Ernährung

Freispruch für den Salatkopf: Studie sagt NICHT, dass Speck besser für den Planeten ist

Endlich eine Ausrede fürs nächste Steak? Wohl eher nicht.

Mitte Dezember konnten wir viele Schlagzeilen lesen, dass eine neu erschiene Studie der Carnegie Mellon University angeblich ermittelt hat, dass eine vegetarische Ernährung schlimmer für die Umwelt ist als der Verzehr von Fleisch – also komplett konträr zu anderen Studienergebnissen. Doch die Wissenschaftler hinter der Studie sagen, dass das eine ziemliche Fehlinterpretation dessen sei, was sie herausgefunden haben.

Verschiedene Wissenschaftler haben daraufhin vielfach und vehement diese Berichte über die Studie kritisiert. Die Studie hatte sich in der Tat mit dem Umwelteinfluss unserer Ernährung befasst. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler betonten, dass, während manche Obst und Gemüsesorten erhebliche Mengen an Wasser und Ressourcen verbrauchen, die Herstellung der meisten wesentlich weniger Treibhausgase erzeugt und Wasser verbraucht als z.B. Schweinfleisch.

Das motivierte aber scheinbar leider nur wenige die Studie tatsächlich richtig darzustellen. Viele entschieden sich lieber ködernde Schlagzeilen für Ihre Artikel zu verfassen und winzige Details rauszupicken. Die provokanten Schlagzeilen in den Medien, die behaupteten, dass Kopfsalat schlimmer ist als Speck, erreichten aber natürlich Ihr scheinbar einziges Ziel – die Aufmerksamkeit einer breiten Leserschaft

Infos zur Studie

Die Studie, die Ende November in  Environment Systems and Decisions veröffentlich wurde, untersuchte die benötigten Ressourcen pro Kalorie eines Lebensmittel. Sie verglichen zudem zwei Ernährungsformen mit einer Ernährung nach den Empfehlungen des U.S. Department for Agriculture. Keine der drei war eine vegetarische oder vegane Ernährung!

Viele Berichte über die Studie erklärten den Salatkopf zum neuen Bösewicht. Pro Kalorie wäre er für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als Speck.  Doch das sind nur zwei Lebensmittel. Selbst Grundschülern wissen, dass Speck ein paar mehr Kalorien hat als ein Salatkopf. Salat hat sogar so wenig Kalorien, dass man mindestens zwei ganze Köpfe essen müsste, um nur in die Nähe der Kalorienzufuhr von zwei kleinen Streifen Speck zu kommen. Aber es ist doch absurd, dies herauszugreifen. Niemand wird bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung jede Schweinefleischkalorie durch eine aus Salat ersetzen.

Nur diese Daten übrigens zu nennen, ignoriert, dass die Wissenschaftler herausfanden, dass Grünkohl, Brokkoli, Reis, Kartoffeln, Spinat und Weizen, um nur ein paar zu nennen, alle weit weniger Treibhausgase verursachen als Schweinefleisch. (Huffington Post) Ähnlich verhält es sich mit dem Wasser.

Eine wichtige Erkenntnis der Studie also: Wenn es um den Umwelteinfluss geht, sind nicht alle Lebensmittel einer Lebensmittelgruppe gleich. Und in Bezug auf Energie und Wasserverbrauch, sowie Treibhausgasemission sind viele Pflanzen weit besser als Fleisch.

Fakten zum Umwelteinfluss unserer Ernährung

Das Worldwatch Institute hat weitere Fakten: Erstaunliche 51 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen werden durch die landwirtschaftliche Tierhaltung verursacht. Das deutsche Landwirtschaftsministerium kam in einem Bericht von 2008 zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 % der Treibhausgasemissionen einsparen könnte. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) forderte 2010 in einer Studie dazu auf, den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten zu verringern, da dadurch der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 % reduziert und zukünftige Emissionen unter das Niveau von 1995 gesenkt werden könnten. Im selben Jahr stellte das Umweltprogramm der UN fest, dass die weltweite Umstellung auf eine vegane Ernährung ein entscheidender Schritt wäre, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu bekämpfen. Der Bericht kam sogar zum Schluss, dass die Aufzucht von Tieren für den Verzehr einer der Top zwei oder drei signifikantesten Faktoren für die schlimmsten Umweltprobleme ist, und zwar auf jedem Level, von lokal bis global.

Warum also nicht den einfachsten Weg wählen, um Tieren und unserer Umwelt gleichzeitg etwas Gutes zu tun. Ihr braucht noch Hilfe bei der Umstellung: Hier geht es zum Veganstart-Programm.

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Über den Autor

Felicitas

ist bei PETA Fachreferentin für Ernährung und findet, dass Essen nur ohne Tierleid ein Genuss ist.

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