Deshalb wird die Ferkelkastration auch 2019 noch Leiden verursachen
Ernährung

Deshalb wird die Ferkelkastration auch 2019 noch Leiden verursachen

Ferkelkastration

Ab Januar 2019 darf einem männlichen Ferkel in Deutschland nicht mehr ohne Betäubung die Hoden herausgerissen werden. Es ist eigentlich beschämend, dass die Ferkelkastration bis dato eine gängige und grausame Praxis für jährlich etwa 25 Millionen Tiere in der landwirtschaftlichen Schweinemast ist. Und zwar aus rein wirtschaftlichen Gründen. Dies passiert in der konventionellen, aber oftmals auch in der ökologischen Landwirtschaft.

Ferkelkastration – warum überhaupt?

Die Hoden produzieren unter anderem geschlechtsspezifische Geruchstoffe, die in das Fleisch der Tiere übergehen und so durch unangenehmen Geruch und Geschmack stören. Der sogenannte Ebergeruch. Dieser Geruch verschreckt den Verbraucher und kann somit zu wirtschaftlichen Einbußen führen. Und obwohl laut Tierschutzgesetz kein Wirbeltier ohne Betäubung einem schmerzhaften Eingriff ausgesetzt werden darf, besteht bisher die Ausnahme, dass einem Ferkel bis zu seinem siebten Lebenstag OHNE Betäubung die Haut über den Hoden aufgeschnitten, der Hoden herausgedrückt und den Samenleiter durchtrennt bzw. die Hoden herausgerissen werden dürfen. Danach folgt meist nur eine Behandlung gegen die sicher langanhaltenden Schmerzen.

Ferkelkastration

Alternativen ab Januar 2019

Mit der Novellierung des Tierschutzgesetztes wurde beschlossen, dass ab dem 1.1.2019 keine Ferkelkastration betäubungslos durchgeführt werden darf. Die Alternativen sind jedoch ebenfalls nicht tierfreundlich.

Ebermast: Hier findet keine Ferkelkastration statt und der geringe Prozentsatz des Fleisches mit Ebergeruch soll im Schlachthof aussortiert werden. An der Haltung der Eber ändert sich jedoch nichts. Schweine leben in Deutschland nicht annähernd artgerecht. Über 99% der intelligenten Tiere fristen ihr kurzes Leben in engen Buchten und auf harten, kotverdreckten Spaltenböden. Sie können ihr arttypisches Verhalten kaum ausleben und sterben einen grausamen Tod im Schlachthof.

Impfung: Hier wird die Produktion des Geruchsstoffes durch eine zweimalige Injektion unterdrückt – an der Haltung und Tötung der sensiblen Tiere ändert sich jedoch nichts. Zudem ist die Imunokastration teuer und wird deshalb kaum eingesetzt.

Vollnarkose: Ein Biobetrieb nutzt seit einigen Jahren die Vollnarkose mit Isofluran. Diese Methode wird als schmerzfrei und schonend propagiert. Doch alleine die Fixierung der kleinen Ferkel in unnatürlicher Haltung muss einen enormen Stress für die Tiere darstellen, so dass von schonend keine Rede sein kann. Da eine Vollnarkose nur von einem Tierarzt vorgenommen werden darf, ist sicher, dass diese aufwändige und teure Verfahren nie bei Millionen Ferkeln angewandt wird.

Lokalanästhesie: Diese Methode ist kaum besser als die betäubungslose Ferkelkastration. Schon die Injektion der Betäubungsmittel bedeutet Schmerz und Stress, zudem können sie den vollen Kastrationsschmerz nicht ausschalten. Laut Tierschutzgesetz sollte diese Methode ebenfalls verboten sein.

Fazit

Die Zucht und Mast von Schweinen ist mit zahlreichen Leiden verbunden. Obwohl das Verbot der betäubungslosen Kastration ein Schritt in die richtige Richtung und längst überfällig war, so bedeuten die Alternativen ebenso Schmerz und Stress – vor allem nach der Behandlung. Zudem ändern sie an dem qualvollen Leben in der Mast sowie dem Tod im Schlachthof nichts.

Schwein Ferkel PETA

Wir brauchen kein Schweinefleisch für eine gesunde und leckere Ernährung – ganz im Gegenteil. Man sollte sich deshalb nicht mit scheinbaren Verbesserungen zufriedengeben, sondern zu tierleidfreien Alternativen greifen. Gerne geben wir Hilfe beim Einstieg in ein veganes Leben – kostenlos und unverbindlich.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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