Auch so kann Freilandhaltung aussehen
Ernährung

Auch so kann Freilandhaltung aussehen

Der Wiesenhof-Skandal Die Fotos entstanden auf einer Wiesenhof-Farm in Twistringen, Kreis Diepholz. Die Tiere leben dort in einer doppelstöckigen Hühnerfarm. Es gibt acht Stallbereiche. Die Farm ist für etwa 26.800 Tiere ausgelegt. Zehn Monate verbringen die Hühner, sog. Mastelterntiere, in den stickigen, fensterlosen Ställen. Die Luft ist unerträglich. Was Wiesenhof als "Einstreu" bezeichnet ist bereits nach wenigen Wochen kaum noch mehr als alter, getrockneter Hühnerkot, der während der gesamten Legephase nicht aus den Hallen geräumt wird. Viele Hühner sterben vorzeitig. Zudem sind die Tiere dieser Herde mit Mykoplasmose-Erregern infiziert. Des weiteren leiden sie an E.coli-Bakterien, obwohl sie dagegen geimpft wurden. Das vermehrte Auftreten von Legedarm- und Bauchfellentzündungen sorgt für etliche Todesopfer. Mindestens von Januar bis Juni sind die Hühner in einigen Ställen von der Roten Vogelmilbe befallen. Maßnahmen gegen die Parasiten werden Mitte des Jahres eingeleitet. Weitere Infos finden Sie unter www.peta.de/wiesenhof. Dort können Sie auch eine Videodokumentation ansehen, die brutalste Verladepraktiken zeigt. PETA Deutschland e.V. hat eine umfangreiche Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht.

Viele Menschen wollen keine Eier mehr aus der konventionellen Tierhaltung mehr kaufen. Die Tierquälerei und die schrecklichen Lebensbedingungen der Tiere halten sie davon ab. Deshalb bieten auch immer mehr Supermärkte sogenannte „Freilandeier“ an. Doch geht es diesen Hühnern wirklich zwangsläufig besser? Ein Augenzeuge hat in den USA die Zustände in einem solchen Betrieb dokumentiert – schaut euch hier das Video an.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=HXlfn4uIDm8

Die grausame Wahrheit

Nellie’s Free Range Eggs – so der Name der Firma – gaukelt den Kundinnen und Kunden vor, die Hühner hätten viel Platz und könnten sich entscheiden, ob sie im Stall oder auf der Wiese sein möchten. Das Unternehmen darf sich sogar mit dem Zusatz „certified humane“ schmücken (ein Prüfzertifikat, das ähnlichen Tierschutzlabels in Deutschland ähnelt). In Wahrheit jedoch waren tausende Hennen eng zusammengepfercht in Ställen. Sie standen so eng, das man kaum gehen konnte, ohne auf eine Henne zu treten. Jedes Tier hatte in etwa 35 auf 35 cm Platz. In einem Stall standen 20.000 Hennen!

Freiland?

Zwar hatten die Hennen theoretisch die Möglichkeit, ins Freie zu gelangen. Doch dafür mussten sie durch kleine Luken. Und um dorthin zu gelangen, waren sie gezwungen, an vielen dominanteren Vögel vorbeizugehen. Die sozialen Gefüge in einer Hühnergruppe beinhalten allerdings eine natürliche Rangordnung. Deshalb würden die meisten Hühner eine solche Gefahr nicht eingehen oder nur unter großem Stress. Die Betriebsleitung gab außerdem zu, dass die Luken über Nacht und noch bis 13 Uhr am nächsten Tag geschlossen seien. Im Winter bleiben sie ganz geschlossen. Ein Experte, der sich die Aufnahmen ansah, kommentierte das so: „Meiner Meinung nach sind diese Ausgänge Schönfärberei. Der Produzent kann sein System damit als „käfigfrei“ und „Freiland-“ bezeichnen, ohne dass substanzielle Verbesserungen hinsichtlich der Lebensqualität der Hennen nötig sind.“

Hühner aus der Freilandhaltung

Und als sei ihr Leben nicht schon schlimm genug, schneidet man den Tieren auch noch einen Teil des Schnabels ab. So soll unter den beengten, stressbeladenen Bedingungen Kannibalismus verhindert werden. Doch trotz dieser Maßnahme fehlten vielen Hennen Federn – ausgerissen entweder von dominanteren Artgenossinen oder von ihnen selbst. Diese schmerzhafte Prozedur ist in Deutschland mittlerweile verboten, jedoch verletzen sich deshalb die Hennen hierzulande vermehrt gegenseitig.

Ich wollt ich wär kein Huhn…

Unter solchen Bedingungen können Hühner keinerlei natürliches Verhalten zeigen. Denn in einem natürlichen Lebensraum würden sie Staubbäder nehmen, nach Nahrung suchen, auf Bäumen sitzen und sonnenbaden. Und lässt ihre Produktivität für die Eierindustrie schließlich nach, werden sie getötet. Die Hennen enden also im Schlachthaus. Zudem bezieht das untersuchte Unternehmen seine Küken aus Betrieben, in denen männliche Küken sofort vernichtet werden – üblicherweise werden sie vergast oder bei lebendigem Leib geschreddert.

Das heißt natürlich nicht, dass es in jedem Freilandbetrieb so aussieht. Aber in den allermeisten Fällen bleibt es für den Käufer absolut undurchsichtig, woher Eier wirklich stammen. Und auch in Deutschland werden Hühner, die nicht mehr produktiv genug sind, früh geschlachtet und männliche Küken in den meisten Fällen gleich nach der Geburt getötet.

Helft den Hühnern!

Wenn ihr diese Tierquälerei nicht mehr länger unterstützen wollt, dann nehmt an unserem Veganstart-Programm teil. Wir versorgen euch 30 Tage lang mit tollen Rezepten und Tipps, damit euer Umstieg auf eine vegane Ernährung kinderleicht gelingt. Und bitte beteiligt euch an unserer Petition gegen das grausame Kükentöten!

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen