Ernährung

Ingrid Newkirk an Bill Gates: Überdenken Sie Ihre Aussagen

Bill Gates veröffentlichte kürzlich einen Blog mit dem Titel „Gibt es genug Fleisch für alle?“. Er erklärte darin, wie man den weltweiten „Bedarf“ an Fleisch stillen könne. Allerdings führte er darin zwei grob fehlerhafte und irreführende Annahmen auf, weshalb sich die PETA-Gründerin und Vorsitzende Ingrid Newkirk dazu entschloss, ihm zu schreiben und ihn zu bitten, seine Haltung zu überdenken:

Sehr geehrter Herr Gates,

ich schreibe Ihnen im Namen von PETA UK – einer Schwesternorganisation von PETA USA, der mit über 3 Millionen Mitgliedern und Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ich möchte Sie in Bezug auf Ihren kürzlich verfassten Blog-Beitrag mit dem Titel „Gibt es genug Fleisch für alle?“ bitten, über zwei fehlerhafte und irreführende Annahmen noch einmal nachzudenken.

Der erste Punkt ist, dass sowohl die Überschrift als auch die darauffolgende Diskussion fälschlicherweise andeuten, Fleisch sei eine ernährungstechnische Notwendigkeit. Der Konsum von Fleisch ist für eine gesunde menschliche Ernährung nicht notwendig und weltweit sind sich Experten auf dem Gebiet einig, dass eine pflanzliche Ernährung für unsere Gesundheit am besten ist. Studien haben gezeigt, dass Vegetarier seltener als Fleischesser an Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Fettleibigkeit und verschiedenen Krebsarten erkranken, darunter Brust-, Darm-, Prostata-, Bauchspeicheldrüsen- und Nierenkrebs. Interventionsstudien lassen zudem darauf schließen, dass ein Umstieg von tierischen Produkten auf eine Ernährung mit pflanzlichen Produkten bestimmte Krankheiten kontrollieren und teils sogar heilen kann. Nicht nur zu behaupten, Fleisch sei eine Notwendigkeit, sondern auch noch, der gesteigerte Fleischkonsum sei „eine gute Sache“, ist deshalb in höchstem Maße irreführend.

Zweitens möchte ich darauf hinweisen, dass die negativen Auswirkungen der Fleisch- und Milchindustrie auf unsere Umwelt zwar enorm sind und gar nicht genug hervorgehoben werden können; dennoch deutet Ihr Blog-Eintrag fälschlicherweise an, die Schäden an der Umwelt seien die deutlichsten Auswirkungen der Produktion und des Konsums von Fleisch. Dabei sind es doch die Tiere selbst – Lebewesen, die fühlen und atmen – die am meisten leiden in einer Welt, in der die Menschen Fleisch essen. Die Tierquälerei ist der drängendste Aspekt des Fleischkonsums. Der Großteil aller in der Fleischindustrie gezüchteten Tiere verbringt sein Leben in der industriellen Tierhaltung, wo Tiere unter beengten und dreckigen Bedingungen leben müssen. Sie haben kaum genügend Platz, um sich zu bewegen, sehen nie oder kaum die Sonne oder atmen frische Luft. Das unnatürliche, miserable Leben dieser Tiere wird gewaltsam beendet, wenn sie wie Gebrauchsgüter in Schlachthöfe gebracht und an den Beinen aufgehängt werden. So lässt man sie ausbluten, verbrüht oder häutet sie. Die Umwelt leidet schlimm unter der Fleisch- und Milchindustrie, doch es sind die Tiere, die am schlimmsten bestraft werden.

Wir wissen Ihre Investitionen in pflanzliche Fleischalternativen sehr zu schätzen und hoffen, dass Sie Ihre Haltung in dieser Sache noch einmal überdenken. Sie könnte großen Schaden anrichten, wenn so die vielen Menschen, die Ihre Meinung respektieren, angehalten werden, weiterhin umweltschädliches und tierquälerisches Fleisch zu essen, wo sie sich doch vegan ernähren sollten. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid E. Newkirk

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Über den Autor

Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.

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