruck verleihen.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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