Ernährung Unterhaltung

Fünf Schlagzeilen über Kraken

Kraken gehören zu den intelligentesten Wirbellosen. Sie haben ein Langzeit- und ein Kurzzeitgedächtnis, ähnlich wie Wirbeltiere. Sie vererben ihre Charakterzüge an ihre Nachkommen und interessanterweise befinden sich zwei Drittel ihres „Gehirns“ in ihren Armen, nicht im Kopf.

In seinem Artikel für The Washington Post („Lurking at the Aquarium, Brilliant Houdinis of the Deep”) erklärt Darragh Johnson, dass es Kraken schon “zu Zeiten der Dinosaurier” gab und sie in der Lage sind, „das Vierfache ihres Körpergewichts zu stemmen“ und dass sie „ihre Farbe wechseln“. Außerdem können sie zwischen verschiedenen Farben unterscheiden und Schraubgläser sowie kindersichere Flaschen öffnen und Werkzeuge nutzen. Kraken können sich sogar langweilen. Johnson schreibt, dass Kraken traurigerweise „an Langeweile sterben können, wenn sie aus einem Aquarium herausklettern, aber keines finden, in das sie wieder hineinklettern können“. Ein weiblicher Krake namens Octavia, der im Cabrillo Marine Aquarium in San Pedro gehalten wurde, starb einen besonders grausamen Tod: Das Tier hatte nachts den Abflussverschluss seines Aquariums herausgezogen und man fand es am Morgen tot in einem leeren Aquarium vor.

Das unbeschreibliche Leid der Kraken

Gerade diese letzte Geschichte hat unserer US-Kollegin, der Verfasserin dieses Blogs, das Herz gebrochen, denn sie hat ein Gefühl bestätigt, das sie als Kind hatte, als sie einen einsamen pazifischen Riesenkraken in einem Aquarium sah. Er oder sie sah natürlich gelangweilt aus und lebte eingezwängt in einem kleinen Glaskasten.

Die Arme der Kraken

Es gibt ein Gericht namens „Sannakji“ – dabei wird einem Krake der Kopf geöffnet, das Gehirn entnommen und sein Körper dann auf einem Teller serviert, während sich die Arme noch bewegen. (Und wie wir oben lesen konnten, befinden sich zwei Drittel der Neuronen von Kraken in ihren Armen.) Dann gibt es da noch die Covino-Brüder, die ein paar schäbige Aquarien innerhalb der USA besitzen. In einem Aquarium wurde einem Mitarbeiter Berichten zufolge gesagt, er solle das Wasser im Aquarium eines Kraken seltener wechseln, was vermutlich zum Tod des Tieres führte. (Glücklicherweise wurde einer der Brüder vor Kurzem verurteilt, weil er illegal Meerestiere erworben hatte.) Und wie könnten wir den Kraken Paul vergessen, der als „Orakel“ für die Weltmeisterschaft herhalten musste?

Krakenwehren sich mit Humor

Die folgenden fünf Geschichten zeigen ganz deutlich die Intelligenz dieser Tiere und stellen ihre Gefangennahme für einen kurzen Moment der flüchtigen Unterhaltung der Besucher in Frage. Die Streiche der Tiere in diesen Geschichten zeigen, dass Kraken einen Sinn für Humor besitzen, wie es der wissenschaftliche Autor Eugene Linden bereits vermutete. Es herrscht weitgehend Zustimmung darin, dass Kraken individuelle Charaktere sind – sie sind die einzigen Tiere in Aquarien, die stets Namen bekommen. Hier also fünf Geschichten, wie Kraken sich humorvoll zur Wehr setzen:

  1. Ausbruchversuch durch Überflutung

Das Santa Monica Pier Aquarium in Kalifornien ist nur einige Meter vom offenen Meer entfernt. Ein kalifornischer Zwei-Punkt-Krake, der in diesem Aquarium gehalten wurde, entschied sich irgendwann, es sei langsam genug. Das Tier demontierte das Ventil am Deckel seines Aquariums und ließ somit mindestens 750 Liter Wasser in die umliegenden Büros und Ausstellungsräume laufen. Der Krake war nur 30 cm groß, aber er hatte einen starken Willen! Das weibliche Tier überlebte den Ausbruchsversuch, wurde danach aber leider weiterhin gefangen gehalten.

  1. Löse einen Kurzschluss aus und wirf Steine

Der Krake Otto lebte in einem deutschen Aquarium und verlieh seiner Langeweile ganz offen Ausdruck. Zum Erstaunen der Angestellten spritzte Otto mehrere Nächte in Folge Wasser auf eine Lampe über seinem Aquarium. Damit löste er schließlich einen Kurzschluss der Lichter im ganzen Gebäude aus! Angestellte gaben zu, Otto würde sich im Winter langweilen, wenn das Aquarium geschlossen sei. Seine Langeweile zeigt er, indem er Einsiedlerkrebse herumschiebt, Steine gegen die Scheibe wirft und sein Aquarium „umdekoriert“, wenn er alles an einen neuen Ort räumt. Wenn das keine Anzeichen dafür sind, dass Otto unglücklich ist …

  1. Stopfe Futter in den Abfluss

Ein weiblicher Krake, der zu Forschungszwecken an der Millersville University in Pennsylvania gefangen gehalten wurde, zeigte seine Unzufriedenheit ganz deutlich nachdem ihm eine schlechte Mahlzeit vorgesetzt worden war. Als dem Tier klar wurde, dass das Futter nicht mehr frisch war (wie auch – schließlich hat der Krake es nicht frisch im Meer gefangen), wartete es, bis der Forscher zum Aquarium zurückkehrte. Dann nahm die Krakendame direkten Augenkontakt auf und stopfte gleichzeitig das Futter in den Abfluss. Man muss wohl nicht erwähnen, dass der Mitarbeiter den Wink mit dem Zaunpfahl verstand. Experten glauben, dass Kraken gelernt haben, schlau zu sein, um so auch ohne physische Abwehrmechanismen wie Stacheln oder einen Panzer überleben zu können. Ihre Intelligenz ist zudem notwendig, damit die Tiere durch komplexe, Labyrinth ähnliche Korallenriffe navigieren können.

  1. Brich aus!

Der Krake Sid lebte in Gefangenschaft in Neuseeland. Schon mehrmals hatte er es geschafft, aus seinem Aquarium auszubrechen und war einmal sogar fünf Tage lang in einem Abflussrohr geblieben, um sich vor einem weiteren Ausbruchsversuch dort zu verstecken. (Aus demselben Aquarium war schon vorher ein Krake namens Harry entkommen, den man auf der Treppe wiederfand.) Sids Bemühungen nahmen ein solches Ausmaß an, dass er schließlich im Meer freigelassen wurde. Ein Sprecher des Aquariums sagte: „Er war einer der Kraken, die bei jeder Gelegenheit versuchen, auszubrechen. Wir mussten die Türen abschließen, um ihn im Zaum zu halten. Er hat durch Lücken gepasst, die nur 5 cm groß waren.“ Mitarbeiter des Aquariums waren der Ansicht, Sid sei in einem Alter gewesen, in dem er sich im Meer zur Paarung aufmachen wollte. Wir freuen uns für Sid!

  1. Spritze deine Gefängniswärter nass

Eine weitere Möglichkeit, seiner Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen und es auch noch in die Medien zu schaffen, ist, seine „Gefängniswärter“ und die Besucher einfach nass zu spritzen. Kraken speichern Wasser in ihrem Körper, um Sauerstoff aufzusaugen. Dieses Wasser können sie herausspritzen, indem sie praktisch ausatmen. Ein Krake in Dorset, England, bekam den passenden Namen „Squirt“ (etwa: „Spritzer“), nachdem er diese Technik perfektionierte. Er spritzt jetzt sowohl Besucher als auch Mitarbeiter jedes Mal nass, wenn sie an seinem Aquarium vorbeilaufen. Ein Mitarbeiter des National Marine Aquarium erklärte dieses Verhalten: “Den frechen unter ihnen scheint es Spaß zu machen, ihren Pflegern bei jeder Gelegenheit Wasser ins Gesicht zu spritzen… . Unser pazifischer Riesenkrake Rocky hat sich darin schon fast zu einem Experten entwickelt.“

Wenn Sie Kraken genauso faszinierend finden wie ich, dann besuchen Sie bitte keine Meereszoos mehr und  essen Sie keine Tintenfische 0der „Scampis“ im Urlaub. Bitte teilen Sie diese Seite!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen