Ernährung

Hat sich VW von der Fahrbahn drängen lassen?

Konnte der Autokonzern dem Druck der Bauernverbände und des Schlachtkonzerns Rothkötter nicht standhalten?

Der Hintergrund

VW oder eigentlich die Autostadt GmbH bietet auf autostadt.de eine Reihe an Informationen rund um das gastronomische Angebot in der Autostadt, dem Auslieferungszentrum, Museum und Freizeitpark des Konzerns. Zusätzlich zu einer Liste der Restaurants gibt es hier Angaben zu den Lieferanten (inklusive Bauern) oder saisonalen Angeboten. Außerdem fanden interessierte Gäste hier bis vor kurzem unter „Gut Essen in der Autostand“ Informationen zum kulinarischen Angebot unter dem Motto „vital, vegetarisch, vegan“. Das Motto stand für die angebotenen Ernährungsstile, wobei „vital“ für „mit Fleisch und Fisch“ stand und auf dem zugehörigen Bild der Webseite eine Kuh und ein großer Laib Käse ins Auge fallen.

Zusammen mit Instituten hatte der Autokonzern hier zu allen Ernährungsstilen Wissenswertes zum Thema Gesundheit, Umwelteinfluss und Co. zusammengestellt. Sämtliche Argumente waren mit Studien, inklusive Literaturverzeichnis, belegt.

Also eigentlich nicht viel Neues, denn wie in vielen Orten gibt es in der Autostadt ein Angebot an veganen Gerichten und Studien zu den Vorteilen einer pflanzlichen Ernährung sind auch schon vielen bekannt. Doch wo früher stand

„Wäre die Erde eine Köchin, würde sie sich an den meisten Tagen für vegane oder vegetarische Rezepte entscheiden. Denn das Züchten und Mästen von Rindern, Schweinen und anderem Schlachtvieh verschlingt im Vergleich zu Getreide, Gemüse oder Obst gleichen Ernährungswerts ein Vielfaches an Ressourcen.“

findet sich auf der entsprechenden Seite jetzt nur noch ein Statement, u.a. mit den Worten

„Um die Gespräche zum Thema Ernährung ohne Vorbelastung weiter zu führen, haben wir deshalb die entsprechende Rubrik aktuell von der Homepage der Autostadt genommen.“

Alles andere ist weg! (Wer nochmal nachlesen will, auf dieser Seite gibt es Screenshots.)

Was ist passiert?

Nachdem zunächst Bauernverbände und –magazine indirekt mit Boykott von VW gedroht und zu Beschwerdeanrufen aufgerufen hatten, drohte kurze Zeit später auch der Geflügelproduzent Rothkötter mit Boykott. Das sogar in einem Brief an den VW-Vorstandschef. Rothkötter ist vor allem durch alltägliche Tierquälerei in der „Hähnchenproduktion“ u.a. durch die Turbomast bekannt.

Nun sind die informativen Seiten verschwunden. Unklar ist, ob es sich um eine vorrübergehende Maßnahme handelt oder ob VW bzw. die für Autostadt und Seite verantwortliche Autostadt GmbH dauerhaft dem Druck nachgeben wird. Es wäre schade, denn schließlich sind gerade Gespräche zum Thema Ernährung mit wirklich informierten Gesprächspartnern wichtig und fruchtbar.

Vielleicht sollte man die Autostadt GmbH und VW freundlich darum bitten die Informationen zu allen Ernährungsstilen wieder online zu stellen. Eine nette Mail oder ein Post hat schließlich noch nie geschadet.

Falls ihr bis dahin nicht warten wollt, wie wäre es mit dem Veganstart-Programm. Hier bekommt ihr 30 Tage kostenlos Information zum Thema vegane Ernährung. Denn informiert über die Zusammenhänge trifft man die beste Entscheidung

Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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