Ernährung

Interview mit dem Schriftsteller Thomas Meyer

Im Interview mit PETA Deutschland erzählte uns Thomas Meyer über sein neues Leben als Veganer und den Einfluss dieser Entscheidung auf seine Arbeit als Schriftsteller.

Seit wann leben Sie vegan?

Es war ein Prozess, der vor etwa vier Jahren eingesetzt und schrittweise Fleisch, Milch und Eier aus meinem Leben entfernt hat – und damit interessanterweise auch den Alkohol. Ich stelle fest, dass Alkohol die Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen massiv einschränkt.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, vegan zu leben?

Ich denke, wenn Veganismus eine Entscheidung ist, handelt es sich um eine mentale Mode. Für mich ist Veganismus vielmehr Ausdruck persönlicher Entwicklung in eine bewusste, respektvolle Richtung. Wer sich und seine Umwelt respektiert, lebt von selbst vegan und raucht auch nicht. Interessant und erschütternd war für mich übrigens die Erkenntnis, dass Kühe keineswegs freiwillig ständig Milch geben.

Wie hat Ihr Umfeld auf Ihren neuen Lebensstil reagiert?

Ambivalent: Ebenso interessiert wie spöttisch.

Inwiefern fließt Ihr Leben als Veganer in Ihre Arbeit mit ein?

In meinem Roman »Rechnung über meine Dukaten« empfiehlt der Leibarzt seinem alles andere als vegan lebenden König eine entsprechende Lebensweise. Aber viel wichtiger scheint es mir, dass ich meine Position dafür nutzen kann, die Menschen für eine tier- und naturfreundlichere Lebensweise zu gewinnen. Jeder Beitrag zählt.

Was war die größte Umstellung?

Ich brauche mehr Zeit beim Einkaufen, weil ich all die Produktbeschreibungen lese. Es ist wahnsinnig, dass überall Milchpulver enthalten ist – weil wir so viel Milch loswerden müssen. Und den Crèmeschnitten konnte ich trotz Hardcore-Laktoseintoleranz, übrigens der Auslöser für meine vegane Ernährung, bis vor einigen Monaten wirklich nur schlecht widerstehen. Und natürlich muss ich alle fünf Wochen Vitamin B12 injizieren lassen.

Welches Vorurteil gegenüber Veganern stimmt?

Ich kenne keine Vorurteile gegenüber Veganern, aber solche gegenüber Veganismus, und zutreffend ist die Feststellung, dass die Fleischgerichtskopien wie »veganes Zürichgeschnetzeltes« irgendwie witzlos sind.

Welches stimmt nicht?

Dass man aus Tofu nichts Leckeres machen könne.

Möchten Sie unseren Lesern noch etwas sagen?

Gern: Nur Arschlöcher tragen Pelz. Ich frage mich, wo die Empörung aus den 1980er-Jahren hingekommen ist. Seit all die jungen Schnepfen mit Pelzkragen herumlaufen, fühlen sich die alten Schnepfen bemüßigt, ihre Pelzmäntel wieder aus dem Schrank zu holen. Diese Ignoranz finde ich zum Kotzen.

 

Biografie:Foto: (c) Lukas Lienhard
Thomas Meyer, geboren 1974 in Zürich, war als Texter und Autor tätig. Seit 2012 ist er freier Schriftsteller. Nach seinem erfolgreichen Debüt »Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse« erscheinen im Herbst 2015 beim Diogenes Verlag die Taschenbuch-Ausgabe von »Rechnung über meine Dukaten« und im Salis Verlag die Aphorismensammlung »Einhundert Einsichten«. Aktuelle Lesungstermine finden Sie auf seiner Website.

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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