Ernährung

Initiative Tierwohl: vor allem eine Werbemaßnahme

Der Deutsche Tierschutzbund ist vor kurzem aus dem Beraterausschuss der Initiative Tierwohl mit der Begründung ausgetreten, dass die Beschlüsse der Projektgruppe Schwein „keine langfristige Perspektive für den Tierschutz“ bieten. Damit scheint er endlich erkannt zu haben, was PETA seit Beginn der Initiative immer wieder beteuert: die Initiative Tierwohl ist vor allem eine Werbemaßnahme der Fleischindustrie, mit der sie vorrangig ihr Image aufpolieren möchte.

Mehr Platz oder mehr Profit?

Die Idee hinter der Initiative besteht darin, dass von dem Lebensmitteleinzelhandel ein Fond errichtet wird, in den pro Kilogramm verkauftes Fleisch von den Supermarktketten 4 Cent eingezahlt werden. Diese sollen dann Landwirten zu Gute kommen, die in „Tierschutzverbesserungen“ investieren. Etwa in 10% mehr Platz (für ein 110kg schweres Schwein 1,1 m² anstatt 1m²) oder „organisches Beschäftigungsmaterial“ (z. B. ein Jutesack, mindestens einer für 20 Schweine). Diejenigen, die am meisten von diesem Programm profitieren, sind dennoch unbestreitbar die Fleischkonzerne, die mit solchen Programmen versuchen gegen den stetig fallenden Fleischkonsum  in Deutschland vorzugehen. Diese Bemühungen zielen darauf ab gerade das zu vertuschen, was in den letzten Jahren immer wieder von Tierrechtsorganisationen wie PETA aufgedeckt wurde: Fleischproduktion bedeutet immer Tierleid. Und wird es auch immer weiter bedeuten, selbst wenn das Schwein zwei DIN A4 Blätter mehr Platz bekommt, oder 20 Schweine 2m².

Das falsche Versprechen von mehr Tierschutz

Selbst wenn der mythische Verbraucher es sich wünschen würde, dass es nicht so ist: Tierschutz und Tierhaltung stehen in Widerspruch. Übrigens auch, wenn auf der Fleischverpackung ein Qualitäts- oder Biosiegel klebt. Dabei ist es eigentlich egal, ob das Siegel von einer Supermarktkette, einem Bio-Verband oder der Fleischindustrie selbst stammt. Und selbst wenn Tierschutzverbände Fleisch zertifizieren, dann sind es nicht die Tiere, die von dem Tierschutz-Siegel profitieren.

Mit einer rein pflanzlichen Ernährung hingegen muss man sich gar nicht erst die Frage stellen, wie das Tier gelebt hat. Man weiß: es wurde einfach mal in Ruhe gelassen.

 

Über den Autor

Andrzej

Andrzej ist Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland und ist am Ausbau der Tierrechtsbewegung in dieser Region interessiert.

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